1974 startete die Spanierin Pilar Bardem einen Versuch, ihre Karriere als Schauspielerin mit ihrer Rolle als dreifacher Mutter unter einen Hut zu bringen. Eines Morgens nahm sie so ihren Sohn Javier Ángel mit zu den Dreharbeiten ihrer neuen Serie „El pícaro“ – nicht ahnend, dass sie damit für den allerersten Auftritt eines zukünftigen Leinwand-Stars und Oscar-Preisträgers sorgen würde.
Ihr wisst es natürlich schon längst: Bei dem kleinen Javier Ángel handelt es sich um niemand Geringeren als Javier Bardem, der heute zu den etabliertesten Namen der internationalen Filmlandschaft zählt. Sein Kurzauftritt im Alter von sechs Jahren erfolgte allerdings eher spontan, nachdem der ursprünglich für die Szene vorgesehene Kinderdarsteller nicht am Set erschienen war – und er verlief alles andere als reibungslos. Denn statt zu lachen, wie es das Drehbuch vorsah, brach Javier in Tränen aus! Bardem selbst hat in mehreren Interviews von dieser Anekdote erzählt.
„Ich sollte lachen, aber ich habe geweint“, so der heute 57-Jährige gegenüber WIRED (via Sensacine.com). „Daraufhin sagte der Regisseur: ‚Okay, er ist eben ein dramatischer Schauspieler.‘“
Javier Bardem feierte zusammen mit seiner späteren Ehefrau den großen Durchbruch
Damit sollte Fernando Fernán Gómez, der für die im 17. Jahrhundert angesiedelte Komödien-Serie verantwortlich zeichnete, bis zu einem gewissen Grad Recht behalten: Natürlich hat Bardem in seiner mittlerweile 36 Jahre umfassenden Kino-Karriere auch in Komödien mitgespielt, doch sein hauptsächliches Betätigungsfeld bleibt das Charakterfach.
Nach weiteren Gehversuchen im Fernsehen spielte Bardem in „Lulu – Die Geschichte einer Frau“ (1990) seine erste Filmrolle, seinen Durchbruch feierte er schließlich zwei Jahre später in der erotischen Tragikomödie „Jamón, Jamón“, die ebenfalls Bigas Luna inszenierte. Durch denselben Film wurde übrigens auch Penélope Cruz bekannt, mit der Bardem seit 2010 verheiratet ist!
Weitere bekannte Filme, die Bardem in Spanien drehte, sind Álex de la Iglesias Gangster-Groteske „Perdita Durango“ sowie die beiden Pedro-Almodóvar-Filme „High Heels“ und „Live Flesh“. Im Jahr 2000 spielte er dann erstmals in einer US-Produktion mit: In Julian Schnabels biografischem Drama „Bevor es Nacht wird“ verkörperte Bardem den kubanischen Schriftsteller Reinaldo Arenas und wurde dafür direkt mit seiner ersten Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller belohnt.
Bis er die begehrte Goldstatue schließlich in den Händen halten durfte, sollte es noch acht Jahre dauern: Für seine unvergessliche Darstellung des Auftragskillers Anton Chigurh im Coen-Brüder-Thriller „No Country For Old Men“ setzte er sich als Bester Nebendarsteller unter anderem gegen Casey Affleck und Philip Seymour Hoffman durch. Weitere Nominierungen gab es in den Jahren darauf für das Drama „Biutiful“ sowie das Biopic „Being The Ricardos“.
Darüber hinaus verschlug es Bardem auch immer wieder ins Blockbuster-Segment: So war er beispielsweise als Bösewicht in „James Bond 007 – Skyfall“, in „Pirates Of The Caribbean: Salazars Rache“, beiden „Dune“-Filmen, dem Live-Action-Remake des Disney-Klassikers „Arielle, die Meerjungfrau“ sowie zuletzt „F1“ zu sehen. Erst kürzlich wiederum trat er in der Serie „Kap der Angst“ in die Fußstapfen von Robert Mitchum und Robert De Niro, die den Psychopathen Max Cady in den bisherigen zwei Kino-Adaptionen des Stoffes verkörperten.
Um den Debütauftritt einer weiteren Leinwand-Größe dreht sich der nachfolgende Artikel:
Vor 55 Jahren war er Statist in einem vierfach Oscar-nominierten Film – heute ist er der beste Schauspieler der Welt!Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer spanischen Schwesternseite Sensacine.com erschienen.
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