„Magnolia“, „There Will Be Blood“, „Licorice Pizza“ und zuletzt „One Battle After Another“: Nur wenige Regisseure liefern so konstant qualitativ hochwertige Filme wie Paul Thomas Anderson. Seine Werke lassen uns immer wieder Figuren begleiten, die sich in besonderen Lebensumständen befinden. Wir schauen ihnen dabei zu, wie sie Probleme lösen oder in selbige hineingeraten – so auch in „One Battle After Another“, für den Anderson Anfang 2026 gleich drei Oscars (Beste Regie, Bestes Drehbuch, Bester Film) gewinnen konnte.
Doch diesen Weg hat Regisseur Anderson bereits mit seinem Debüt „Last Exit Reno“, auch bekannt unter seinem Originaltitel „Hard Eight“, eingeschlagen. In der heutigen Wahrnehmung geht der Film häufig unter, und steht im Schatten von „Boogie Nights“, den Paul Thomas Anderson nur ein Jahr später folgen ließ. Wenn ihr diese Lücke allerdings schließen und einen guten Film nachholen wollt, habt ihr jetzt (und noch bis zum 30. September 2026) kostenlos in der Arte-Mediathek die Möglichkeit dazu.
Darum geht es in „Last Exit Reno“
Im Mittelpunkt der Geschichte steht John Finnegan (John C. Reilly), der in Las Vegas alles verloren hat, wo er Geld für die Beerdigung seiner Mutter erspielen wollte. Vor einem Diner gestrandet, trifft er auf Sydney (Philip Baker Hall), der ihm seine Hilfe anbietet. Widerwillig nimmt er an und fährt zusammen mit seinem Helfer ins Casino. Dort bringt ihm Sydney bei, wie er beim Glücksspiel ein besonderes System nutzen kann, um an Geld zu kommen.
In den kommenden Jahren weicht John dankbar nicht mehr von Sydneys Seite. Als sie eines Tages in der Casino-Stadt Reno auf die Kellnerin Clementine (Gwyneth Paltrow) treffen, wird ihre Freundschaft allerdings auf eine harte Probe gestellt...
„Last Exit Reno“ ist kein spannender Thriller und auch kein Gangster-Epos, wie wir sie zahlreich aus der zweiten Hälfte der 90er-Jahre kennen. Vielmehr tauchen wir hier für kurze Zeit in das Leben zweier Spieler ein und sehen dabei zu, wie sie sich ihren Weg durchs Leben schlagen. Dabei brilliert Philip Baker Hall als Sydney und zieht jegliche Aufmerksamkeit auf sich. Wenn er auf dem Bildschirm auftaucht, fällt es schwer, nicht komplett hypnotisiert an seinen Lippen zu hängen. „Last Exit Reno“ wirkt geradezu auf ihn zugeschnitten.
Als Kontrast steht ihm John C. Reilly zur Seite, dessen Charakter John Finnegan seinem Retter und Vorbild Sydney etwas unbeholfen hinterher irrt. Für John wird Sydney zur Vaterfigur. Reilly, der im späteren Verlauf seiner Karriere vor allem in Komödien auftauchen sollte, in dieser ernsten Rolle zu sehen, ist zuerst ungewohnt. Jedoch schafft er es, dass wir seinen Charakter, der zwischen Sympathie und Unverständnis umher stolpert, ins Herz schließen.
„Last Exit Reno“ lebt von seinen Charakteren und den Schauspielleistungen. John C. Reilly und Philip Baker Hall machen selbst eine Unterhaltung über Streichhölzer interessant – so beweist Paul Thomas Anderson schon mit seinem ersten Film seine ganze Klasse. Und falls ihr von PTA nicht genug bekommt, werft einen Blick auf dieses Schmuckstück für eure Sammlung:
Meisterwerk vom "One Battle After Another"-Macher feiert Heimkino-Comeback – Mark Wahlberg ersetzte einst Leonardo DiCaprio als Hauptdarsteller!FILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.