Vor 25 Jahren kam Ron Howards „Der Grinch“ in die Kinos – und ist für viele seitdem zum festen Bestandteil der alljährlichen Weihnachtsroutine geworden. Jim Carreys Verkörperung des grünpelzigen Weihnachtsverächters gilt längst als ikonisch – was nicht zuletzt dem enorom aufwändigen Make-up zu verdanken ist, das den gummigesichtigen Schauspieler und Komiker über Stunden hinweg in eine lebendige Cartoonfigur verwandelte (und ihn sowohl physisch als auch psychisch an seine Grenzen brachte).
Doch gern wird vergessen, dass Carrey nicht der einzige Darsteller war, der sich damals in die von Dr. Seuss geschaffene Kinderbuch-Figur verwandeln musste. Denn in einer zentralen Rückblende taucht der Film in die Kindheit des Protagonisten ein: Einst lebte der Grinch unter den Whos und besuchte eine Schule in Whoville – doch aufgrund seines Äußeren musste er viel Spott und Häme über sich ergehen lassen, bevor er zum verbitterten Einzelgänger wurde und sich in eine Berghöhle zurückzog. Den jungen Grinch spielte dabei Josh Ryan Evans, ein damals bereits erfahrener Schauspieler, der im Alter von 18 Jahren aufgrund seiner Körpergröße von 97 Zentimetern häufig deutlich jüngere Rollen übernahm.
Universal Pictures
Evans, bei dem schon früh Achondroplasie diagnostiziert wurde, eine Form des genetisch bedingten Kleinwuchses, stand im Jahr 1996 für eine Folge der Sitcom „Alle unter einem Dach“ erstmals vor der Kamera. Später trat er u.a. auch in „Ally McBeal“ oder „Eine himmlische Familie“ auf, seine umfangreichste Rolle spielte er in der übernatürlichen Daily Soap „Passions“, in der er 318 Folgen lang als Timmy Lenox zu sehen war – eine durch Hexenkraft zum Leben erweckte Puppe, die sich danach sehnt, ein Mensch zu werden.
Das größte Publikum dürfte Evans sicherlich als kleiner Grinch erreicht haben – tatsächlich sollte sein Auftritt in dem Festtags-Evergreen aber seine letzte Kinorolle bleiben. Evans hatte sein Leben lang mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und musste die Schauspielerei bald darauf an den Nagel hängen. 2002 verstarb er schließlich im Alter von nur 20 Jahren an Komplikationen während einer Herzoperation.
So emotional erinnern sich Jim Carrey und Ron Howard an Josh Ryan Evans
Jim Carrey war sich lange Zeit gar nicht bewusst über das traurige Schicksal seines jungen Kollegen – in einer großen Behind-the-Scenes-Reportage, erschienen auf der US-Entertainment-Website Vulture, hat er sich erst kürzlich mit folgenden Worten an die Zusammenarbeit mit Evans zurückerinnert: „Josh hat einen wunderbaren Job gemacht, und mir war jahrelang nicht einmal bewusst, dass er gestorben war. Ich hatte keine Ahnung. Das war traurig – aber mein Gott, er war einfach fantastisch.“
Auch Regisseur Ron Howard ist voll des Lobes über den viel zu früh gegangenen Schauspieler: „Josh hatte eine großartige Energie, er war fleißig, liebte die Arbeit und verstand genau, worum es ging. Ein kluger Junge. Ich glaube, er war etwa 17. Allein die Zeit, in der er im Make-up verbringen musste, bedeutete, dass wir jemanden brauchten, der längere Arbeitszeiten durchhalten konnte – [seine Besetzung] hatte also auch eine praktische Seite.
Aber ich wollte auch, dass er cooler und reifer wirkt als die anderen Kinder. Und vielleicht verstand er als kleinwüchsige Person besonders gut, wie es sich anfühlt, ein Außenseiter zu sein. Er brachte viel Seele und ein großartiges komödiantisches Timing in diese Szenen ein. Ich war traurig, dass wir ihn verloren haben.“
Übrigens sind Carrey und Evans bei Weitem nicht die einzigen, die den Grinch gespielt haben. Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:
Nicht nur Jim Carrey: Auch diese 5 Schauspieler haben den Grinch verkörpert – darunter ein Marvel-Star und eine Horror-Ikone!