Mit „Carolina Caroline“ (Trailer siehe oben) liefert Regisseur Adam Rehmeier einen „Bonnie & Clyde“ für die neue Generation: Caroline Daniels (Samara Weaving) entflieht ihrem langweiligen Leben in einer Kleinstadt in West Texas und schließt sich dem charismatischen Betrüger Oliver (Kyle Gallner) an. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise durch den Süden der USA, die zunächst von Romantik und Trickdiebstählen geprägt ist. Mit der Zeit werden die Coups allerdings immer aufwändiger und Caroline entwickelt sich selbst zur berüchtigten Bankräuberin …
Black Metal Forever
Dokumentarfilme sind auf dem Fantasy Filmfest eine echte Seltenheit. Also wird es schon was heißen, wenn die Verantwortlichen doch mal einen ins offizielle Programm hieven: In „Hex“ verfolgt Regisseurin Maja Holand die Geschichte von drei jungen norwegischen Frauen, die innerhalb von drei Jahren Hexen und Musikerinnen werden wollen – und das, obwohl keine von ihnen ein Instrument spielen kann. Als Black-Metal-Band „Witch Club Satan“ entfesseln sie rohe weibliche Energie …
Frauenpower gibt es auch im französischen Body-Horror-Exzess „Sanguine“ reichlich – übrigens ebenso wie das titelgebende Blut: Als Margot (Mara Taquin) ihre Stelle als Assistenzärztin in der Notaufnahme antritt, bekommt sie es dort nicht nur mit einer unberechenbaren Chefin (Karin Viard) zu tun. Sondern der Stress ist auch so gewaltig, dass ihr schon bald Bluttropfen ohne erkennbare Wunde über die Stirn laufen. Eines Morgens wacht sie sogar in komplett blutdurchtränkten Bettlaken auf – und offenbar ist sie längst nicht die Einzige, die von solch mysteriösen Beschwerden heimgesucht wird …
Wir haben „Sanguine“ von Marion Le Corroller bereits beim Filmfestival in Cannes gesehen – und vergeben starke 4 von 5 Sternen.
Gefährdete Sprache
Der Plot der kanadisch-belgischen Produktion „At The Place Of Ghosts“ klingt zunächst fast schon zu vertraut: Die Brüder Mise'l (Blake Alec Miranda) und Antle (Forrest Goodluck) waren zwar als Kinder beste Freunde, sind aber durch traumatische Erfahrungen in ihrer Jugend auseinandergedriftet. Doch jetzt, als Erwachsene, werden sie plötzlich von demselben Dämon aus Rost und Knochen heimgesucht – und müssen sich wohl oder übel zusammentun, um der geisterhaften Erscheinung etwas entgegensetzen zu können.
Auf den zweiten Blick ist der Film allerdings kein Geisterfilm von der Stange. Denn weil die Geschwister einem indigenen Stamm aus den östlichen Territorien Kanadas angehören, verwenden sie die vom Aussterben bedrohte, hochkomplexe und polysynthetische Sprache Mi’kmaq untereinander. Deshalb lautet der Originaltitel auch „Sk+te’kmujue’katik“.
Aus Japan kommt diesmal ein Splatter-Spaß der ganz besonderen Art, der im Gegensatz zu „Dawn Of The Dead“ nicht mal Zombies braucht, um in einem Supermarkt einen kapitalismuskritischen Blutexzess heraufzubeschwören. Die Angestellten des titelgebenden „AnyMart“-Marktes sind dermaßen auf die disziplinierte Erfüllung ihrer Aufgaben gedrillt, dass sie diese selbst dann noch pflichtbewusst ausführen, wenn sich zwischen den Regalreihen bereits die Leichen stapeln …
Der bitterböse „AnyMart“ gehörte zu den absoluten Genre-Geheimtipps der diesjährigen Berlinale. Trotzdem haben wir ihn dort verpasst – und sind deshalb umso dankbarer, ihn nun doch noch im Kino sehen zu können.
Ein absoluter Kultklassiker zurück im Kino
Die beiden Fortsetzungen sind zwar auch noch ziemlich gut, am Original gibt es trotzdem kein Vorbeikommen: Siu-Tung Chings „A Chinese Ghost Story“ (1987) ist bis heute einer der besten, berührendsten und spektakulärsten Geisterfilme aller Zeiten! Als einem Schuldeneintreiber nichts anderes übrig bleibt, als die Nacht in einem verfluchten Tempel zu verbringen, verliebt er sich dort unsterblich in eine Geisterfrau. Um sie nicht direkt zu verlieren, muss er zuvor allerdings ihre Seele freikämpfen – und dafür den mächtigen Baumdämon besiegen …
Mit Seilen, Puppen und allerlei praktischen Tricks hat „A Chinese Ghost Story“ im Gegensatz zu vielen frühen CGI-Filmen bis heute nichts von seiner Spektakelkraft verloren. Ganz im Gegenteil: Mit Christopher Nolans „Die Odyssee“ geht der Trend in Anbetracht von KI-Slop gerade wieder zurück zum Handgemachten. Und auf dem Fantasy Filmfest kann man das Hongkong-Meisterwerk nicht nur noch mal auf der großen Leinwand sehen – sondern das sogar in der neurestaurierten 4K-Fassung:
Die Termine für das Fantasy Filmfest 2026
Das Fantasy Filmfest findet in diesem Jahr im September als jeweils achttägiges Event in sieben deutschen Städten statt. Hier sind die genauen Termine:
- 2. bis 9. September in Berlin & Hamburg
- 9. bis 16. September in Köln, München & Stuttgart
- 16. bis 23. September in Nürnberg
- 23. bis 30. September in Frankfurt
Auf der Homepage des Fantasy Filmfests könnt ihr euch ab sofort die begehrten Dauerkarten für das komplette Programm (= Festivalpass) sichern.Allerdings sollte man damit besser nicht zu lange warten, da sie in einigen Städten sehr schnell ausverkauft sein können.
Die ersten sechs Filme, die wir schon vor einigen Wochen bekanntgegeben haben, könnt ihr hier nachschauen – mit bislang rund 130.000 Leser*innen ist diese Ankündigung direkt viral gegangen:
"Ein so verkommener Film, dass er jede Grenze des guten Geschmacks sprengt": Die ersten 8 Titel für das Fantasy Filmfest 2026 stehen fest!