Heute im TV: Hochglanz-Thriller mit Sean Connery und einem Marvel-Star – basierend auf einem Skandal-Bestseller!
Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.

Ihr habt Lust auf einen starbesetzten Wirtschaftskrimi mit jeder Menge Wendungen und der Möglichkeit zum Mitraten? Dann könnt ihr am späteren Abend einen spannenden Film im TV schauen, der all dies bietet: „Die Wiege der Sonne“ aus dem Jahre 1993:

Die Wiege der Sonne“ basiert auf einem Roman von „Jurassic Park“- und „Westworld“-Autor Michael Crichton, der sich nicht nur hervorragend verkaufte, sondern speziell in Japan für großes Aufsehen sorgte. In den Hauptrollen erwarten euch James-Bond-Legende Sean Connery und Actionheld Wesley Snipes aus unter anderem den Marvel-Comic-Adaptionen „Blade 1-3“.

„Die Wiege der Sonne“ läuft am heutigen 17. April 2026 um 22.50 Uhr auf Nitro. Eine zeitnahe Wiederholung ist nicht vorgesehen. Wer aber bereit ist, ein paar Euro zu investieren, kann jederzeit auf Blu-ray, DVD oder Video-on-Demand ausweichen:

Sean Connery & Wesley Snipes

Als Michael Crichtons Thriller „Nippon Connection“ (Originaltitel „Rising Sun“) 1992 in Japan veröffentlicht wurde, sorgte der Roman dort für einen Skandal. Ohne hier zu viel über den Inhalt zu verraten, der zwar vereinfacht und verändert, letztlich aber doch in vielen Punkten recht originalgetreu im Film wiedergegeben wird, wurde dem Autor Rassismus vorgeworfen. Er würde die Art, wie in Japan Geschäfte gemacht werden, als rücksichtslos, hinterhältig bis kriminell darstellen. Damit würde er versuchen, die japanische Kultur, ihre Gesellschaft und ihre Menschen in Misskredit zu bringen. Vielerorts wurde zum Boykott des Buches aufgerufen – was den Absatz des Bandes nur noch steigerte.

Crichton selbst antwortete darauf, dass er seinen Roman nicht als Diffamierung oder gar als Angriff auf Japan und seine Kultur gedacht hätte. Vielmehr verstand er sein Buch als eine Art Weckruf für die US-Industrie, die damals im Begriff war, ihre Wirtschaft und damit die Lebensgrundlage so gut wie aller Amerikaner für einen schnellen Dollar ans Ausland zu verkaufen.

Wie dem auch sei: Der daraus resultierende Film ist nach Ansicht des Verfassers dieser Zeilen zwar nicht gerade ein Meisterwerk, aber durchaus sehenswert. Manche technischen Details der Geschichte sind hoffnungslos überholt (zum Beispiel werden – damals eine brandneue Erfindung, heute kaum noch bekannt! – Laserdiscs verwendet, um Überwachungsvideos aufzuzeichnen) und auch einige der oben angedeuteten Story-Elemente mögen etwas fragwürdig sein. Dennoch ist das Ganze nahezu durchgehend schwer unterhaltsam.

Die Wiege der Sonne
Die Wiege der Sonne
Starttermin 11. November 1993 | 2 Std. 05 Min.
Von Philip Kaufman
Mit Sean Connery, Wesley Snipes, Harvey Keitel
User-Wertung
3,4

Das Zusammenspiel des eleganten Veteranen Sean Connery und des damals noch recht jungen, nach „Weiße Jungs bringen’s nicht“ und „Passagier 57“ aber gerade schwer angesagten Snipes macht richtig Spaß – auch weil die von ihnen gespielten Rollen ihren damaligen Status in Hollywood clever auf der Metaebene widerspiegelten. Wie das Duo sich durch ein Labyrinth von Täuschungen und Verschwörungen schlängelt, ist von Regisseur Philip Kaufman („Der Stoff, aus dem die Helden sind“) vielleicht nicht sehr tiefgründig, dafür aber spannend und mit gutem Timing umgesetzt.

An der Seite von Connery und Snipes erwarten euch noch einige weitere bekannte Mim*innen. Unter anderem mischen Harvey Keitel („Reservoir Dogs“), Cary-Hiroyuki Tagawa („Der letzte Kaiser“), Tia Carrere („Wayne’s World“), Kevin Anderson („Der Feind in meinem Bett“), „Twin Peaks“-Veteran Ray Wise, Steve Buscemi („Fargo“), Clyde Kusatsu („Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert“) und Oscargewinner Mako aus „Kanonenboot am Yangtse-Kiang“ kräftig mit.

Darum geht es in "Die Wiege der Sonne"

Während der Feier eines milliardenschweren Businessdeals der US-Dependance eines japanischen Unternehmens wird die Leiche eines Callgirls (gespielt vom deutschen Supermodel Tatjana Patitz) gefunden. Kurz vor ihrem Tod hatte die Frau scheinbar noch Sex. Die Polizei von Los Angeles beauftragt Lieutenant Webster Smith (Wesley Snipes) mit der Aufklärung des brisanten Falls. Dafür wird ihm der Ex-Kollege John Connor (Sean Connery) zugeteilt, der mehrere Jahre in Tokio gelebt hat und sich deshalb mit den Gepflogenheiten der Japaner auskennt.

Als sie am Tatort eintreffen, ist für Webster schnell klar, dass das Opfer bei erotischen Würgespielen ihr Leben verloren haben muss. Connor hält ihn jedoch davon ab, voreilige Schlüsse zu ziehen. Er ist sich nämlich sicher, dass es sich stattdessen um einen vorsätzlichen Mord handelt, dessen Durchführung und Motiv das Duo erst noch ergründen müsse. Kurz darauf wird ihnen eine Laserdisc mit einem Video der Tat zugespielt, das sich allerdings als manipuliert erweist. Wie die zwei bald herausfinden, gehört die Firma, in deren Konferenzraum die Tat passierte, einem der einflussreichsten Verbrecherkartelle Japans…

Seid ihr Fans von Sean Connery? Dann kennt ihr vielleicht den Film, von dem der Star selbst nicht glaubte, dass ihn überhaupt irgendjemand gesehen hätte:

"Ich kenne niemanden, der ihn gesehen hat": Dieser Film hat laut 007-Legende Sean Connery viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen

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