Einer der besten Filme aller Zeiten: Er gewann 2 Oscars, startete die Karriere einer Hollywood-Ikone und wurde 19 Jahre später fortgesetzt
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor 55 Jahren kam ein Coming-of-Age-Meisterwerk in die Kinos, das sowohl bei der Kritik als auch am Box Office punkten konnte. Heute steht es auf Platz 84 der besten Filme aller Zeiten laut Rotten Tomatoes. Hier erfahrt ihr, um welchen Film es geht.

Jede große Film- und Serienseite hat ihre eigenen Bestenlisten – so auch Rotten Tomatoes. Anhand der Prozentwerte, die sich aus dem Anteil positiver Rezensionen ergeben, hat die Plattform ein Ranking mit den 300 besten Filmen aller Zeiten erstellt. Darunter befinden sich nicht nur automatisch all jene Filme, die einen makellosen Score von 100 Prozent erreicht haben – entscheidend ist auch die Anzahl der ausgewerteten Kritiken sowie die Frage, wie konstant ein Film über längere Zeit hinweg positiv bewertet wurde.

Auf die ersten drei Plätze haben es mit „Der Pate“, „Die sieben Samurai“ und „Casablanca“ drei kanonisierte Klassiker geschafft, die in nahezu jeder Bestenliste auftauchen. In diesem Artikel soll es allerdings um ein anderes Meisterwerk gehen: Die letzte Vorstellung“ aus dem Jahr 1971.

Die letzte Vorstellung
Die letzte Vorstellung
Starttermin 25. Mai 1973 | 1 Std. 58 Min.
Von Peter Bogdanovich
Mit Timothy Bottoms, Jeff Bridges, Cybill Shepherd
Pressekritiken
5,0
User-Wertung
3,2
Filmstarts
5,0

Der Film verdankt seine Existenz nur einem Zufall. Gegenüber AMCI erklärte Regisseur Peter Bogdanovich („Paper Moon“) seinen Impuls, „Die letzte Vorstellung“ zu drehen, mit folgenden Worten (via Parade.com): „Als ich mal am Flughafen oder in einem Buchladen war, sah ich auf einem dieser Displays eine Reihe von Taschenbüchern. Eines davon trug den Titel ‚The Last Picture Show‘. Ich nahm es zur Seite, sah es mir an und dachte: ‚Das könnte ein guter Film werden.‘“

Bogdanovich wusste zunächst also noch nicht einmal, worum es in dem semi-autobiografischen Roman von Larry McMurtry (der gemeinsam mit Bogdanovich auch das Drehbuch schrieb) überhaupt ging. Und doch sollte er mit seinem Verdacht Recht behalten: „Die letzte Vorstellung“ ist so gut, dass er nun auf Platz 84 des Rotten-Tomatoes-Rankings steht.

Das ist "Die letzte Vorstellung"

Im Mittelpunkt steht eine Gruppe von High-School-Absolvent*innen in einer texanischen Kleinstadt Anfang der 1950er-Jahre, die ihren Platz im Leben sucht. Anders als im Coming-of-Age-Genre üblich, warten allerdings vor allem Ernüchterung und Desillusionierung auf die Jugendlichen. Passend dazu verändert sich auch ihr Umfeld: Das lokale Kino soll schließen, vertraute Strukturen verschwinden nach und nach.

Ein freudloser Film ist der in bestechendem Schwarz-Weiß gedrehte New-Hollywood-Klassiker aber trotzdem nicht: Bogdanovich begegnet seinen in eine unsichere Zukunft blickenden Protagonist*innen mit großer Zärtlichkeit, und wie der Filmemacher die Jugenderinnerungen von Autor McMurtry mit seiner eigenen cinephilen Prägung kurzschließt, ist schlichweg kongenial.

Mit dem Film nahm die Karriere eines späteren Oscar-Siegers ihren Anfang

Verdientermaßen war „Die letzte Vorstellung“ ein großer Erfolg: So spülte er 29 Millionen US-Dollar in die weltweiten Kinokassen – gemessen an seinem auch für damalige Verhältnisse bescheidenen Budget von 1,3 Millionen ein Triumph.

Auf Rotten Tomatoes hat er zurzeit einen Score von 98 Prozent, basierend auf 115 Rezensionen. Zum fast ausnahmslos positiven Echo der Fachpresse kamen acht Oscar-Nominierungen (darunter Bester Film), wobei er sich gleich in beiden Nebenrollen-Kategorien gegen seine Konkurrenz behaupten konnte: Ben Johnson wurde zum Besten Nebendarsteller gekürt, Cloris Leachman als Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

In ebendiesen beiden Kategorien nominiert waren übrigens auch Ellen Burstyn („Requiem For A Dream“) und Jeff Bridges. Der spätere „The Big Lebowski“-Kultstar, „Tron“-Darsteller und Oscar-Gewinner („Crazy Heart“) spielte in „Die letzte Vorstellung“ seine erste größere Rolle und wurde im Anschluss schnell zum gefragten Charakterdarsteller in Hollywood.

Bogdanovich kehrte übrigens 19 Jahre später zu dem Stoff zurück: Mit „Texasville“ brachte er im Jahr 1990 eine Fortsetzung ins Kino, in der Stars wie Jeff Bridges, Cloris Leachman oder Cybill Shepherd in ihre alten Rollen schlüpften. Auch das Sequel basierte auf einem Roman von Larry McMurtry, konnte aber weder kritisch noch kommerziell an „Die letzte Vorstellung“ anknüpfen.

Übrigens sind beide Filme derzeit bei keinem deutschen Streamingdienst erhältlich (und die DVD gibt es nur noch gebraucht). Ganz im Gegensatz zu diesen zehn Highlights, die ihr momentan auf Netflix schauen könnt:

4,48 von 5 Sternen! Das ist der zurzeit beste Film auf Netflix – laut Filmfans auf der ganzen Welt

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