Nach den gigantischen Erfolgen von „Der weiße Hai“ (1975) und „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977) schien Steven Spielberg unfehlbar. Beide Filme hatten weltweit Hunderte Millionen US-Dollar eingespielt und den Regisseur innerhalb kürzester Zeit zu einem der wichtigsten Namen Hollywoods gemacht. Umso überraschender war die Entscheidung, als Spielberg das Angebot ablehnte, „Der weiße Hai 2“ (1978) zu inszenieren (mehr dazu erfahrt ihr hier).
Spielberg ging nach zwei Top-Hits nicht auf Nummer sicher
Stattdessen widmete er sich „1941 – Wo bitte geht’s nach Hollywood“ (1979), einer chaotischen Komödie über die Massenhysterie in Kalifornien nach dem Angriff auf Pearl Harbor. Am Drehbuch arbeiteten unter anderem Robert Zemeckis und Bob Gale mit, die später mit „Zurück in die Zukunft“ (1985) selbst zu prägenden Figuren des Mainstream-Kinos wurden. Spielberg wiederum war später als Produzent an dem Zeitreise-Klassiker beteiligt.
Mit dieser geballten kreativen Energie und einem für damalige Verhältnisse hohen Budget von rund 35 Millionen US-Dollar hätte das Projekt eigentlich der nächste große Hit für Spielberg werden müssen. Eigentlich. Zwar spielte „1941 – Wo bitte geht’s nach Hollywood“ weltweit über 90 Millionen US-Dollar ein und war damit weit davon entfernt, völlig unterzugehen.
Gemessen an den enormen Erwartungen, den hohen Produktionskosten und den beiden Vorgängererfilmen wurde der Film jedoch als deutliche Enttäuschung wahrgenommen. Die Kritiken fielen gemischt aus, das Publikum reagierte deutlich zurückhaltender als bei Spielbergs vorherigen Werken und erstmals bekam der Regisseur zu spüren, dass sein Name allein keine Erfolgsgarantie war.
Ein gescheitertes Musical – Jahrzehnte vor "West Side Story"!
Besonders faszinierend ist heute die Erkenntnis, dass „1941 – Wo bitte geht’s nach Hollywood“ ursprünglich sogar noch deutlich ungewöhnlicher werden sollte. Spielberg stellte sich den Film zeitweise als klassisches Hollywood-Musical vor. Gemeinsam mit seinem Komponisten John Williams dachte er über mehrere große Gesangs- und Tanznummern nach. Spielberg schien damals endlich erkannt zu haben, dass Williams ein Musikgenie war. Ein Erkenntnis, die ihm bei „Der Weiße Hai“ noch fehlte:
"Ich dachte, er macht einen Scherz": Vor 50 Jahren begriff Steven Spielberg nicht, dass er gerade eine der größten Filmmusiken aller Zeiten hörtDoch der junge Regisseur traute sich damals nicht, ein Musical zu inszenieren. „Ich hatte damals nicht den Mut“, gab der Regie-Maestro in einem Interview selbst zu (via FarOut Magazine). Erst über 40 Jahre später erfüllte er sich diesen Wunsch mit seiner Adaption von „West Side Story“ (2021), von der Quentin Tarantino ein großer, großer Fan ist. Umso spannender wirkt „1941“ heute als eine Art Blick in eine alternative Karriere, in der Spielberg vielleicht schon Ende der 1970er-Jahre den Weg zum Musical eingeschlagen hätte.
Ganz verschwunden sind die Musical-Anleihen dennoch nicht. Die aufwendig choreografierte Tanzszene zu „Swing, Swing, Swing“ gehört bis heute zu den beeindruckendsten Sequenzen des Films und zeigt bereits jene Begeisterung für Musik, Rhythmus und Bewegung, die Spielberg Jahrzehnte später in „West Side Story“ voll ausleben sollte.
Ja, „1941 – Wo bitte geht’s nach Hollywood“ war wirtschaftlich ein Desaster – zumindest gemessen an den Erwartungen, die Hollywood nach zwei der größten Kinohits des Jahrzehnts an Spielberg stellte. Filmhistorisch bleibt der Klamauk aber ungemein interessant. Nicht zuletzt wegen seiner Besetzung.
So spielen neben Comedy-Ikonen John Belushi („Blues Brothers“) sowie John Candy („Allein mit Onkel Buck“) auch zahlreiche weitere bekannte Gesichter mit – darunter „Dracula“-Star Christopher Lee. Und der ist bekanntlich das Zentrum des Film-Universums. Glaubt ihr nicht? Dann solltet ihr unbedingt weiterlesen. Dieser FILMSTARTS-Artikel liefert euch den Beweis.
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