Abertausende Filme sind jederzeit im Streaming verfügbar, doch ständig fluktuiert das Portfolio der Anbieter: Titel stoßen neu dazu, andere verschwinden spurlos. Noch dazu muss man sich mit unübersichtlichen Menüs und bockigen Vorschlags-Algorithmen herumschlagen.
Damit ihr keine Zeit damit verschwendet, durch Menüs und Untermenüs zu scrollen, greifen wir von FILMSTARTS euch unter die Arme: Jede Woche empfehlen wir euch drei Filme, die im Abo von Amazon Prime Video verfügbar sind, und die ihr auf keinen Fall verpassen solltet. Dieses Mal legen wir den Schwerpunkt auf starke Komödien aus den Swinging Sixties. Denn wir alle können mehr Lacher vertragen!
"Die Mörder GmbH" (1969)
Europa, zirka 1900: Die ehrgeizige Journalistin Sonya Winter (Diana Rigg) durchschaut, dass eine Organisation codierte Zeitungskleinanzeigen nutzt, um (vermeintlich ethische) Auftragsmorde feilzubieten. Um mehr zu erfahren, nimmt sie Kontakt zum Vorsitzenden der Mörder GmbH auf, Iwan Dragomiloff (Oliver Reed). Der mag es, wie forsch Sonya ihn konfrontiert, und stellt daher seine Firma auf die Probe: Er willigt ein, sich mit seinen Gesellschaftern bis aufs Blut zu duellieren. An diesem Wettkampf erfreut sich ganz besonders Lord Bostwick (Telly Savalas), der Vizevorsitzende der GmbH...
In den deutschen Kinos läuft derzeit die schwarze Thrillerkomödie „How To Make A Killing“ mit Glen Powell, die sich lose am mörderischen Komödienspaß „Adel verpflichtet“ der britischen Filmschmiede Ealing Studios orientiert. Grund genug, sich diese Woche einen rabenschwarzen, britischen Komödienklassiker anzuschauen!
„Die Mörder GmbH“ von „Ein Mann jagt sich selbst“-Regisseur Basil Dearden punktet mit einer schillernden Besetzung, zu der neben „Gladiator“-Nebendarsteller Reed, Bond-Girl Rigg sowie den Bond-Schurken Savalas und Curd Jürgens auch „Topas“-Mime Philippe Noiret und „Avanti, Avanti“-Szenendieb Clive Revill zählen. Toll sind auch die ausgefallenen Kostüme und Kulissen, die den Look der Edwardischen Epoche neckisch überspitzen.
Die Geheimwaffe des Films ist aber die von trockener Selbstverständlichkeit durchgezogene, skurrile „Viel hilft viel!“-Logik, mit der Unfug wie eine Blutwurstbombe oder Pomp wie ein Degenduell an Bord eines Zeppelins präsentiert wird: „Die Mörder GmbH“ ist spritzig und trocken zugleich, quasi der Gin Tonic unter den schwarzen Komödien!
"Der Partyschreck" (1968)
Der gutherzige, tollpatschige Inder Hrundi V. Bakshi (Peter Sellers) bekommt eine Komparsenrolle in einem kostspieligen Hollywood-Abenteuerspektakel – und jagt versehentlich die sauteure Kulisse in die Luft. Darum will ihn der Studioboss auf die schwarze Liste setzen. Aufgrund eines Missverständnisses landet Bakshi aber auf der Gästeliste einer extravaganten Party! Nichtsahnend geht Bakshi dorthin und landet daher in einer hochmodernen Villa mit verwirrenden Tech-Gadgets und berühmten Charakterköpfen. Ein Umfeld mit enormer Fallhöhe also, in dem Bakshi von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen geschubst wird...
Nicht bloß im sich kontinuierlich zuspitzenden Trubel, den der titelgebende Partyschreck durchstehen muss, spielt ein Elefant eine unübersehbare Rolle. Auch, wer diesen Komödienklassiker bespricht, kommt kaum um den Elefanten im Raum herum: Dass der britische „Der rosarote Panther“-Hauptdarsteller Sellers unter brauner Schminke einen Inder mimt, lässt einen bitteren Beigeschmack erahnen.
