Vergiftet, stranguliert und beinahe enthauptet: Clint Eastwoods Co-Star ging am Set seines legendärsten Western durch die Hölle

„Zwei glorreiche Halunken“ gilt zu Recht als extrem einflussreicher Western. Dass die Dreharbeiten überhaupt übers Ziel gebracht wurden, grenzt jedoch an ein Wunder – denn ein Star des Films entkam am Set gleich mehrfach nur haarscharf dem Tod.

Sergio Leones legendäre Dollar-Trilogie bildet neben „Spiel mir das Lied vom Tod“ bis heute die absolute Speerspitze des Spaghetti-Westerns. Während sowohl der Erstling „Für eine Handvoll Dollar“ als auch „Für ein paar Dollar mehr“ als Meilensteine des Genres gelten, bleibt das epische Abschlusskapitel „Zwei glorreiche Halunken“ das unbestrittene Highlight der Reihe.

Gerade Clint Eastwoods wortkarger, namenloser Revolverheld hat sich hier in den Annalen der Filmgeschichte verewigt. Der heimliche Star des Films ist für viele aber Eli Wallach als tückischer Bandit Tuco, dessen loses Mundwerk einen herrlich humorvollen Kontrast zum stoischen Eastwood bietet. Dabei hatte der Schauspieler laut FandomWire am Set nicht viel zu lachen, denn bei den Dreharbeiten des Western-Epos hing sein Leben ganze dreimal am seidenen Faden.

Eli Wallach riskierte am Set mehrmals sein Leben

Das erste Beinahe-Unglück ereignete sich während des Drehs einer frühen Szene, in der Tuco in letzter Sekunde vor dem Galgen bewahrt wird. Darin zerschießt Eastwoods Figur aus der Ferne das Seil, woraufhin der Bandit auf das Pferd unter ihm fällt und davonreitet. Doch bei der Umsetzung der Szene wurde ein Faktor nicht beachtet:

Durch den simulierten Knall erschrak das Pferd nämlich so sehr, dass es panisch auf ein offenes Feld flüchtete – mit dem gefesselten Wallach im Schlepptau, dem durch den Strick um seinen Hals immer wieder die Luft wegblieb. Erst nachdem das Tier über einen Kilometer hinter sich gebracht hatte, konnte es eingefangen und der Schauspieler gerettet werden.

Ein weiteres Missgeschick spielte sich abseits der Kamera ab: Um bestimmte Requisiten künstlich zu altern, hantierte man am Set mit einer ätzenden Säure. Dabei ließ ein Crewmitglied fahrlässigerweise eine mit der Chemikalie gefüllte Trinkflasche genau neben der identisch aussehenden Limonade von Wallach stehen. Dieser griff ahnungslos zur falschen Flasche – und musste die Dreharbeiten trotz unmittelbarer Behandlung mit Wunden im Mund fortsetzen (was ihn übrigens nicht davon abhielt, einen der besten Sätze des Films komplett zu improvisieren).

Eine Szene kostete den Schauspieler fast seinen Kopf

In die brenzligste Situation geriet Wallach bei der legendären Zugsequenz in der Mitte des Films. Darin versucht seine Figur nach der Flucht aus dem Gefangenenlager, ihre Handschellen mithilfe eines vorbeirauschenden Zuges zu zertrennen. Bei der Planung blieb allerdings unbeachtet, dass die Waggons mit tief hängenden Metallstufen ausgestattet waren. Hätte der Schauspieler seinen Kopf im falschen Moment auch nur leicht angehoben, hätten diese ihn zweifellos enthauptet.

Angesichts des großen Erfolges, den „Zwei glorreiche Halunken“ nach sich zog und Wallach ewigen Kultstatus verlieh, werden all diese Unfälle für ihn letztlich zweitrangig gewesen sein. Denn auch danach folgten noch viele Auftritte in großen Hollywood-Produktionen, ob in der Hit-Romcom „Liebe braucht keine Ferien“ oder im Finale einer anderen legendären Trilogie mit „Der Pate III“. Auch mit Eastwood arbeitete er viele Jahre später noch einmal zusammen: So war er in einer Cameo-Rolle im Mystery-Thriller „Mystic River“ zu sehen, den Eastwood selbst inszenierte.

Übrigens: Während für Wallach alles gut ausging, hatte ein Unfall am Set des wohl unbeliebtesten „Mission: Impossible“-Teils ein ziemlich tragisches Nachspiel. Mehr dazu im folgenden Artikel:

Stuntman am Set von "Mission: Impossible" überfahren

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Louis Verheyen
Louis Verheyen
-Freier Autor
Genießt alle Facetten des Kinos und lässt sich von „Mulholland Drive“ ebenso gern verstören wie von „Call Me By Your Name“ verzaubern. Hofft immer noch wehmütig darauf, dass Richard Kelly mal wieder einen Film dreht.
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