"Ich muss diese Geschichte erzählen": Für diesen Film gab Kevin Costner ein Millionenvermögen aus
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Wenn er an den Erfolg glaubt, finanziert Kevin Costner Filme auch schon mal aus eigener Tasche. So geschehen beim Rassismus-Drama „Black Or White“ (2014). Was ihn das Projekt kostete und ob der Film tatsächlich ein Hit wurde, lest ihr hier.

So manch ein ein Hollywood-Star investiert gerne auch mal eine stattliche Summe des eigenen Vermögens, wenn es um die Realisierung bestimmter Herzensprojekte geht. Das beste Beispiel ist Hollywood-Legende Kevin Costner („Bodyguard“), der mitunter große private finanzielle Risiken eingeht, wenn es um die Umsetzung seiner Filme geht – und er fest vom Erfolg überzeugt ist.

Da das ursprünglich festgelegte Budget von 15 Millionen Dollar für „Der mit dem Wolf tanzt“ (1990) nicht ausreichte, steuerte der Schauspieler drei Millionen Dollar selbst bei. Es lohnte sich: Das Western-Epos wurde ein weltweiter Kassenschlager und gewann sieben Oscars. Auch in den ersten Teil seiner Western-Saga „Horizon“ (ab 2024) steckte Costner eigenes Vermögen – und zwar in gewaltiger Höhe: Über 38 Millionen US-Dollar investierte er in das Mammutwerk und nahm dafür sogar eine Hypothek auf sein Anwesen in Santa Barbara auf.

Zehn Jahre vor „Horizon“ hatte Costner für die Umsetzung des Sozialdramas „Black Or White“ gekämpft. Doch der die Rassismus-Problematik in den USA behandelnde Stoff stieß bei den Studios auf wenig Interesse. Und so musste er erneut in die eigene Tasche greifen.

Darum geht’s in "Black Or White"

Costner spielt in dem Film von Mike Binder („Indian Summer“) gedrehten Film den verwitweten Anwalt Elliott Anderson, der in einen erbitterten Sorgerechtsstreit um seine Enkelin Eloise gerät. Eloises afroamerikanische Großmutter (Octavia Spencer) verlangt, dass das Mädchen, um das sich bislang Elliot gekümmert hat, bei ihrem Vater aufwächst. Dieser kämpft jedoch mit seiner Drogensucht und Elliot will nicht zulassen, dass Eliose in Gefahr gerät.

Black Or White
Black Or White
Starttermin 4. Dezember 2015 | 2 Std. 06 Min.
Von Mike Binder
Mit Kevin Costner, Octavia Spencer, Jillian Estell
Pressekritiken
2,8
User-Wertung
2,8

Costner und Binder kannten sich gut und hatten 2005 zusammen schon das Drama „An deiner Schulter“ realisiert. Der Hollywoodstar war nach dem Lesen des „Black Or White“-Drehbuchs, das Binder auf der Basis autobiografischer Erlebnisse selbst verfasst hatte, sofort begeistert. „Nachdem ich das Skript gelesen hatte, ließ mich die Geschichte nicht mehr los“, sagte Costner (via Far Out Magazine).

Danach ging der Darsteller bei jedem größeren Studio Klinken putzen – ohne Erfolg. „Als ich niemanden fand, der den Film machen wollte, ging ich zu meiner Frau und sagte: ‚Ich muss diese Geschichte erzählen. Wir dürfen die Story nicht entschärfen und müssen jedes Wort genau so stehen lassen.‘ Und exakt das haben wir getan.“ Und so entschloss er sich dazu, die Produktionskosten von rund 9 Millionen Dollar vollständig zu übernehmen.

"Ein warmherziger Film"

Was den Darsteller an "Black Or White" so faszinierte, war die kompromisslose Direktheit von Binders Story. Costner: „Es fühlte sich so an, als stünden darin Dinge, die viele Menschen gerne sagen würden, aber nicht wissen, wie sie es ausdrücken sollen.“

Gut möglich, dass Costner mit dieser Äußerung jene (starren) Rollenbilder und Stereotype gemeint hat, die das Denken – und Handeln – vieler Menschen beeinflusst. Vorurteile, etwa gegen Drogenabhängige oder People of Color, von denen auch seine Filmfigur Elliot nicht befreit ist. Für Costner sei der Film eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus in den USA. „‚Der Film spricht Dinge klar an, aber nie auf eine bösartige Weise. ‚Black Or White‘ ist eigentlich ein warmherziger Film. Ich hoffe, dass Menschen, die von der ständigen Rassismus-Debatte ermüdet sind, ihn sehen und ihm eine Chance geben.“

„Black Or White“ startete Anfang 2015 weltweit in den Kinos und kam bei vielen Kritikern nicht gerade gut weg. Aber zumindest finanziell lohnte sich Costners (persönlicher wie finanzieller) Einsatz: In den USA brachte der Film über 21 Millionen Dollar ein – mehr als das doppelte von Costners „Eigenanteil“.

Wenn ihr wissen wollt, welchen letztlich von Clint Eastwood realisierten Western Kevin Costner unbedingt machen wollte, dann lest auch den nachfolgenden Artikel:

"Ich habe ihm acht Jahre lang hinterhergejagt": Kevin Costner hätte Clint Eastwood fast einen der größten Western aller Zeiten weggeschnappt

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