Bei diesem Meisterwerk führte der "Avatar"-Schöpfer kostenlos Regie – und erfüllte sich damit einen absoluten Lebenstraum!
Melina Albandopulos
Melina Albandopulos
-Freie Autorin
Mit Disney begann ihre Liebe zu Filmen. Auf der nicht kürzer werdenden To-Watch-List befindet sich aber alles – von Musical bis Western.

James Cameron lag ein Projekt so sehr am Herzen, dass er ein Risiko einging: Um die Produktionskosten zu decken, führte er kostenlos Regie. Er verzichtete auf sein Honorar und anfängliche Bruttoeinnahmen – und es hat sich gelohnt!

Heute Nacht wurden zum 98. Mal die Oscars verliehen. Der bedeutendste Filmpreis überhaupt! Eine gute Gelegenheit, eine kleine Zeitreise zu unternehmen und an einen Blockbuster zurückzudenken, der Oscar-Geschichte geschrieben hat. Mit elf Oscar-Auszeichnungen gehört „Titanic“ (1997) neben „Ben Hur“ (1959) und „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ (2003) noch immer zu den absoluten Spitzenreitern in der fast 100-jährigen Geschichte der Academy Awards. Von Kritikern gelobt und das Publikum zu Tränen gerührt – „Titanic“ aus der Feder von James Cameron ist nach wie vor ein Meisterwerk!

Doch diesen Erfolg konnte vor der Erscheinung noch keiner erahnen, denn die Produktion war schwierig: Vor allem die immense Überschreitung des Budgets war eine Hürde. Regisseur James Cameron ging akribisch vor, wollte alles so authentisch wie möglich – und dafür scheute er keine Kosten. Das führte dazu, dass die Produktionskosten laut Far Out Magazine bis zum Abschluss der Dreharbeiten auf rund 200 Millionen Dollar anwuchsen – fast das Doppelte der ursprünglichen Planung. Bei Paramount und 20th Century Fox hatte man bald Angst vor einem gigantischen Verlustgeschäft.

Titanic
Titanic
Starttermin 18. Dezember 1997 | 3 Std. 14 Min.
Von James Cameron
Mit Leonardo DiCaprio, Kate Winslet, Billy Zane
User-Wertung
4,3
Filmstarts
4,5
Auf Disney+ streamen

Und so nahm James Cameron einen Teil der Kosten selbst in die Hand! Kurzerhand verzichtete er auf sein Regiehonorar von acht Millionen Dollar sowie auf den Anspruch auf die ersten Bruttoeinnahmen. Würde der Film ein Kassenschlager werden, sollte ihm eine Rückzahlung gewährt werden.

James Camerons Herzenswunsch

Damit ging der „Titanic“-Regisseur ein hohes Risiko ein. Doch er lieferte zugleich auch den Beweis, dass es ihm bei dem Spielfilm über das wohl berühmteste Schiffsunglück der Gechichte um weitaus mehr als nur um die Gage ging. „Titanic“ war für ihn ein absoluter Herzenswunsch! Schon als Kind war er fasziniert vom Wrack des Luxusliners. Für den Film tauchte er sogar selbst mehrere Male zur gesunkenen Titanic und erfüllte sich damit einen Traum.

Am Ende zahlte sich das Wagnis für ihn (und das Studio) bekanntermaßen vollends aus. „Titanic“ knackte als erster Film überhaupt die magische Milliarden-Dollar-Grenze an den Kinokassen und schnellte auf den ersten Platz der erfolgreichsten Filme aller Zeiten, wo er sich zwölf Jahre lang behaupten konnte (bis sich Cameron mit „Avatar“ schließlich selbst entthronte). Übrigens verdiente der Regisseur mit 100 Millionen Dollar weitaus mehr, als er ursprünglich riskiert hatte.

Die Titanic faszinierte den "Avatar"-Macher auch nach dem Film

Die Faszination für die RMS Titanic ließ den Regisseur auch nach dem Film nicht los. „Überall gibt es diese kleinen Geheimnisse [um die Titanic]“, sagte er im Interview mit Spiegel. Im Jahr 2003 erschien der Dokumentarfilm „Die Geister der Titanic“, der sich um die Tauchgänge von Cameron und dem 2017 verstorbenen Bill Paxton (in „Titanic“ war er als Brock Lovett in der Rahmenhandlung zu sehen) zum Wrack dreht.

Zudem kam „Titanic“ im Jahr 2012 – 100 Jahre nach dem wahren Unglück – nochmals in 3D auf die große Leinwand. Wahrlich, James Cameron hat mit der von „Romeo und Julia“ inspirierten Liebesgeschichte auf der Titanic einen zeitlosen Klassiker geschaffen. Nicht umsonst kann er drei der elf „Titanic“-Oscars sein Eigen nennen („Bester Film", „Beste Regie", „Bester Schnitt").

Wie Leonardo DiCaprio, als er in der Rolle des Jack Dawson an der Reling des Luxusdampfers steht und über den in der Sonne glitzernden Ozean blickt, jubelte auch James Cameron bei der Oscar-Verleihung 1998: „Ich bin der König der Welt!“

James Cameron ist übrigens nicht der einzige Regisseur, der für sein Herzensprojekt auch mal in die eigene Tasche greift. Für welchen Film Kevin Costner Millionen ausgab, erfahrt ihr in diesem Artikel:

"Ich muss diese Geschichte erzählen": Für diesen Film gab Kevin Costner ein Millionenvermögen aus

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