Christopher Nolan bestimmt mit seinem Historien-Epos „Die Odyssee“ nach wie vor die Schlagzeilen. Fast täglich erscheinen Meldungen von immer neuen Rekorden. Mal geht es um einen neuen Rotten-Tomatoes-Bestwert (aktueller Kritiker-Score: 95 Prozent), mal um das erfolgreichste Startwochenende eines Nolan-Films.
Nolans (ohnehin schon große) Fanbase dürfte mit dem Hype um das jüngste Megaprojekt nochmals deutlich anwachsen. Und obwohl der Film erst kürzlich in den Kinos anlief, fragen sich viele schon jetzt, welches Projekt der Oscar-Preisträger („Oppenheimer“) künftig angeht. Der Filmemacher deutete nun selbst an, dass es bis zu seinem nächsten Film noch eine ganze Weile dauern könnte.
Nächster Nolan-Film wird "mindestens" drei Jahre auf sich warten lassen
Seit dem Sci-Fi-Drama „Interstellar“ (2014) hat sich bei Nolan-Werken ein Veröffentlichungs-Rhythmus von drei Jahren etabliert. Im Gespräch mit dem Magazin TODAY wurde der Regisseur gefragt, ob wieder drei Jahre ins Land ziehen werden, bis sein neuer Film ins Kino kommt. Nolan antwortete knapp mit einem Lächeln: „Oh, mindestens.“
Aus dieser Antwort schließen wir, dass sich Fans diesmal womöglich auf eine noch längere Wartezeit einstellen müssen. Welches Projekt der 55-Jährige als Nächstes im Blick hat, ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch völlig unklar. Fest steht jedoch, was Nolan zu dieser Aussage veranlasste: die kräftezehrenden Erfahrungen rund um „Die Odyssee“. „Der Dreh hat mich definitiv an meine kreativen Grenzen gebracht“, erklärte er. „Und ich glaube, das gilt für alle Beteiligten am Set.“
Anstatt große Teile der Geschichte im Studio oder vor Green Screens zu realisieren, drehte Nolan auf IMAX-70-mm-Film an realen Schauplätzen („On Location“) überall auf der Welt. Vor Ort entstanden gewaltige Sets und Kulissen, zudem kamen aufwendig gestaltete mechanische Puppen und Animatronics zum Einsatz. Besonders herausfordernd war der Dreh auf offener See vor der Küste Maltas. Hoher Wellengang und Stürme setzten dem Team zu. All das brachte Nolan an die von ihm beschriebenen „Grenzen“.
"Wir hatten Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern": Der neue Jason-Statham-Actionkracher wurde unter Extrembedingungen gedrehtGleichzeitig betonte er, dass die Realisierung eines derartigen Mammutprojekts ohne Anstrengungen und Strapazen nicht denkbar sei. „Ich kann heute Projekte umsetzen, an die früher gar nicht zu denken war. Die griechische Mythologie auf einer modernen Großbildwand neu zu beleben – das gab es in dieser Form noch nie.“ Aber es sei nun mal „Die Odyssee“ und der Dreh müsse einem daher alles abverlangen, sagte Nolan über die Adaption des vielleicht bedeutendsten Epos der abendländischen Literatur: „Wenn die Verfilmung der ‚Odyssee‘ kein Kraftakt ist, dann machen wir unseren Job nicht richtig.“
In folgendem Beitrag erzählt euch unsere Autorin Selina Sondermann, wieso auch sie für „Die Odyssee“ einen ordentlichen Aufwand betreibt – weil sie Nolans Blockbuster unbedingt im richtigen Format sehen will:
Für Christopher Nolans "Die Odyssee": Warum Fans wie ich weite Reisen auf sich nehmen, um das Epos im richtigen Format zu sehen