Das hätte damals wohl niemand geahnt: Im Jahr 1971 wurden für John Schlesingers vierfach oscarnominiertes Drama „Sunday Bloody Sunday“ nicht nur Größen wie Peter Finch und Glenda Jackson besetzt, sondern auch ein um die 14 Jahre alter Jungschauspieler, aus dem einmal etwas ganz Großes werden sollte. Damals übernahm er eine winzige Statistenrolle als „randalierendes Kind“, doch heute gilt er als einer der vielleicht „weltbeste Schauspieler“ (so der Titel einer ARTE-Dokumentation) – der sogar einen Oscar-Rekord hält!
Die Rede ist natürlich von Daniel Day-Lewis, der sich 2017 zum wiederholten Male aus dem Rampenlicht zurückzog – nur, um erneut auf die Leinwand zurückzukehren: 2025 gab der heute 69-Jährige sein von Fans sehnlich erwartetes Leinwand-Comeback in dem von seinem Sohn Ronan Day-Lewis inszenierten Familiendrama „Anemone“, das ihr mittlerweile auch streamen könnt:
Daniel Day-Lewis ist ein echtes Phänomen: Kaum ein Schauspieler ist bei seiner Rollenwahl so wählerisch wie er – auch bedingt durch längere Pausen hat der Brite in den vergangenen 30 Jahren keine zehn Filme gedreht. Umso bemerkenswerter ist, dass er bei insgesamt sechs Oscar-Nominierungen drei Mal siegreich war – und das jedes Mal in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“, was außer ihm bislang niemandem gelungen ist!
Seine Trophäen konnte er für „Mein linker Fuß“ (1989), „There Will Be Blood“ (2007) und „Lincoln“ (2012) entgegennehmen. Weitere Nominierungen erhielt er für „Im Namen des Vaters“ (1993), „Gangs Of New York“ (2002) und „Der seidene Faden“ (2017).
Mit diesen Filmen hatte Daniel Day-Lewis seinen Durchbruch
Doch wie nahm diese Ausnahmekarriere eigentlich ihren Anfang? Nachdem er in „Sunday Bloody Sunday“ seine ersten Schritte gemacht hatte, entschied sich Day-Lewis dafür, sich zunächst dem Theater zuzuwenden und eine Schauspielausbildung zu absolvieren. Erst in den 1980er-Jahren trat er wieder vor die Kamera, zunächst mit kleineren Auftritten in zahlreichen Fernsehproduktionen sowie Richard Attenboroughs achtfach oscarprämiertem Historien-Epos „Gandhi“. Doch es dauerte nicht lange, bis sein außergewöhnliches Talent erkannt wurde – und seine Rollen größer wurden.
Mitte des Jahrzehnts nahm seine Karriere schließlich Fahrt auf – mit tragenden Rollen in der Literaturverfilmung „Zimmer mit Aussicht“ und der Theater-Adaption „Mein wunderbarer Waschsalon“. Schon damals fiel der als sogenannter Method-Actor bekannte Mime durch seine hundertprozentige Hingabe zu jeder von ihm gespielten Figur auf.
1989 bekam er dann den Part als gelähmter Künstler Christy Brown im Biopic „Mein linker Fuß“ – und der Rest ist Kino- sowie Oscar-Geschichte. Doch trotz dieses Erfolges hat Day-Lewis heute übrigens so seine Probleme mit dem Film. Warum das so ist, könnt ihr im folgenden Artikel nachlesen:
"Wäre heute nicht mehr möglich": Einer der besten Schauspieler unserer Zeit steht kritisch zu eigenem Film – trotz Oscar-Erfolg!Unsere Seite bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Füge FILMSTARTS bei Google als bevorzugte Quelle hinzu, um unsere Artikel dort häufiger angezeigt zu bekommen, wenn du nach einem bestimmten Thema suchst – so bleibst du immer auf dem Laufenden.
Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels. Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits bei unseren Kolleg*innen von JeuxVideo erschienen.