In diesem Kalter-Krieg-Actioner ahmt John Wayne einen der besten Abenteuerfilme aller Zeiten nach – bald neu im Heimkino!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Western-Ikone John Wayne und Film-noir-Größe Lauren Bacall folgen dem Vorbild von „African Queen“: In wenigen Wochen erscheint das Kalter-Krieg-Action-Abenteuer „Der gelbe Strom“ erstmals im deutschen Heimkino auf Blu-ray!

Ein knurrender Protagonist mit markantem, furchigen Gesicht, eine schlagfertige Spitzenschauspielerin mit ausdrucksstarken Augen, die im Umgang mit Hollywood-Haudegen keinerlei Scheu erkennen lässt, und ein betagter Flussdampfer: Das sind die Elemente, aus denen einer der größten Abenteuerklassiker der Kinogeschichte besteht – „African Queen“ mit Katherine Hepburn als zugeknöpfte, schnippische Missionarin und Humphrey Bogart als quarzender, saufender Kapitän!

Nachdem der Abenteuerfilm von 1951 die Kinokassen zum Klingeln brachte, Bogart einen Oscar bescherte und für drei weitere Academy Awards nominiert wurde, wollte Western-Ikone John Wayne auf den Zug, pardon, Flussdampfer aufspringen: Seine Produktionsfirma sicherte sich die Rechte am Roman „Gefährliche Reise nach Hongkong“*, um daraus ein ähnlich geartetes Action-Abenteuer zu spinnen, das im Kalten Krieg spielt.

Zunächst wollte sich Wayne bloß als Produzent betätigen, doch letztlich übernahm er in der 1955er Romanverfilmung die Hauptrolle an der Seite von Bogarts Lebens- und Leinwandgefährtin Lauren Bacall. Jetzt, kurz nach seinem 70-jährigen Jubiläum, erhält der Abenteuerfilm ein Heimkino-Upgrade: Am 23. April 2026 feiert „Der gelbe Strom“ seine deutsche Blu-ray-Premiere als limitiertes Mediabook – Vorbestellungen sind bereits möglich!

Darum geht es in "Der gelbe Strom"

Handelskapitän Tom Wilder (John Wayne) landet in einem chinesischen Gefängnis – bis er unerwartet von einem Widerständler befreit wird. Die Aktion geschieht selbstredend nicht ohne Hintergedanken: Wilder wird mit der brenzligen Aufgabe betreut, die Bevölkerung eines kleinen Dorfes sowie Cathy Grainger (Lauren Bacall), die Tochter eines Missionsarztes, nach Hongkong zu bringen.

Die 300 Seemeilen, die Wilder und die Flüchtigen von der Freiheit trennen, müssen notgedrungen in einem gestohlenen, klapprigen Raddampfer zurückgelegt werden. Doch die chinesische Marine erfährt von diesem waghalsigen Versuch und bereitet Wilder eine wahre Höllenfahrt...

Wayne drückt seinen Stempel auf und Bacall ist famos!

In Nebenrollen treten unter anderem John Waynes enger Freund und „Panik am roten Fluss“-Kollege Paul Fix, „Everything Everywhere All At Once“-Nebendarsteller James Hong sowie die schwedische Stilikone Anita Ekberg („Das süße Leben“) auf. Darüber hinaus wird der Wayne befreiende Widerständler von Mike Mazurki verkörpert – also einem der Darsteller aus dem rasanten, genialen Klassiker, den wir euch im folgenden Artikel vorstellen:

Durch und durch genial: Einer der besten Filme aller Zeiten feiert ENDLICH seine 4K-Premiere im Heimkino

Wäre es nach John Wayne gegangen, wäre er selbst nie Teil des „Der gelbe Strom“-Ensembles geworden. Er und Regisseur William A. Wellman („Flügel aus Stahl“) hatten den lakonischen „Goldenes Gift“-Star Robert Mitchum im Sinn. Wie Waynes Tochter Aissa Jahrzehnte später in „John Wayne: My Father“* verraten sollte, hegte Wellman allerdings einen Groll gegen Mitchum, weil er sich weigerte, in der TV-Show „This Is Your Life“ über Wellman zu reden.

Laut Aissa Wayne wollte der Regisseur dies Mitchum durch ständige Sticheleien heimzahlen. Als der „Die Nacht des Jägers“-Darsteller davon genug hatte, zankte er sich offen mit dem Filmemacher und wurde daher von ihm gefeuert. Als Ersatz kamen Gregory Peck („Wer die Nachtigall stört“) und Humphrey Bogart in die engere Auswahl, doch Peck war desinteressiert und Bogart forderte eine zu hohe Gage.

Also sprang Wayne ein, der im Laufe der Produktion zudem wiederholt auf dem Regiestuhl Platz nahm, selbst wenn im Vorspann allein Wellman als Regisseur genannt wird. Es ist Wellmans Gespür für das Taktile, das inszenatorisch überwiegt – politisch entspricht der Film derweil Waynes Ansichten, die er für die Zusammenarbeit mit manch anderen, profilierten Regisseuren hinten anstellte: „Der gelbe Strom“ ist ein schnell erzähltes, antikommunistisches Manifest voller chinesischer Stereotype. So sehr Wayne der „Der gelbe Strom“-Aussage aber seinen Stempel aufdrückte:

Im Zusammenspiel mit „Tote schlafen fest“-Legende Bacall weiß er, wann es an der Zeit ist, sich zurückzunehmen. Sie dominiert mehrere der stärksten Szenen und liefert eine unterhaltsam-selbstbewusste Performance, wie man es von ihr gewohnt ist. All das, ohne sich selbst zu wiederholen oder im Fahrwasser des Vorbilds „African Queen“ zu schippern. Filmfans, die von Bacall nie genug kriegen können, haben also guten Grund, einen vorsichtigen Abstecher auf dem gelben Strom zu wagen. Und in unserem folgenden Heimkino-Tipp spielt die Schauspielgröße ebenfalls einen denkwürdigen Part:

Geniale Krimi-Hochspannung für Fans der "Knives Out"-Reihe neu im Heimkino – starbespickt, bildgewaltig und erstmals in 4K!

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