Quentin Tarantino ist bekannt dafür, seine Sets äußerst detailreich auszustatten und mit filmhistorischen Anspielungen zu füllen. Das gilt auch und insbesondere für „The Hateful 8“, den der Kult-Regisseur im Jahr 2015 in die Kinos brachte. Bei dem Film handelt es sich um ein inmitten eines Schneesturms angesiedeltes Western-Kammerspiel, das vor allem von messerscharfen Dialogen, gegenseitigem Misstrauen und unaufhaltsam eskalierender Gewalt angetrieben wird.
Die schillernden Figuren werden von Stars wie Bruce Dern und Jennifer Jason Leigh, vor allem aber auch alten Tarantino-Bekannten wie Samuel L. Jackson („Pulp Fiction“), Tim Roth („Reservoir Dogs“) und Kurt Russell („Death Proof“) verkörpert. Letzterem unterlief dabei ein Missgeschick, das Schlagzeilen machte – und das ihm bis heute nachhängen dürfte...
In „The Hateful 8“ spielt Jennifer Jason Leigh die Gesetzlose Daisy Domergue, die der Kopfgeldjäger John Ruth (Russell) zum Galgen bringen will. Während ein Blizzard die Figuren in einer abgelegenen Hütte festsetzt, spitzt sich die Situation immer weiter zu. In einer zentralen Szene greift Daisy zur Gitarre und singt, während John Ruth zunehmend genervt reagiert. Laut Drehbuch sollte er das Instrument schließlich zerstören – allerdings mit einer Requisite.
Kurt Russell zerstörte beim "The Hateful 8"-ein unersetzbares Museumsstück
Hier begann das Missverständnis. Die Produktion hatte vom Martin Guitar Museum ein Originalinstrument aus den 1870er-Jahren erhalten, eines der ältesten noch spielbaren Martins der Welt. Es war ausschließlich für Nahaufnahmen gedacht – für den zerstörerischen Moment sollte ein identisches Prop verwendet werden. Diese Information erreichte Kurt Russell jedoch nicht. Im Interview mit Esquire (via Far Out Magazine) erinnerte er sich später:
„Als wir die Szene drehten, merkt man es sogar. Ich halte einen Moment inne und es passiert nichts. Dann mache ich weiter und schlage die Gitarre kaputt. Ich merke, dass sie [Leigh] nicht glücklich darüber ist, als ich sie packe und hinsetze. Es ist, als ob etwas nicht stimmt.“
Nach dem Cut fragte er sofort: „Bitte sag mir, dass das nicht die Gitarre ist, mit der du die ganze Zeit geübt hast.“ Leigh nickte. In diesem Moment wurde Russell klar, dass er ein Museumsstück zerstört hatte.
Russells Missgeschick hatte weitreichende Folgen
Für das Martin Guitar Museum war der Vorfall ein Schock. In einem Statement bezeichnete die Sammlung den Moment rückblickend als „sehr belastend“ – emotional wie historisch. Das Instrument war versichert, doch sein ideeller Wert war unersetzlich. Seitdem verleiht das Museum keine Instrumente mehr an Filmproduktionen.
Tarantino konnte der Szene im Nachhinein dennoch etwas abgewinnen: Jennifer Jason Leighs Reaktion sei unverfälscht und filmisch authentisch gewesen. Kurt Russell machte hingegen nie ein Geheimnis daraus, wie sehr ihn der Vorfall beschäftigte. Im Gespräch mit Esquire sagte er: „Ich fühlte mich schrecklich. Mir lag diese Gitarre wirklich am Herzen.“
Für den Hobbygitarristen war es keine gewöhnliche Requisite, sondern ein Stück Musikgeschichte, das er unwissentlich zerstört hatte. Der Fehler lag nicht bei ihm – aber das schlechte Gewissen blieb. Ironischerweise machte gerade dieser Unfall die Szene noch eindringlicher.
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