„Somewhere over the Rainbow, way up high. There’s a land that I’ve heard of once in a lullaby.“ Ein jeder weiß, um welchen Film es sich handelt, wenn diese Songtext erklingt. Es ist die fantastische, bunte und magische Welt des Zauberers von Oz, in die ein Wirbelsturm die junge Dorothy trägt. „Der Zauberer von Oz“ kam im Jahr 1939 in die Kinos und ist heute ein unbestrittener Klassiker, einer der meistgesehenen Filme der Kinogeschichte und Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Doch bevor es dazu kam, sorgte die Produktion des Fantasy-Films für einen Millionenverlust und etliche Kontroversen.
„Der Zauberer von Oz“ basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Lyman Frank Baum und wurde bereits in den 1920er-Jahren mehrmals verfilmt. Keine Version war allerdings so aufwändig wie die von 1939. Mit Kosten von etwa 2,8 Millionen Dollar (entspricht heute rund 63 Millionen Dollar) sprengte die Produktion sogar den Rahmen von Metro-Goldwyn-Mayer, die unter den Hollywood-Studios dieser Zeit die teuersten Filme drehten.
Das Einspielergebnis ließ dann allerdings zu wünschen übrig. „Der Zauberer von Oz“ spielte nur etwa 3 Millionen Dollar ein – und war damit von einem Kassenschlager weit entfernt! Bedenkt man die hohen Produktionskosten, ergibt sich ein Verlust von rund 1,1 Millionen Dollar.
Gleich drei Regisseure waren an "Der Zauberer von Oz" beteiligt
Zu den hohen Kosten trug auch der rege Wechsel der Regisseure bei: Zuerst übernahm Richard Thorpe, der auch bei späteren Klassikern wie „Die Ritter der Tafelrunde“ (1953) Regie führte. Aber nach nur einer Woche wurde er durch Victor Fleming ersetzt, was die Kosten empfindlich in die Höhe trieb und „Der Zauberer von Oz“ zur teuersten MGM-Produktion seit dem 20er-Jahre-Monumentalfilm „Ben Hur“ war (nicht zu verwechseln mit „Ben Hur“ von 1959).
Fleming übernahm damit einen Großteil der Regie. Kurz vor Abschluss der Dreharbeiten wechselte er jedoch zu einem anderen Projekt: „Vom Winde verweht“ (1939) – der ebenfalls von MGM co-produziert wurde, Fleming zum Regie-Oscar verhalf und heute als Meilenstein gilt.
Die Dreharbeiten zu „Der Zauberer von Oz“ beendete letztendlich Flemings Freund und Kollege King Vidor, dessen Karriere beinahe sieben Jahrzehnte umfasste. Bekannt ist er für Filme wie „Die große Parade“ (1925), „Ein Mensch der Masse“ (1928) oder für die epische Literatur-Adaption „Krieg und Frieden“ (1956). Für sein Lebenswerk verdiente sich Vidor im Jahr 1979 sogar einen Ehrenoscar. Vidor war es auch, der in „Der Zauberer von Oz“ die Szene drehte, in der Judy Garland den berühmten Filmsong singt.
Auch die Besetzung war problematisch
Als wären die Regie-Änderungen nicht aufwändig genug gewesen, gab es auch noch Probleme bei der Besetzung. Ursprünglich wollte MGM für die Hauptrolle der Dorothy Shirley Temple, die mit Filmen wie „Heidi“ (1937) oder „Die kleine Prinzessin“ (1939) zu einem der größten Kinderstars wurde. Sie stand allerdings beim Konkurrenten 20th Century Fox unter Vertrag. Auch Deanne Durbin („Die ewige Eva“) war im Gespräch. Dass die Rolle letztlich an Judy Garland ging, war eher eine Behelfslösung. Da sie schon sehr erwachsen aussah, musste sie eine strenge Diät inklusive Zigaretten und Diätpillen einhalten.
Überhaupt wurde ziemlich mit der Gesundheit der Darsteller*innen gespielt: Margaret Hamilton als böse Hexe des Westens trug giftiges Kupfer-Makeup und erlitt bei einem Stunt Verbrennungen, das Kostüm, in das Ray Bolger als Vogelscheuche gesteckt wurde, bestand zum Teil aus gesundheitsschädlichem Asbest, und Buddy Ebsen, der eigentlich als Zinnmann geplante war, erlitt eine allergische Reaktion auf sein Aluminium-Makeup und musste die Rolle an Jack Haley abgeben.
Erst nach und nach kam der Erfolg
Nicht verwunderlich, dass die ganzen Vorfälle die Kosten in die Höhe trieben und es zu einem Millionenverlust kam. Nichtsdestotrotz ist „Der Zauberer von Oz“ heute ein ganz großer Klassiker. Denkt man an die goldenen Jahre Hollywoods, ist er sicher einer der ersten Filme, die einem in den Kopf kommen. Dabei waren es erst die etlichen Wiederveröffentlichungen, die dem Fantasy-Klassiker den Erfolg einbrachten, den er heute genießt.
Und die Faszination für die Welt von Oz besteht fort: Man muss nur einmal an die Disney-Verfilmung „Die fantastische Welt von Oz“ mit James Franco als Zauberer von Oz in der Hauptrolle denken oder natürlich an die beiden „Wicked“-Musicals, die den Fokus auf die Vorgeschichte rund um die Böse Hexe des Westens (Cynthia Erivo) und die gute Glinda (Ariana Grande) legen.
Die meisten an „Der Zauberer von Oz“ beteiligten Personen sind leider längst nicht mehr am Leben. Wenn ihr aber wissen wollt, wer die älteste Hollywood-Schauspielerin der Welt ist, dann lest direkt im nachfolgenden Artikel weiter:
101 Jahre, 1 Oscar, 2 Sterne auf dem Hollywood Walk Of Fame: Sie ist die älteste Kino-Ikone der Welt und begeisterte noch vor 8 Jahren auf der Oscar-BühneFILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover, um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.
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