Wissenschaftlich bewiesen: Dieser Schauspieler war "das Zentrum des Film-Universums" – nur fünf Schritte trennen ihn von fast allen anderen Stars!
Sebastian Groß
Sebastian Groß
-Freier Autor
Manchmal fühlt er sich alt, weil er damals „The Big Lebowski“ oder „Matrix“ zum Kinostart gesehen hat. Andererseits konnte er damals „The Big Lebowski“ und „Matrix“ zum Kinostart sehen. Zum Glück behält er das für sich, außer jemand fragt ihn. Jetzt fragt ihn halt endlich.

Ein Mathematiker analysierte Millionen Verbindungen zwischen Schauspieler*innen – und fand heraus, welcher Star im Zentrum des gesamten Film-Universums steht. Das Ergebnis erfahrt ihr bei uns!

Wer ist eigentlich der „zentralste“ Star der Filmgeschichte? Also jene*r Darsteller*in, der*die mit den meisten Kolleg*innen verbunden ist und von dem aus sich beinahe das komplette Kino-Universum erschließen lässt? Was zunächst wie eine absurde Nerd-Diskussion klingt (weil es das auch ist), wurde tatsächlich wissenschaftlich untersucht – mit erstaunlich eindeutigem Ergebnis.

Ein Mathematikstudent der Cardiff University wollte es 2020 ganz genau wissen und analysierte dafür Millionen von Verbindungen zwischen Schauspielerinnen auf IMDb. Heraus kam nicht nur eine faszinierende Statistik über die globale Filmbranche, sondern auch die Antwort auf eine Frage, die Cineast*innen seit Jahrzehnten beschäftigt: Wer steht wirklich im Mittelpunkt des Filmkosmos?

So wurde das Zentrum des "Film-Universum" untersucht

Für seine Studie mit dem Titel „Who is the Centre of the Movie Universe?“ wertete Rhyd Lewis von der Cardiff University School of Mathematics gigantische Mengen an IMDb-Daten aus. Mithilfe von Python und dem Netzwerk-Analyse-Programm NetworkX baute er ein riesiges soziales Netzwerk auf, das sämtliche Schauspieler*innen miteinander verband, die jemals gemeinsam in einem Film oder einer Serie aufgetreten sind.

Das Prinzip dahinter ist simpel: Zwei Darsteller*innen gelten als verbunden, wenn sie zusammen in einer Produktion mitgewirkt haben. Dadurch entsteht ein gewaltiges Netz aus direkten und indirekten Beziehungen. Lewis wollte anschließend herausfinden, welche Personen innerhalb dieses Systems die stärkste Vernetzung besitzen.

Dafür analysierte er drei entscheidende Kategorien. Die sogenannte „Degree Centrality“ misst die Anzahl unterschiedlicher Co-Stars. „Betweenness Centrality“ untersucht wiederum, welche Schauspieler*innen besonders häufig als Verbindung zwischen anderen fungieren. Die dritte Kategorie, „Closeness Centrality“, zeigt schließlich, wie viele Zwischenschritte nötig sind, um von einer Person praktisch jede andere im Netzwerk zu erreichen.

Vor allem im ersten Bereich dominierten indische Leinwandgrößen. Schauspieler Nassar arbeitete im Laufe seiner Karriere mit beeindruckenden 2.937 verschiedenen Kolleginnen zusammen und setzte sich damit deutlich an die Spitze. Doch in den beiden wichtigeren Kategorien tauchte ein Name auf, den praktisch jeder Filmfan kennt.

Eine echte Leinwand-Legende ist das Zentrum des Film-Universums

Laut Lewis’ Analyse ist niemand geringer als Christopher Lee das eigentliche Zentrum des weltweiten Film-Universums. Durchschnittlich sind lediglich 2,88 Verbindungen nötig, um von Lee zu irgendeinem anderen Schauspieler auf IMDb zu gelangen. Anders formuliert: Kaum jemand war so eng mit der internationalen Filmgeschichte vernetzt wie er.

Die Zahlen dahinter wirken fast surreal. Innerhalb von nur vier „Hops“ – also vier Verbindungsschritten – lassen sich bereits 86 Prozent aller Schauspieler*innen mit Lee verbinden. Nach spätestens fünf Schritten erreicht man sogar 99 Prozent der gesamten IMDb-Datenbank.

Dass ausgerechnet Christopher Lee diesen Rekord hält, überrascht bei genauerem Hinsehen allerdings kaum. Der Brite war über Jahrzehnte hinweg in nahezu allen Bereichen des Unterhaltungskinos präsent. Weltweit berühmt wurde er zunächst durch seine ikonischen Horrorrollen für Hammer Film Productions, insbesondere als „Dracula“ (1958). Mit seiner markanten Stimme, der imposanten Erscheinung und seiner aristokratischen Ausstrahlung wurde Lee schnell zu einer der prägendsten Figuren des Genrekinos.

Später erreichte er noch einmal ein völlig neues Publikum. In den beliebten„Der Herr der Ringe“-Filme spielte er den verräterischen Zauberer Saruman (und zerstritt sich später mit Regisseur Peter Jackson), während ihn die „Star Wars"-Prequels als Count Dooku endgültig zur generationsübergreifenden Popkultur-Legende machten. Dazu kamen Auftritte in „James Bond 007 – Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974), Tim Burtons „Sleepy Hollow“ (1999) und jede Menge andere Kinofilme. Diese alle aufzuzählen, würde eindeutig den Rahmen sprengen.

Seine außergewöhnliche Karriere begann bereits Ende der 1940er-Jahre und dauerte bis zu seinem Tod im Jahr 2015 an. In dieser Zeit arbeitete Christopher Lee mit unzähligen Stars, Regisseur*innen und Produktionsfirmen auf der ganzen Welt zusammen – vom klassischen Horrorfilm über Fantasy-Blockbuster bis hin zu Arthouse-Produktionen. Genau diese enorme Spannweite machte ihn letztlich zum perfekten Knotenpunkt der Filmgeschichte.

Hätten wir also die Frage geklärt, welcher Star das Zentrum des Film-Universums ist. Das war ja einfach. Welcher Darsteller wissenschaftlich betrachtet der am meisten gehasste ist, erfahrt ihr übrigens auch bei uns. Genauer gesagt in diesem FILMSTARTS-Artikel.

Wissenschaftlich bewiesen: Das ist der meistgehasste Schauspieler aller Zeiten!

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