War es einst Bruce Lee, der das Martial-Arts-Kino salonfähig machte, traten später Jackie Chan und Jet Li in seine Fußstapfen – und trugen maßgeblich dazu bei, dass die akrobatischen Kloppereien um die Jahrtausendwende auch im Westen größere Aufmerksamkeit gewannen. Und das nicht nur mit ihren in den USA produzierten Kassenschlagern wie „Rush Hour“ und „Romeo Must Die“.
Mit „Fist Of Legend“ erscheint am 28. August 2026 nun jener Martial-Arts-Klassiker mit Jet Li erstmals in 4K, dessen Einfluss in Hollywood bis heute spürbar ist. Das Set bestehend aus Blu-ray und 4K-Blu-ray, das erstmals in Deutschland auch die Langfassung enthält, ist damit nicht nur für Fans gepflegter Kloppereien ein absolutes Muss, sondern auch für Action-Acifionados im Allgemeinen. Auch, weil die bisherigen Veröffentlichungen praktisch restlos vergriffen und kaum noch zu bekommen sind (das trifft auch auf die kürzlich erschienenen, streng limitierten Mediabook-Editionen zu).
Verleiher Lighthouse Entertainment kündigt die im Ausland bereits erschienene, von Shout Factory restaurierte Fassung an – und dürfte damit wohl so ziemlich jedem Jet-Li-Fan ein absolutes Must-Have bescheren. Sowohl für die Bildqualität als auch für den Ton gab es bei Blu-ray.com so etwa die volle Punktzahl – für eine Referenzscheibe, die keine Wünsche offen lässt und dem Kung-Fu-Kult vollends gerecht wird.
"Fist Of Legend" war Vorbild für die Action in "Matrix"
Als Remake von „Todesgrüße aus Shanghai“ fügt der Film dem Bruce-Lee-Klassiker inhaltlich zwar nicht allzu viel Neues hinzu, gerade in Sachen Action fährt „Fist Of Legend“ aber völlig andere Geschütze auf. Und das ist nicht nur Hauptdarsteller Jet Li zu verdanken, der damit seinen Status als veritabler Nachfolger Lees untermauern konnte, sondern vor allem Regisseur Yuen Woo-Ping, der in den 70ern auch schon „Die Schlange im Schatten des Adlers“ und „Sie nannten ihn Knochenbrecher“ inszenierte und damit Jackie Chans Karriere so richtig ins Rollen brachte.
Yuen Woo-Ping machte sich schon damals einen Namen als Action-Könner, der traditionelle Kampfkunst als eleganten Tanz in Szene zu setzen wusste – und Actionsequenzen mit Hilfe von neuartigen Kameratechniken eine noch nie dagewesene Dynamik verleihen konnte. Darin liegt auch die größte Stärke von „Fist Of Legend“, und auch sein weitreichender Einfluss. Denn niemand Geringeres als die Wachowskis zeigten sich begeistert davon und wollten die Kämpfe in ihrem Sci-Fi-Actioner „Matrix“ stilistisch an „Fist Of Legend“ anlehnen …
… also heuerten sie Yuen Woo-Ping kurzerhand als Actionchoreograph an, bevor dieser schließlich auch Ang Lees „Tiger & Dragon“ seine Handschrift aufdrückte, für „Matrix Reloaded“ und „Matrix Revolutions“ zurückkehrte und auch an Quentin Tarantinos „Kill Bill“-Saga mitarbeitete.
Golden Harvest
Und tatsächlich: Wer die „Matrix“-Filme kennt, dürfte sich in zahlreichen „Fist Of Legend“-Momenten an den revolutionären Hollywood-Blockbuster erinnert fühlen – etwa an den ersten Schlagabtausch zwischen Neo (Keanu Reeves) und Morpheus (Laurence Fishburne), dessen Ursprung eindeutig in dem Hongkong-Kracher von 1994 liegt (siehe Bild oben).
Die Verbindung von „Matrix“ und „Fist Of Legend“ sollte ursprünglich übrigens sogar noch einen besonderen Höhepunkt erreichen, denn die Wachowskis schrieben die Rolle des Seraph zunächst für Jet Li – der dafür auch tatsächlich vor der Kamera stand. Warum der Part am Ende doch an Collin Chou ging, lest ihr im nachfolgenden Artikel.
Jet Li in den "Matrix"-Sequels? Darum verweigerte er trotz 9 Monaten (!!!) Arbeit sein Mitwirken*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.