Michael Douglas hat nahezu alles erreicht, was man als Schauspieler nur erreichen kann: Er war einer der ganz großen Stars der 1980er- und 1990er-Jahre, hat für seine ikonische Darstellung des skrupellosen Börsenhais Gordon Gekko in „Wall Street“ einen Oscar gewonnen, und vor allem während seiner absoluten Hochzeit jagte ein Hit den anderen. Eine Auswahl: „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“, „Eine verhängnisvolle Affäre“, „Der Rosenkrieg“, „Basic Instinct“, „Falling Down“, „The Game“.
Doch wie wäre seine Karriere verlaufen, wenn er in jenem Film mitgespielt hätte, der als größter Flop aller Zeiten gar im Guinness-Buch der Rekorde gelandet ist? Fast hätten wir es erfahren, denn tatsächlich sollte Douglas an der Seite von Geena Davis im Seeräuber-Abenteuer „Die Piratenbraut“ (1995) mitspielen. Doch zog der heute 81-Jährige rechtzeitig die Reißleine.
Douglas hätte die Rolle des William Shaw übernehmen können – einem gewitzten Dieb, der zum widerwilligen Verbündeten der Piratenkapitänin Morgan Adams (Davis) wird und ihr bei der Suche nach einem legendären Schatz hilft. Der Sohn von Hollywood-Legende Kirk Douglas war damals einer der größten Stars der Traumfabrik, und so bestand er darauf, mindestens genauso viel Leinwandzeit zu bekommen wie Geena Davis (damals übrigens die Ehefrau von „Die Piratenbraut“-Regisseur Renny Harlin). Als sich jedoch abzeichnete, dass er nicht im Mittelpunkt stehen würde, stieg er kurzerhand aus dem Projekt aus.
In einem Interview mit der New York Times erklärte er später: „Ich fühlte mich mit der Rolle einfach nicht wohl. Die Kombination aus dem, was auf dem Papier stand, und der Unsicherheit darüber, wohin sich das Ganze entwickeln würde – ich hatte einfach ein ungutes Gefühl und wollte raus.“
Auch ein namentlich nicht genannter Studio-Verantwortlicher äußerte sich zu der Situation: „Wir haben Geld ausgegeben wie verrückt, und das Drehbuch wurde ständig umgeschrieben. Es entwickelte sich immer mehr zu Renny Harlins Film für Geena. Als Michael merkte, was da passierte, wurde er verständlicherweise unzufrieden. Aber ich mache ihm keinen Vorwurf – das war eine unmögliche Situation.“
Nachdem Douglas das sinkende Schiff verlassen hatte, wurden Stars wie Liam Neeson oder Tom Cruise angefragt – doch auch sie zeigten dem Projekt die kalte Schulter. Schließlich übernahm der spätere „Stranger Things“-Darsteller Matthew Modine den Part. Der Versuch, ihn zum Actionhelden aufzubauen, ging gründlich schief – während die Karriere von Geena Davis, durch Filme wie „Die Fliege“ und „Thelma & Louise“ ein großer Name, einen empfindlichen Dämpfer bekam.
Das ist schade, aber angesichts der Zahlen auch nicht verwunderlich – denn „Die Piratenbraut“ schrieb Kinogeschichte als Flop von geradezu beispiellosen Dimensionen: Einem für damalige Verhältnisse gigantischen Budget zwischen 92 und 115 Millionen US-Dollar standen weltweite Einnahmen von rund 10 Millionen gegenüber. Die zuständige Produktionsfirma Carolco Puctures musste in der Folge dicht machen, und auch Regisseur Harlin bekam in Hollywood keinen Fuß mehr auf den Boden. Das ganze Ausmaß des Desasters haben wir in einem anderen Artikel bereits für euch zusammengefasst.
Douglas hatte am Ende also nichts zu bereuen – er ist sicherlich bis heute froh, zum richtigen Zeitpunkt den Absprung geschafft zu haben. Was er dagegen sehr wohl bedauert: den erfolgreichsten Film des Jahres 2013 abgelehnt zu haben. Um welchen milliardenschweren Blockbuster es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Hätte mir mehr Geld eingebracht als jeder andere Film": Michael Douglas bereut bis heute, dass er diesen Milliarden-Hit abgelehnt hat*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.