"Meine erste Berufung": Anthony Hopkins kehrt dem Kino mit 88 Jahren vorerst den Rücken, um sich seinen Lebenstraum zu erfüllen
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Anthony Hopkins ist eine lebende Schauspiel-Legende. Doch sein erster großer Wunsch war ein ganz anderer. Jetzt konnte er ihn endlich in die Tat umsetzen!

Tobis Film

Zum Star wurde er erst im vergleichsweise fortgeschrittenen Alter von 53 Jahren – doch längst ist Anthony Hopkins eines der größten Schauspiel-Schwergewichte Hollywoods. Das zeigt sich schon darin, dass er für seine ikonische Darstellung des Kannibalen Hannibal Lecter in „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) einen Oscar als Bester Hauptdarsteller gewann, obwohl er in dem rund zweistündigen Psycho-Thriller eine Screentime von gerade einmal 16 Minuten und 15 Sekunden hat. Für seine Verkörperung eines demenzkranken Mannes in „The Father“ erhielt Hopkins im Jahr 2020 seinen zweiten Academy Award.

Vier weitere Male konnte der Brite auf eine der begehrten Goldstatuen hoffen, darunter für die Literaturverfilmung „Was vom Tage übrig blieb“ (1993) und das Biopic „Nixon“ (1995), und seine Filmografie umfasst weit mehr als 100 Einträge. Da würde wohl kaum jemand auf die Idee kommen, dass Hopkins – der bereits in den 1960er-Jahren auf der Theaterbühne stand – eigentlich einen ganz anderen Lebenstraum hatte.

Doch bevor er überhaupt daran dachte, Schauspieler zu werden, galt seine größte Leidenschaft der Musik. Bereits mit vier Jahren begann er Klavier zu spielen, und über Jahrzehnte hinweg komponierte er immer wieder eigene Stücke – meist im Verborgenen. Mit 88 (!) Jahren hat sich Hopkins nun endlich einen lang gehegten Wunsch erfüllt: ein Album zu veröffentlichen!

So klingt das erste Musikalbum von Anthony Hopkins

Hopkins hat einen Plattenvertrag mit dem Klassiklabel Decca Classics unterschrieben. Am 21. August 2026 wird dort sein Album „Life Is A Dream“ erscheinen, das ausschließlich von ihm geschriebene Stücke enthält. Eingespielt wurden sie vom renommierten Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Gustavo Dudamel, der regelrecht über die Zusammenarbeit ins Schwärmen geriet:

„Sir Anthony Hopkins ist einer jener seltenen Künstler, deren kreativer Ausdruck über jedes einzelne Medium hinausgeht. […] Wenn ich seine Kompositionen höre, bin ich beeindruckt von ihrer Schönheit, ihrer handwerklichen Meisterschaft und dem unverkennbaren Gefühl des Staunens, das sie belebt“ (via Deutsche Grammophon). Ein Stück aus dem Album könnt ihr bereits hier hören:

Hopkins selbst äußerte sich mit folgenden Worten zu seiner ungewöhnlichen Karriereentscheidung: „Die Musik war mein erster Wunsch, meine erste Berufung. Ich habe mein ganzes Leben lang Musik komponiert. Einige dieser Stücke begleiten mich schon seit Jahrzehnten, und selbst heute kehre ich immer wieder zu ihnen zurück“ (via The Guardian).

Der „Transformers 5“-Star fährt fort: „Mein ganzes Leben ist ein Traum. Einen Vertrag mit Decca zu unterschreiben, ist die Ehre meines Lebens. Es war ein echtes Privileg, mit dem großartigen Philharmonia Orchestra sowie den virtuosen Solisten, dem Cellisten Gregorio Nieto und dem Pianisten Sergio Tiempo, zusammenzuarbeiten. Mein tiefster Dank und Respekt gilt Maestro Gustavo Dudamel, dessen Kunst ein unverzichtbarer Teil dieser musikalischen Reise ist. Mit der eleganten Präzision seines Dirigats hat er jeder Note eine tiefe und bleibende Bedeutung verliehen und eine Klanglandschaft erschaffen, die den Zuhörer dazu einlädt, etwas ganz Persönliches zu fühlen und sich vorzustellen“.

Übrigens ist Hopkins in bester Gesellschaft: Auch „Dracula“-Legende und Saruman-Darsteller Christopher Lee veröffentlichte im Alter von 87 Jahren sein erstes Musikalbum. Darauf zu hören war allerdings nicht klassische Musik, sondern Symphonic Metal.

Wenn ihr übrigens wissen wollt, mit welcher Schauspiel-Legende Hopkins überhaupt nicht zurechtkam, dann lest auch den nachfolgenden Artikel:

"Die unausstehlichste Schauspielerin, mit der ich je zusammengearbeitet habe": Anthony Hopkins geriet heftig mit dieser Hollywood-Ikone aneinander

Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer spanischen Schwesternseite Espinof.com erschienen.

Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.
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