"Succession"-Star Brian Cox enthüllt den einen Film, den er bis heute bereut: "Ansonsten habe ich alles, was ich je gemacht habe, genossen"
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

In fast 230 Filmen und Serien hat Brian Cox bislang mitgewirkt. Darunter Meisterwerke wie „Troja“, allerdings auch etliche Low-Budget-Filme. Und trotz der vielen B-Movies in Cox‘ Karriere gibt es nur einen Film, den er am liebsten nie gedreht hätte.

HBO

Es gibt Darsteller, die sich im Laufe ihrer Karriere einen richtig gehenden Ruf als „Menschenschreck“ erworben haben. Zu dieser Sparte der mürrischen Zeitgenossen, die mit Vorliebe über andere herziehen, zählt Brian Cox. Der schottische Schauspieler teilt bei seiner Kritik an anderen Darstellern bisweilen heftig aus, egal ob in Interviews oder in seinen Memoiren.

So bezeichnete er Superstar Johnny Depp als „überbewertet“, Action-Ikone Steven Seagal als „lächerlich“ und beschwerte sich zuletzt ordentlich über das „Method Acting“ seines Serien-Kollegen Jeremy Strong, mit dem er bis 2023 in der HBO-Erfolgsserie „Succession“ spielte. Spannend ist die Frage, ob Cox, der auf eine lange Karriere in der Traumfabrik zurückblicken kann, auch zu Selbstkritik und einer reflektierten Betrachtung der eigenen Arbeit in der Lage ist. Dazu können wir leider kein abschließendes Urteil fällen, allerdings gibt es tatsächlich einen Film, den der 86-jährige, der seit den 1970er-Jahren in über 200 Filmen und Serien mitwirkte, heute bitter bereut.

"Ich kam mit dem Regisseur nicht klar"

Die frühen 2000er waren eigentlich eine höchst erfolgreiche Phase in der Karriere von Cox. In kurzen Abständen war er in Kassenschlagern wie dem Action-Thriller „Die Bourne Identität“, dem Horrorfilm „Ring“ oder dem Superhelden-Blockbuster „X-Men 2“ zu sehen. Im Jahr der „X-Men“-Fortsetzung (2003) spielte Cox allerdings auch in jenem Film mit, den er am liebsten ungeschehen machen würde: den Historien-ThrillerThe Reckoning“ von Regisseur Paul McGuigan.

The Reckoning
The Reckoning
1 Std. 52 Min.
Von Paul McGuigan
Mit Paul Bettany, Willem Dafoe, Brian Cox
User-Wertung
3,1

Darin geht es um einen geflüchteten Priester, der sich im 14. Jahrhundert einer reisenden Theatergruppe anschließt. Gemeinsam mit der Darstellertruppe versucht er in einer fremden Stadt einen mysteriösen Mord aufzuklären. Cox spielt in „The Reckoning“ eine nicht wirklich tragende Rolle, da er nur als Nebendarsteller (als Mitglied der Schauspielgruppe) mit dabei war.

Dennoch denkt er nur ungern an den Dreh – und den gesamten Film – zurück, wie er 2021 in einem Interview mit dem britischen Magazin Radio Times (via Far Out Magazine) zugab: „Es war ein sehr gutes Drehbuch, aber meiner Tochter ging es damals nicht gut, und ich kam mit dem Regisseur nicht klar.“

Zudem führte ein ärgerliches Missgeschick hinter den Kulissen dazu, dass Cox jene Zeit nicht wirklich positiv in Erinnerung geblieben ist. „Ich habe Schminke in die Augen bekommen, und ich konnte zwei Tage lang nichts sehen. Sie mussten einen Arzt holen, um das wieder in Ordnung zu bringen.“

"Ich hatte sehr viel Glück"

„The Reckoning“ sei denn aber auch die einzige wirklich negative Erfahrung in seiner mehr als 50-jährigen Karriere gewesen, so Cox. „Ansonsten habe ich alles genossen, was ich je gemacht habe“, sagte er. „Ich hatte sehr viel Glück.“

Aber um nochmal auf (den heute fast gänzlich unbekannten) „The Reckoning“ zurückzukommen: Schon die Story klingt leicht bizarr und erinnert an einen unkonventionellen Mix aus Historienfilm, Arthouse, Whodunit und Thriller-Drama. Entsprechend wurde der Film zu einem Megaflop. Das weltweite Einspielergebnis lag bei mickrigen 1,15 Millionen Dollar ein, in Deutschland kam das B-Movie-artige Machwerk gar nicht erst in die Kinos. Und das trotz attraktiver Besetzung. Denn an der Seite von Cox spielten gestandene Charaktermimen wie Willem Dafoe und Vincent Cassel sowie aufstrebende Jung-Darsteller, darunter „Mad Max“ Tom Hardy (in seinem erst vierten Filmauftritt). Das alles zeigt: Hochkarätige Namen machen noch lange keinen guten Film.

Wer sich traut und den Film dennoch einmal ansehen möchte, findet ihn aktuell für etwas mehr als einen Euro auf DVD im Angebot von Amazon:

Ein witziger Fauxpas unterlief Cox im Jahr 2023, als man ihn für ein neues „007“-Projekt anfragte – und er sofort zusagte. Schließlich war es seit langem der Traum des Schauspielers, mal in einem James-Bond-Film mitzuwirken. Doch es kam anders als gedacht, wie ihr im folgenden Artikel erfahren könnt:

"Ich dachte, es sei ein James-Bond-Film": "Succession"-Star unterschrieb versehentlich für Serie, weil er sie für den nächsten 007-Blockbuster hielt

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