Auf 140 Millionen Dollar verklagt: Einem der größten Sci-Fi-Kulthits der 1999er wurde vorgeworfen, eine Kopie zu sein
Sebastian Groß
Sebastian Groß
-Freier Autor
Manchmal fühlt er sich alt, weil er damals „The Big Lebowski“ oder „Matrix“ zum Kinostart gesehen hat. Andererseits konnte er damals „The Big Lebowski“ und „Matrix“ zum Kinostart sehen. Zum Glück behält er das für sich, außer jemand fragt ihn. Jetzt fragt ihn halt endlich.

Ein Lehrer war überzeugt, dass ein legendärer Science-Fiction-Hit seine Idee gestohlen hatte. Er zog vor Gericht, forderte 140 Millionen Dollar Schadenersatz – und brachte damit ein späteres Kult-Franchise in Bedrängnis.

Als „Stargate“ 1994 in die Kinos kam, ahnte kaum jemand, dass daraus eines der langlebigsten Science-Fiction-Franchises der vergangenen Jahrzehnte entstehen würde. Der Film der späteren „Independence Day“-Macher Roland Emmerich und Dean Devlin verband antike Mythologie mit futuristischen Ideen und schickte Kurt Russell („Death Proof“) als Colonel Jack O’Neil durch ein geheimnisvolles Sternentor auf einen fremden Planeten.

Stargate
Stargate
Starttermin 9. März 1995 | 1 Std. 59 Min.
Von Roland Emmerich
Mit Kurt Russell, James Spader, Viveca Lindfors
Pressekritiken
2,5
User-Wertung
3,5
Filmstarts
1,0
Im Stream

Doch der Weg durch das Sternentor verlief nicht reibungslos. Damit meinen wir nicht die letzte „Stargate“-Schlappe, als eine geplante neue Serienadaption während der Entwicklung eingestellt wurde. Hier geht es um einen Rechtsstreit, der bereits kurz nach dem Kinostart für Schlagzeilen sorgte und sogar vor Gericht landete.

Ein Lehrer war überzeugt: Die Idee zu "Stargate" wurde ihm gestohlen

Während „Stargate“ weltweit Zuschauer*innen begeisterte (wohl auch wegen seines Schurken), sah Omar Zuhdi darin etwas ganz anderes. Der Lehrer aus Oklahoma war überzeugt, dass zentrale Elemente des Films auf einem Drehbuch basierten, das er bereits Jahre zuvor geschrieben hatte. Sein Skript trug den Titel „Egyptscape“ und war nach eigenen Angaben Mitte der 1980er-Jahre verschiedenen Studios angeboten worden.

Laut Zuhdi hatte auch 20th Century Fox das Projekt im Jahr 1984 geprüft und letztlich abgelehnt. Zehn Jahre später erschien dann „Stargate“ – ein Film, dessen Handlung aus seiner Sicht auffallend viele Gemeinsamkeiten mit seinem eigenen Stoff aufwies. Deshalb reichte er Klage ein und warf den Verantwortlichen vor, seine Ideen ohne Genehmigung verwendet zu haben.

Der Fall entwickelte sich zu einem ernsthaften Rechtsstreit. Ein Richter kam damals zu dem Schluss, dass genügend Anhaltspunkte vorlägen, um die Angelegenheit vor einer Jury verhandeln zu lassen. Für Zuhdi war diese Entscheidung wenig überraschend. Gegenüber der Zeitung The Oklahoman erklärte er, die Beweislage sei seiner Ansicht nach so eindeutig, dass er kein anderes Urteil erwartet habe.

Entsprechend hoch fiel auch seine Forderung aus. Zuhdi verlangte 140 Millionen US-Dollar Schadenersatz – eine Summe, die dem damaligen Nettogewinn des Films entsprechen sollte. Zu einem öffentlichen Gerichtsprozess kam es letztlich jedoch nie. Die beteiligten Parteien einigten sich außergerichtlich. Wie hoch die Zahlung tatsächlich ausfiel, wurde nicht bekannt. Berichten zufolge erhielt Zuhdi jedoch lediglich einen Bruchteil der ursprünglich geforderten Summe.

Vom Überraschungshit zum Science-Fiction-Imperium

Unabhängig von der Kontroverse entwickelte sich „Stargate“ zu einem großen Erfolg. Der Kinofilm spielte weltweit knapp 200 Millionen US-Dollar ein und gehörte damit zu den erfolgreichsten Science-Fiction-Produktionen seiner Zeit. Für Kurt Russell wurde der Film zu einem weiteren wichtigen Meilenstein seiner Laufbahn, in der sich Klassiker finden wie „Die Klapperschlange“ (1981) oder „Das Ding aus einer anderen Welt" (1982). Wie er seine Karriere begann erfahrt ihr übrigens hier.

Noch größer war allerdings der Einfluss, den „Stargate“ über die Kinoleinwand hinaus entfalten sollte. Mit Serien wie „Stargate SG-1“ (diese könnt ihr aktuell bei RTL+ streamen*), „Stargate Atlantis“ und „Stargate Universe“ entstand ein weit verzweigtes Franchise, das über viele Jahre hinweg eine treue Fangemeinde aufbaute. Hinzu kamen Romane, Comics, Videospiele und zahlreiche weitere Veröffentlichungen, die das Universum kontinuierlich erweiterten.

Wer sich für weitere spannende Details rund um den Science-Fiction-Klassiker interessiert, sollte auch einen Blick auf diesen kuriosen Fehler werfen, dem wir diesen FILMSTARTS-Artikel gewidmet haben:

Dieses Detail hätten die "Stargate"-Macher lieber vor euch versteckt: Um es zu entdecken, müsst ihr genau auf Kurt Russells Sonnenbrille achten!

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