Jim Carrey wollte 20 Millionen bezahlen, um bei "Der Grinch" auszusteigen – erst ein Militärtrainer gegen Folter konnte helfen
Stefan Geisler
Stefan Geisler
-Redakteur
Stefan ist ist passionierter Magic- und D&D-Spieler und liebt das fantastische Kino. Tolkiens Mittelerde liebt er ebenso wie die furchteinflößenden Kreaturen von Ray Harryhausen.

Manch ein Film wirkt so unschuldig, dass man nicht auf den Gedanken kommt, dass hinter den Kulissen etwas schiefgelaufen sein könnte. So beispielsweise beim Weihnachts-Klassiker „Der Grinch“. Hier wollte Jim Carrey bereits nach einem Tag aussteigen.

Der Grinch“ ist ein echter Weihnachtsklassiker. Bereits zum Release im Jahr 2000 war der Film ein Kassenschlager und spielte weltweit über 346 Millionen US-Dollar ein. Für den Erfolg verantwortlich ist in diesem Fall nicht nur Regisseur Ron Howard, sondern auch in besonderem Maße Hauptdarsteller Jim Carrey, der hier als griesgrämig-grüner Weihnachtsmuffel eine der besten Leistungen seiner Karriere abliefert. Doch um ein Haar hätte es diesen wunderbaren Festtagsfilm nie in dieser Form gegeben, denn der Star des Films hatte mit dem anstrengenden Verwandlungsprozess enorm zu kämpfen – und war kurz davor, alles hinzuschmeißen.

Bereits in früheren Interviews hatte Carrey darüber gesprochen, wie „qualvoll“ es für ihn gewesen ist, jeden Tag durch die Grinch-Transformation in der Maske zu müssen. In einem Gespräch mit dem Branchenmagazin Vulture haben Ron Howard, Maskenbildner Rick Baker, Produzent Brian Grazer und Schauspieler Jim Carrey jetzt neue Einblicke hinter die Kulissen von „Der Grinch“ gegeben.

"Der Grinch": Selbstverschuldetes Leid

Tatsächlich ist Jim Carrey zum großen Teil selbst für sein Leid verantwortlich, denn eigentlich hätten die Studio-Bosse nichts dagegen gehabt, den Mimen einfach grün anzumalen – so erzählt es jedenfalls der legendäre Maskenbildner Rick Baker, der für seine Arbeit an „Der Grinch“ sogar mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Und irgendwie kann man die Verantwortlichen auch verstehen, schließlich wurden 20 Millionen Dollar für den Schauspieler bezahlt – und da sollten die Zuschauer*innen ihn auch zu sehen bekommen.

Der Schauspieler bestand jedoch darauf, sich vollständig in die Figur zu verwandeln – ein großer Fehler, wie sich schon bald herausstellen sollte. Insbesondere die Nase des grünen Chaosteufels wurde zum Problem für den Star des Films: „Als es darum ging, den Grinch so zu gestalten, dass er wie der Grinch aussah, mussten sie die Spitze meiner Nase auf den Nasenrücken des Grinch setzen. Der Rest war also bedeckt und ich konnte nicht durch die Nase atmen. Sie hatten ein echtes Problem damit, Löcher in die Maske zu machen, durch die ich atmen konnte. Letztendlich habe ich während des gesamten Films durch den Mund geatmet.“

Kratzende Anzüge und schmerzende Kontaktlinsen

Doch auch der Rest des Anzugs bereitete Probleme: „Der Anzug bestand aus unangenehm juckendem Yakhaar, das mich den ganzen Tag lang in den Wahnsinn trieb. Ich hatte 25 cm lange Finger, sodass ich mich nicht kratzen, mein Gesicht nicht berühren oder irgendetwas anderes tun konnte. Ich hatte Zähne, mit denen ich irgendwie sprechen musste, und ich trug Vollkontaktlinsen, die den gesamten Augapfel bedeckten, sodass ich nur einen winzigen Tunnel vor mir sehen konnte.“

Insbesondere die grünen Kontaktlinsen waren ein Problem. Eigentlich sollten die Augen mit Spezialeffekten nachträglich grün gefärbt werden. Doch Jim Carrey bestand auf grüne Kontaktlinsen. Diese hätten sich jedoch laut Produzent Brian Gazer wie „Frisbees“ in seinen Augen angefühlt, wodurch der Komiker große Schmerzen erleiden musste.

Carrey wollte seine 20-Millionen-Gage zurückgeben!

Laut „Der Grinch“-Regisseur Ron Howard habe Jim Carrey gerade in den ersten Tagen „Panikattacken“ durchlitten, weil die Maske so extrem war: „Ich sah ihn zwischen den Dreharbeiten mit einer braunen Papiertüte auf dem Boden liegen. Buchstäblich auf dem Boden. Er war unglücklich.“ Zudem plante Carrey, aus dem auszusteigen. Schon nach dem ersten Drehtag war er bereit, seine 20 Millionen Gage zurückzugeben – und laut Howard war dieses Angebot durchaus ernst gemeint.

Als Lösung holte man einen Mann ans Set, der normalerweise Leute im Militär im Umgang mit Folter und Gefangenschaft schult. Dieser Trainer sollte Carrey davon abhalten, das Projekt zu verlassen – und ihm gleichzeitig die Verwandlung zum Grinch erträglich machen. Er sollte sich beispielsweise selbst ans Bein schlagen, wenn die Strapazen unerträglich wurden - oder jemanden bitten, ihm auf den Arm zu schlagen. Zudem sollte er so viel wie möglich essen – und rauchen! Gerade letzteres ist im Grinch-Kostüm jedoch brandgefährlich, weswegen es Bilder vom Set gibt, auf denen man Jim Carrey mit einer Zigarettenspitze rauchend sieht.

Die Bee Gees helfen selbst gegen die größten Qualen

Was ihm jedoch insbesondere während des mehrstündigen Schminkeprozesses geholfen hatte, war die Musik der Bee Gees. Jim Carrey dazu: „Ihre Musik ist so fröhlich. Ich habe Barry Gibb nie getroffen, aber ich möchte ihm danken.“

Immerhin weiß Jim Carrey, dass er einen großen Teil der Schuld für seine miserable Situation am Set hatte: „Das war etwas, das ich selbst verlangt habe, und ich kann niemandem außer mir selbst die Schuld dafür geben. Man muss vorsichtig sein, was man verlangt. Man denkt nicht darüber nach, wenn man einen Schauspieler in einer Rolle sieht, in der es um qualvolle Schmerzen oder ähnliches geht. Aber dieser Schauspieler muss mit diesem Gefühl leben. Er geht nicht einfach nach Hause und hört plötzlich auf, es zu fühlen.“

Übrigens könnte sich Jim Carrey sogar noch einmal vorstellen, als Grinch zurückzukehren, wie er 2024 in einem Interview verraten hat – dann jedoch nur mit Motion-Capture-Technologie und ohne Make-up. Wusstet ihr übrigens, dass Carrey seit mehr als 30 Jahren mit einer Karriere-Entscheidung hadert? Mehr dazu erfahrt ihr hier:

"Er war kurz davor, die Welt zu erobern": Jim Carrey bereut seit 30 Jahren, dass er einen absoluten Kult-Regisseur abgelehnt hat

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