"Ich will endlich einen 2-Stunden-Popcorn-Film machen": Dieser Abenteuer-Blockbuster gab Anthony Hopkins die Freude an der Schauspielerei zurück
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

1998 hatte Anthony Hopkins die Nase voll von gediegenen Kostümdramen und Literaturverfilmungen. Da kam das Angebot, in einem großen Abenteuer-Blockbuster mitzuspielen, zur denkbar richtigen Zeit!

Seinen ersten Oscar hat Anthony Hopkins bekanntlich für seine längst ikonische Darstellung des kultivierten Kannibalen Hannibal Lecter im Psychothriller-Meisterwerk „Das Schweigen der Lämmer“ erhalten. Darüber hinaus wirkte der heute 88-Jährige aber meist in eher gediegenen, oftmals vor historischem Setting angesiedelten Literatur-Adaptionen mit: „Wiedersehen in Howards End“ und „Was vom Tage übrig blieb“ (beide produziert von Ismail Merchant und inszeniert von James Ivory) waren nur die bekanntesten davon.

Ende der 1990er-Jahre hatte Hopkins, der bereits auf der Theaterbühne in zahlreichen Shakespeare-Stücken zu sehen war, eigentlich keine Lust mehr auf solche Stoffe. Da kam es ihm sehr gelegen, als ihm das Angebot ins Haus flatterte, in „Die Maske des Zorro“ den gealterten „Rächer der Armen“ zu verkörpern, der den von Antonio Banderas gespielten Alejandro Murrieta zu seinem Nachfolger ausbildet.

Die Maske des Zorro
Die Maske des Zorro
Starttermin 22. Oktober 1998 | 2 Std. 16 Min.
Von Martin Campbell
Mit Anthony Hopkins, Antonio Banderas, Catherine Zeta-Jones
User-Wertung
3,4
Im Stream

Das Mantel-und-Degen-Abenteuer wurde im Jahr 1998 zum großen Erfolg: Mehr als 250 Millionen US-Dollar konnte „Die Maske des Zorro“ in die weltweiten Kinokassen spülen – gekostet hat er rund 95 Millionen. Auf dem Regiestuhl nahm Hollywood-Routinier Martin Campbell Platz, der darüber hinaus unter anderem für die 007-Debüts von Pierce Brosnan („GoldenEye“) und Daniel Craig („Casino Royale“) verantwortlich zeichnte.

Campbell zeigte sich überrascht davon, dass Hopkins, eigentlich bekannt für ernste Charakterrollen, derart viel Spaß an dem Kostüm-Spektakel hatte. In einem Interview mit Entertainment Weekly erinnerte sich der Filmemacher an ein Gespräch, das er bei den Dreharbeiten mit Hopkins führte (via Far Out Magazine):

„Ich sagte zu Anthony: ‚Warum um alles in der Welt spielst du Zorro?‘ Er antwortete: ‚Ich habe genug von diesen Merchant-Ivoty-artigen Filmen, in denen man ab der Hüfte aufwärts praktisch tot ist. Ich will endlich mal einen zweistündigen Popcorn-Film machen.‘“

„Die Maske des Zorro“ war also genau das, was Hopkins zu diesem Zeitpunkt in seiner Karriere gefehlt hat. Das zeigt sich auch darin, dass der Brite in den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten immer wieder Ausflüge ins Blockbuster-Fach unternahm: So spielte Hopkins unter anderem in „Mission: Impossible II“, mehreren „Thor“-Filmen und „Transformers: The Last Knight“ mit.

Wenn ihr dagegen wissen wollt, welchen Film Hopkins für den Tiefpunkt seiner Karriere hält, dann lest direkt im folgenden Artikel weiter:

"Der schlechteste Film aller Zeiten": Diesen Flop hält Anthony Hopkins für den Tiefpunkt seiner Karriere

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