2014 ist Robin Williams im Alter von nur 63 Jahren verstorben – und noch immer hinterlässt er in Hollywood eine gewaltige Lücke. Mit Filmen wie „Hook“, „Mrs. Doubtfire“ oder „Jumanji“ hat er Generationen von Kindern begeistert – doch auch in berührenden Charakterrollen konnte der gebürtige Kalifornier, der seinen Durchbruch Ende der 1970er-Jahre mit der Sitcom „Mork vom Ork“ feierte, immer wieder überzeugen. „Der Club der toten Dichter“ gilt längst als unsterblicher Klassiker, und „Good Will Hunting“ brachte ihm im Jahr 1998 seinen ersten und einzigen Oscar ein.
Williams' letzter Realfilm, „Nachts im Museum 3: Das geheimnisvolle Grabmal“, erschien 2014 wenige Monate nach dem Tod des Schauspielers. Doch viele wissen nicht, dass tatsächlich noch immer unveröffentlichtes Material von einer seiner beliebtesten Rollen überhaupt existiert: dem Dschinni aus dem Disney-Hit „Aladdin“ (1992). In der deutschen Synchronfassung wurde der Flaschengeist von Williams' Stammsprecher Peer Augustinski gesprochen, im englischen Original aber prägte der „Flubber“-Star die Figur mit seinem irrwitzigen Improvisationstalent und atemberaubenden Sprechtempo selbst.
Nach einem öffentlich ausgetragenen Zerwürfnis mit Disney sprach Williams den Dschinni im Sequel „Dschafars Rückkehr“ (1994) zunächst nicht mehr. Erst für die zweite Fortsetzung, „Aladdin und der König der Diebe“ (1996), kehrte er zu dem Part zurück. Dabei sollen allein von den Aufnahmesessions des ersten Films noch zahlreiche unveröffentlichte Sprachaufnahmen existieren.
Das berichtete erstmals die britische Sunday Times unter Berufung auf einen ehemaligen Disney-Manager (via Vanity Fair). Dieser gab zu Protokoll: „Wenn Robin gut drauf war, brachte das hyperaktive Plappermaul, das wir aus ‚Good Morning, Vietnam‘, ‚Hook‘, ‚Der Club der toten Dichter‘ und ‚Mrs. Doubtfire‘ kennen, rund 30 Witze pro Minute zustande“. Williams habe derart viel improvisiert, dass theoretisch genügend Material für einen weiteren Film vorhanden gewesen wäre.
Robin Williams' Stimme ist bis zum 11. August 2039 (größtenteils) tabu
Tatsächlich soll Disney laut dem ehemaligen Studio-Manager mit dem Gedanken gespielt haben, aus den unveröffentlichten Dschinni-Aufnahmen einen weiteren Film zu entwickeln. Doch dazu kam es nie. Der Grund dafür liegt in Williams' Testament: Der „Popeye“-Darsteller hatte verfügt, dass sein Name, seine Stimme und bereits aufgezeichnete Darbietungen jedweder Art für mindestens 25 Jahre nach seinem Tod nicht ohne Weiteres genutzt werden dürften. Die Sperrfrist endet damit am 11. August 2039. „Er wollte das letzte Wort haben“, so der namentlich nicht genannte Disney-Angestellte.
Ganz verschwunden sind die Sprachaufnahmen allerdings nicht: Für den Disney-Kurzfilm „Once Upon A Studio“ erhielt das Mäusehaus 2023 die ausdrückliche Zustimmung von Williams' Nachlass, eine bis dahin nie verwendete Archivaufnahme des Dschinnis einzusetzen. Zu hören waren allerdings lediglich zwei Sätze – es dürften also bis heute noch immer viele Stunden an Robin-Williams-Improvisationen im Disney-Archiv schlummern.
Wusstet ihr übrigens, dass Robin Williams seinem deutschen Synchronsprecher einen bewegenden Brief geschrieben hat? Die ganze Geschichte lest ihr hier:
Robin Williams schrieb seinem deutschen Synchronsprecher einen herzerwärmenden Brief: "Danke, dass du mich in Deutschland berühmt gemacht hast"