"So nah war ich noch nie daran, einem Regisseur eine reinzuhauen": "Die Odyssee"-Star Robert Pattinson geriet beim Dreh dieses Horrorfilms an seine Grenzen
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Robert Pattinson brachte ein Horror-Dreh an seine absolute Belastungsgrenze. Der Hollywood-Star dachte sogar kurz daran, seinem Regisseur eine zu verpassen, wie er seinem Co-Star beichtete.

Wenn Robert Pattinson auf der Leinwand zu sehen ist, übernimmt er oft körperlich und psychisch fordernde Rollen – sei es als düsterer Superheld in „The Batman“ (2022) oder als Intrigant in „Die Odyssee“ (2026). Dass ihn ausgerechnet die Zusammenarbeit mit Regisseur Robert Eggers an seine persönlichen Grenzen brachte, überrascht deshalb umso mehr.

In einem Gespräch mit seinem Co-Star Willem Dafoe („Spider-Man“) erinnerte sich Pattinson an einen Moment bei den Dreharbeiten zu „Der Leuchtturm“ (2019), in dem er Eggers am liebsten eine verpasst hätte. Natürlich blieb es bei einem Gedanken – doch die Anekdote zeigt, wie kompromisslos die Arbeiten an dem gefeierten Horrorfilm tatsächlich verliefen.

Der Leuchtturm
Der Leuchtturm
Starttermin 28. November 2019 | 1 Std. 49 Min.
Von Robert Eggers
Mit Robert Pattinson, Willem Dafoe, Valeriia Karaman
Pressekritiken
3,3
User-Wertung
4,0
Filmstarts
4,0

„Der Leuchtturm“ gehört zu den außergewöhnlichsten Horrorfilmen der vergangenen Jahre. Robert Eggers, der zuvor bereits mit „The Witch“ (2015) auf sich aufmerksam gemacht hatte, erzählt darin von zwei Leuchtturmwärtern, die Ende des 19. Jahrhunderts auf einer abgelegenen Insel festsitzen. Je länger ihre Isolation andauert, desto stärker verschwimmen die Grenzen zwischen Realität, Wahnsinn und übernatürlichen Ereignissen. Das Ergebnis ist ein psychologischer Horrortrip, der sich jeder einfachen Erklärung entzieht.

Gedreht wurde der Film in Schwarz-Weiß und im ungewöhnlichen Seitenverhältnis 1,19:1, wodurch die klaustrophobische Atmosphäre zusätzlich verstärkt wird. Neben Pattinson lieferte auch Willem Dafoe eine viel gelobte Performance ab. Kritiker feierten die intensive Inszenierung ebenso wie das kompromisslose Schauspiel der beiden Hauptdarsteller (4 von 5 Sternen bei FILMSTARTS!). Dass diese Intensität nicht nur auf der Leinwand, sondern auch am Set zu spüren war, verriet Pattinson selbst.

Robert Eggers verlangte seinen Stars alles ab

Im Interview mit Dafoe erinnerte sich Pattinson an eine besonders anstrengende Szene, die am Strand entstand. Die Bedingungen seien ohnehin extrem gewesen: eisiges Wetter, peitschender Wind und Wasser, das den Darstellern ununterbrochen ins Gesicht geschleudert wurde. Hinzu kam, dass Eggers zahlreiche Wiederholungen verlangte, obwohl Pattinson irgendwann nicht mehr nachvollziehen konnte, warum weitere Takes überhaupt nötig waren.

Der Schauspieler schilderte die Situation mit ungewöhnlich offenen Worten (via Interview Magazine): „So nah war ich noch nie daran, einem Regisseur eine reinzuhauen. So sehr ich Robert [Eggers] auch liebe – irgendwann gab es einen Punkt, an dem ich fünf Takes lang einfach nur über den Strand laufen musste. Nach einer Weile dachte ich nur noch: ‚Was zur Hölle passiert hier eigentlich? Es fühlt sich an, als würdest du mir einfach einen Feuerwehrschlauch ins Gesicht halten.‘ Und er antwortete nur: ‚Das mache ich auch.‘ Es war wie eine Art Folter. Andererseits erzeugt so etwas eine ganz besondere Energie.“

Genau diese besondere Energie war offenbar das Ziel von Eggers. Der Filmemacher ist dafür bekannt, möglichst authentische Bedingungen zu schaffen, damit sich die körperliche und mentale Erschöpfung seiner Figuren auch auf die Darsteller überträgt. Statt auf digitale Effekte oder künstlich erzeugte Studiobedingungen setzt Eggers häufig auf reale Drehorte und möglichst intensive Drehs. Die Strapazen sollten sich unmittelbar in Pattinsons Spiel widerspiegeln – ein Ansatz, der zwar an die Belastungsgrenze ging, dem Film aber seine einzigartige Wucht verlieh. Eine Wucht, die laut erstem Trailer auch Eggers kommender Horrorfilm besitzen wird:

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Der Aufwand zahlte sich am Ende aus

Auch wenn Pattinson während der Dreharbeiten zeitweise am liebsten die Geduld verloren hätte, spricht das fertige Ergebnis für sich. „Der Leuchtturm“ entwickelte sich schnell zu einem Kritikerliebling und gilt heute als einer der wichtigsten modernen Horrorfilme. Besonders das Zusammenspiel von Pattinson und Dafoe sowie Eggers' kompromisslose Regie werden bis heute immer wieder hervorgehoben.

Dass die Zusammenarbeit trotz aller Strapazen nicht dauerhaft gelitten hat, beweist auch Pattinsons Rückblick. Sein humorvoll erzählter Ausbruch richtet sich weniger gegen Eggers persönlich als gegen die außergewöhnlich harten Bedingungen am Set. Rückblickend erkennt der Schauspieler selbst an, dass genau diese Grenzerfahrung entscheidend dazu beigetragen hat, die bedrückende Atmosphäre von „Der Leuchtturm“ so glaubwürdig und intensiv auf die Leinwand zu bringen. Manchmal muss man für ein gutes Ergebnis eben auch leiden. Genau wie übrigens auch Pattinsons „Die Odyssee“-Kollegin Charlize Theron, wie ihr im folgenden Artikel nachlesen könnt:

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Sebastian Groß
Sebastian Groß
-Freier Autor
Manchmal fühlt er sich alt, weil er damals „The Big Lebowski“ oder „Matrix“ zum Kinostart gesehen hat. Andererseits konnte er damals „The Big Lebowski“ und „Matrix“ zum Kinostart sehen. Zum Glück behält er das für sich, außer jemand fragt ihn. Jetzt fragt ihn halt endlich.
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