Dieses Thriller-Meisterwerk ist einer der einflussreichsten Filmen aller Zeiten – doch trotz 7 Nominierungen ging es bei den Oscars völlig leer aus!
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Der Krimi „Frau ohne Gewissen“ war seiner Zeit weit voraus und feierte 1944 einen beachtlichen Erfolg, sollte aber erst in den darauffolgenden Jahrzehnten die berechtigte Anerkennung als Noir-Meisterwerk finden.

Wer an Billy Wilder denkt, wird sich vor allem an seine heiteren, galant zwischen Bissigkeit und Albernheit wankenden Komödien erinnern, wie „Das verflixte 7. Jahr“ (1955) und „Manche mögen’s heiß“ (1959). Dabei hat Wilders Werk auch Düstereres zu bieten: In „Boulevard der Dämmerung“ (1950) setzte er sich mit den Schattenseiten der Hollywood-Maschinerie auseinander, „Reporter des Satans“ (1951) beleuchtete kritisch den Sensationsjournalismus.

In dunklen Tönen war auch Billy Wilders Thriller „Frau ohne Gewissen“ gehalten, der 1944 zwar mit seinem kühnen Plot ein großes Publikum begeistern und die Kritik weitgehend überzeugen konnte, aber bei den Oscars 1945 trotz sieben Nominierungen völlig leer ausging. Erst Jahrzehnte später sollte sich „Frau ohne Gewissen“ zum geschätzten Klassiker entwickeln, der bis heute überdauert und als stilprägendes Beispiel für den Film noir gilt.

Undurchschaubar und magnetisch: Barbara Stanwyck als Phyllis in Paramount Pictures
Undurchschaubar und magnetisch: Barbara Stanwyck als Phyllis in "Frau ohne Gewissen"

Darum geht's in "Frau ohne Gewissen"

Walter Neff (Fred MacMurray) arbeitet als Versicherungsvertreter in Los Angeles und sucht eines Tages das Haus des wohlhabenden Mr. Dietrichson (Tom Powers), um über dessen Autoversicherung zu sprechen. Empfangen wird Neff aber von Dietrichsons junger attraktiver Ehefrau Phyllis (Barbara Stanwyck), der er sofort zu verfallen scheint.

Phyllis erkundigt sich nach dem Abschluss einer Unfallversicherung für ihren Ehemann – wohlgemerkt ohne dass dieser davon weiß. Obwohl Neff ahnt, dass Phyllis nichts Gutes im Schilde führt, kann er sich ihr kaum entziehen und lässt sich bald für einen perfiden Mordplan einspannen. Dabei hat er aber die Rechnung ohne seinen Versicherungskollegen Barton Keyes (Edward G. Robinson) gemacht, der ein untrügliches Gespür für Betrügereien aller Art hat…

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Wegweisendes Schattenspiel

Der Magnetismus von Barbara Stanwyck, ein klug konstruierter Thriller-Plot und eine elegante Inszenierung, die vor Explizitheit zurückschreckte und stattdessen mit Subtilität und Symbolismus spielte: „Frau ohne Gewissen“ ist ein Genuss für alle Thriller-Fans, die sich mehr für kühne Krimi-Taktik als für Blut interessieren. Die Vorlage hierfür lieferte der Krimi-Roman „Doppelte Abfindung“ (1935) von James M. Cain, der auf einem realen Mordfall basierte.

Zudem konnte Billy Wilder einen großen Krimi-Schriftsteller als Co-Autoren für sein Skript gewinnen: Raymond Chandler, Erfinder der wegweisenden Detektivfigur Philip Marlowe.

Erst Jahre nach dem Erscheinen von „Frau ohne Gewissen“ entstand die Genre-Bezeichnung Film noir – und Wilders Film sollte mit seinem interessanten Schattenspiel, der Femme Fatale-Figur und der langsam hindurchsickernden Ausweglosigkeit für den Protagonisten bald als Paradebeispiel für dieses geschätzte Genre angeführt werden.

Diverse Filmemacher, darunter Martin Scorsese und Joel Coen, schwärmten in den kommenden Jahrzehnten von „Frau ohne Gewissen“ als Noir-Meisterwerk, 1992 nahm ihn das amerikanische National Film Registry zudem in sein Verzeichnis für besonders erhaltenswerte Filme auf. Bis heute überdauert dieser Thriller unter Film-Fans: Auf der RottenTomatoes-Liste der 300 besten Filme aller Zeiten rangiert „Frau ohne Gewissen“ aktuell auf Platz 56.

Welches Meisterwerk ihr euch außerdem nicht entgehen lassen solltet, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

Einer der besten Filme aller Zeiten: Quentin Tarantino liebt ihn – und sein Regisseur wollte sogar einen Rekord aufstellen!

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Dobrila Kontic
Dobrila Kontic
-Freie Autorin
Zu Dobrilas Lieblingsfilmen gehört Düster-Melancholisches ("Donnie Darko") bis Dystopisches ("Children Of Men"), aber schwarzhumorigen Komödien und Satiren kann sie auch viel abgewinnen.
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