Um aber dem Gewissen der Filmfans, die sich 2026 erstmals auf diese umjubelte, wundervoll-chaotische und hochkreative Hit-Komödie einlassen, Erleichterung anzubieten: In Indien genießt „Der Partyschreck“ wohligen Kultstatus. So zitierte die frühere Premierministerin Indira Gandhi liebend gern den Film, und zahlreiche Schauspielstars Indiens nennen ihn eine große Inspiration, darunter Amitabh Bachchan sowie Satyajit Ray. Man muss „Der Partyschreck“ nicht auf die leichte Schulter nehmen, kann es aber sehr wohl! Zumal „Frühstück bei Tiffany“-Regisseur Blake Edwards nicht die Herkunft seiner Hauptfigur ins Visier nimmt, sondern mit absurd unterwandertem Prunk und charmant konterkariertem Tohuwabohu unterhalten will:
Die Brillanz von „Der Partyschreck“ beruht unter anderem darauf, dass Edwards und sein Cast ein zirka 60 Seiten langes Drehbuch gewissenhaft als Improvisationssprungbrett nutzten. Unter Regie des Wortwitz, kleine Peinlichkeiten, Slapstickchaos sowie pointierte Situationskomik beherrschenden Filmemachers und befeuert durch Sellers' einzigartiges Humorverständnis ist so ein leichtfüßiges Gag-Feuerwerk entstanden!
Dabei kann man sich genauso über Bakshis Missgeschicke schieflachen wie darüber, wie wieselflink und entwaffnend-sympathisch er sich aus der Affäre zieht. Hinzu kommen die pompösen Eigenheiten der Partylocation, die zahlreichen Running Gags (etwa alles rund um den von Steve Franken gespielten, ständig Alkohol saufenden Kellner) und der zwischen lässig und beschwingt wechselnde Score von Henry Mancini – wie kann man da kein seliges Grinsen im Gesicht haben?
"Eine total, total verrückte Welt" (1963)
15 Jahre lang saß Smiler (Jimmy Durante) im Gefängnis. Nun ist er wieder auf freiem Fuß – und braust im Affenzahn über eine bergige, kurvige Straße, bis es ihn einen Abhang hinunterzieht. Mehrere Leute eilen ihm zur Hilfe, doch der Ganove liegt im Sterben. Er kann den neugierigen Hilfsbereiten bloß noch verraten, dass er seine 350.000 Dollar schwere Beute im Park von Santa Rosita versteckt hat. Kaum nimmt Smiler seinen letzten Atemzug, entbrennt ein waghalsiges Rennen. Denn alle wollen die Kohle!
Regisseur Stanley Kramer machte sich mit wirklichkeitsnahen, sozialkritischen Dramen einen Namen, sehnte sich nach dem Holocaust-Justizdrama „Urteil von Nürnberg“ jedoch nach einem tonalen Tapetenwechsel. Daraufhin ist „Eine total, total verrückte Welt“ entstanden, eine megalomanische Exzesskomödie, in der mit Ansage gewaltig geklotzt wird.
Kramer versammelt darin einen riesigen Cast, zu dem humorvolle Stars wie Spencer Tracy („Vater der Braut“), Buddy Hackett („Ein toller Käfer“), Mickey Rooney, „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“-Mimin Ethel Merman, „Columbo“-Hauptdarsteller Peter Falk und Stummfilm-Komödiengenie Buster Keaton gehören. Er lässt gegensätzliche, sture Figuren aufeinanderprallen, scheinheilig Allianzen bilden und auf urkomisch-listige Weise wieder mit ihnen brechen. Und er türmt irre Slapstick-Trubelsequenzen aufeinander, als gäbe es kein Morgen:
„Eine total, total verrückte Welt“ ist eine laute, schräge, exorbitante Parade aus wilden Auto- und Flugzeugstunts, Schlägen, Tritten, Bränden, Stolperfallen, Missverständnissen und genüsslichen Peinlichkeiten – hiernach braucht man erst einmal eine kräftige Pause, um weiter lachen zu können!
Und wenn ihr euch davon erholt habt, wie sehr „Eine total, total verrückte Welt“ eure Lachmuskeln überstrapaziert: Schaut doch auch unseren folgenden, ungeheuerlich lustigen Streaming-Tipp!
Streaming-Tipp: Ein durchgedrehtes Meisterwerk, bei dem ihr euch kringelig lachen werdet – Filmfans müssen diesen Klassiker gesehen haben!FILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.
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