Einer der besten Rache-Thriller aller Zeiten: "Oldboy" kehrt nach über 20 Jahren ins Kino zurück!
Markus Trutt
Markus Trutt
-Redakteur
Filme, Serien, Videospiele. Markus brennt schon seit Kindertagen für so ziemlich alles, was über Bildschirme und Leinwände flimmert.

„Oldboy“ ist ein unbequemer Meilenstein des Rache-Kinos, den jeder Filmfan gesehen haben sollte. In wenigen Tagen gibt es die Möglichkeit, das Meisterwerk von „No Other Choice“-Regisseur Park Chan-Wooks erneut auf der großen Leinwand zu erleben.

Es gibt diese filmischen Meisterwerke, die einen derart mitnehmen, dass man sie trotz aller Qualitäten nie wieder oder zumindest nicht so schnell noch mal schauen will/kann. Darren Aronofskys niederschmetternder „Requiem For A Dream“ oder der herzzerreißende Anime „Die letzten Glühwürmchen“ sind derartige Filme. Aber auch Park Chan-Wooks an die Nieren gehender Rache-Thriller „Oldboy“ schlägt in diese Kerbe und macht damit virtuos deutlich, welche Kraft das Kino haben kann.

Die größte Wucht entfaltet so ein Ausnahmewerk natürlich auf der großen Leinwand – und genau dort landet es 23 Jahre nach seiner Premiere nun einmal mehr. Am 3. März 2026 läuft „Oldboy“ im Rahmen der „Best Of Cinema“-Reihe für einen Tag erneut in den Kinos, und das sogar restauriert in gestochen-scharfem 4K. Und egal, ob ihr den Film schon kennt oder (dringend!) mal nachholen müsst, die (Grenz-)Erfahrung lohnt sich!

Mehr als nur ein simpler Rache-Film: Die Story von "Oldboy"

Völlig unerwartet wird der Geschäftsmann Oh Dae-su (Choi Min-sik) eines Tages von Unbekannten entführt und in eine abgeschottete Wohnung gesperrt. Dort erfährt er bald über einen Fernseher, dass seine Frau ermordet und ihm die Tat in die Schuhe geschoben wurde. Während er verzweifelt (und vergeblich) nach einem Ausweg sucht, zerbricht sich Oh Dae-su den Kopf darüber, wer hinter all dem stecken könnte.

Doch auch nach ganzen 15 Jahren in Gefangenschaft ist er nicht wirklich schlauer – bis er dann plötzlich auf freien Fuß gesetzt wird. Bald hat er nur noch eins im Sinn: Rache an denjenigen, denen er seine Tortur zu verdanken hat. Und tatsächlich meldet sich schließlich sein Peiniger (Yoo Ji-tae) mit einem Ultimatum: Oh Dae-su hat fünf Tage Zeit, hinter das Motiv für seine Entführung zu kommen. Gelingt ihm das nicht, bringt der Verantwortliche die Sushi-Köchin Mi-do (Kang Hye-jung) um, zu der Oh Dae-su nach seiner Freilassung eine zunehmend innige Beziehung aufbaut.

Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem Oh Dae-su mit seiner eigenen Vergangenheit – und so schließlich mit der schockierenden Wahrheit – konfrontiert wird...

Zärtlichkeit und Grausamkeit gehen Hand in Hand

Wie in vielen seiner Werke schafft es „Lady Vengeance“- und „Die Frau im Nebel“-Macher Park Chan-Wook auch in seiner losen Manga-Adaption „Oldboy“ auf erstaunliche Weise zärtliche Momente mit tiefen Abgründen zu kontrastieren und zu einer schonungslosen Erzählung über Schuld, Moral und Erlösung zu vermengen. „Oldboy“ ist wunderschön und grausam gleichermaßen, wenn auf der einen Seite Oh Dae-su und Min-do ein tiefes Verständnis füreinander entwickeln und auf der anderen das sich nach und nach aufbauende Rache-Puzzle mit jedem Teil verstörender wird.

Menschlichkeit trifft auf Unmenschlichkeit. Und das ist auch deswegen so ungemein eindringlich, weil Park Chan-Wook diese Melange so stilsicher und atmosphärisch dicht in Szene setzt, sowohl bei den subtileren Zwischentönen als auch dann, wenn er so richtig auf den Putz haut – wie etwa in der legendären Korridor-Szene. Hier kämpft sich Oh Dae-su zu den melancholisch-treibenden Klängen von Komponist Jo Yeong-wook und mit einem Hammer bewaffnet gnadenlos durch einen Flur voller finsterer Gesellen, und das ganz ohne Schnitt! Das lässt sogar Marvel-Held Daredevil (Charlie Cox) mit seinen berühmten Hallway-Kampfszenen vor Neid erblassen.

Oldboy
Oldboy
Starttermin 2. September 2004 | 1 Std. 59 Min.
Von Park Chan-Wook
Mit Min-sik Choi, Ji-tae Yoo, Kang Hye-Jeong
Pressekritiken
4,4
User-Wertung
4,5
Filmstarts
5,0

Selbst in solch einer Szene erzählt Park Chan-Wook viel über seine gebeutelte Hauptfigur, nutzt die ausufernde Gewalt, um den tragischen Werdegang von Oh Dae-su, der seinem Rachefeldzug bald alles unterzuordnen scheint, eindringlich emotional auszustaffieren. Doch der größte Schlag in die Magengrube lauert im Showdown, wenn „Oldboy“ mit einem der vielleicht besten und zugleich fiesesten Twists der Filmgeschichte nicht nur dem Protagonisten, sondern auch dem Publikum endgültig den Teppich unter den Füßen wegzieht.

Die Best-Of-Cinema-Reihe – präsentiert von FILMSTARTS

Nach „Oldboy“ wird es bei der „Best Of Cinema“-Reihe von StudioCanal und weiteren Verleihern in nächster Zeit noch viele weitere Möglichkeiten geben, große Filmklassiker und Kultfilme (erneut) im Kino zu erleben. Und nicht nur das: Dank einer digitalen Restaurierung sind die Highlights teilweise zum ersten Mal in 4K-Auflösung zu sehen und in brillantem Ton zu hören.

Als offizieller Medienpartner wird euch FILMSTARTS auch über die kommenden Starts der Reihe auf dem Laufenden halten, die jeden ersten Dienstag im Monat ein wegweisendes Stück Kino zurück in die Lichtspielhäuser bringt. Weitere Informationen findet ihr auch auf der „Best Of Cinema“-Webseite. Und welche Filme euch als nächstes erwarten, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

Epischer Trailer kündigt den besten "John Wick"-Film von allen und jede Menge Meisterwerke an – die 2026 ihr Kino-Comeback feiern!

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