Zwei ungleiche Helden geraten in eine ihr Können weit übersteigende Notsituation, kabbeln sich ordentlich und retten den Tag: Humorvolle Mixturen aus Buddy- und Action-Thrillern gibt es wie Sand am Meer – rund um die Jahrtausendwende kamen sie aber besonders häufig mit stattlichem Budget versehen ins Kino. Es war unvermeidlich, dass bei solch hohem Output einige Bruchlandung erleiden:
Unter anderem lieferte Hitproduzent Jerry Bruckheimer mit dem Chris Rock und Anthony Hopkins zusammenführenden Actionthriller „Bad Company“ einen Flop ab, und auch der parodistisch angehauchte Actioner „Showtime“ mit Eddie Murphy und Robert De Niro riss dem Studio ein Loch in die Finanzunterlagen. Und ein besonders großer Buddy-Action-Thriller-Misserfolg war „Der Chill Faktor“ von 1999.
Darin treffen „Jerry Maguire“-Oscar-Gewinner Cuba Gooding Jr. und „Scream“-Star Skeet Ulrich aufeinander und spielen zwei ahnungslose Normalsterbliche, die sich gezwungen sehen, eine Gruppe von Verbrechern davon abzuhalten, eine tödliche Chemiewaffe an sich zu reißen. Über das geschätzte Budget des Films herrscht Uneinigkeit, Fakt ist aber, dass er trotz Blockbusterkosten weltweit weniger als zwölf Millionen Dollar eingenommen hat. Laut der US-Kinokette AMC machte „Der Chill Faktor“ damit ein Minus von 64 Millionen Dollar, was inflationsbereinigt einem Verlust von über 120 Millionen Dollar gleicht. Ihr seid dennoch (oder jetzt erst recht) neugierig? Dann dürft ihr euch glücklich schätzen!
Denn am 22. Mai 2026 feiert „Der Chill Faktor“ sein 4K-Debüt im deutschen Heimkino – somit lässt sich bald schärfer denn je begutachten, ob der Buddy-Action-Thriller seinen Platz in der Liste der kommerziellen Kinoschande verdient hat oder nicht!
Darum geht es in "Der Chill Faktor"
Das Südsee-Atoll Horn Island wird schlagartig vom unbescholtenen Paradies zur Hölle auf Erden: Beim Test eines neuartigen chemischen Kampfstoffes namens „Elvis“ kommen 18 Soldaten auf schmerzhafte Weise ums Leben. Nur zwei Menschen überleben das ungeahnt drastische Experiment: Dr. Richard Long (David Paymer), der Erfinder der todbringenden Substanz, und der für den Waffentest verantwortliche Offizier Major Brynner (Peter Firth).
Zehn Jahre später: Long wird vom nach Rache sinnenden Brynner schwer verletzt und vertraut sein Geheimnis dem unbescholtenen Tagelöhner Tim Mason (Skeet Ulrich) an. Er soll den restlichen „Elvis“-Vorrat quer durch das sommerlich-hitzige Montana ins sichere Fort Magruder befördern, bevor fiesere Leute ihn an sich reißen – und dabei darf die hochgefährliche Substanz niemals eine Temperatur von 50 Grad Fahrenheit übersteigen! Also tut sich Tim mit dem Speiseeislieferanten Arlo (Cuba Gooding Jr.) zusammen. Der weiß doch, wie man seine Fracht schön kühl hält, oder?!
Ein Action-Thriller-Eisbecher: Einmal quer durch die Genretheke
„Speed“, aber mit einer einzuhaltenden Temperatur anstelle einer klar abgesteckten Geschwindigkeit, zahlreiche Parallelen zur (mittlerweile weitestgehend in Vergessenheit geratenen) 90er-Jahre-Actionkomödie „Fled – Flucht nach Plan“ mit Laurence Fishburne & Stephen Baldwin und der überdeutlich im Raum stehende Verdacht, dass da jemand ein „The Rock“ auf Sparflamme köcheln wollte: Das zahlende Publikum drehte dem „Chill Faktor“ die kalte Schulter zu, die Filmpresse klagte über ein stereotypisches Drehbuch und zahllose Klischees.
In Kombination mit dem miesen Einspielergebnis erwies sich „Der Chill Faktor“ als Karrierekiller: Für Hugh Johnson war dies die erste und einzige Regiearbeit. Zuvor und danach agierte er jedoch bei Projekten wie „Die Akte Jane“ und „Riddick: Chroniken eines Kriegers“ als Kameramann, darüber hinaus war er für die Second Unit bei folgendem, bildgewaltigen Historienepos zuständig:
130 Millionen Dollar Budget: Gewaltiges 3-Stunden-Epos von "Gladiator"-Macher Ridley Scott feiert Heimkino-Comeback in 4K*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.