Das war nicht verhandelbar: Darum kommt Quentin Tarantinos "Once Upon A Time In Hollywood"-Fortsetzung zu Netflix

Eigentlich steht Quentin Tarantino Streamingdiensten kritisch gegenüber. Trotzdem produzierte Netflix die von ihm geschriebene und von David Fincher inszenierte Fortsetzung von „Once Upon A Time In Hollywood“. Dafür gibt es einen Grund.

Dass „Once Upon A Time In Hollywood“ überhaupt fortgesetzt wird, war bereits eine gewaltige Überraschung. Noch überraschender erschien vielen aber, dass das von Brad Pitt angeführte Projekt „The Adventures Of Cliff Booth“ zu Netflix kommt. Mittlerweile hat der Streamingdienst zwar auch einen Kinostart angekündigt, der war jedoch nicht Teil der ursprünglichen Vereinbarung. Eigentlich wäre Kinoverleih Sony die naheliegende Wahl gewesen. Dort erschien bereits „Once Upon A Time In Hollywood“ und dort will man auch Quentin Tarantinos kommenden letzten Film realisieren.

Doch Sony-Chef Tom Rothman erklärte jetzt, warum man keine Chance hatte. Der Grund ist die kreative Konstellation des Nachfolgers, bei dem Tarantino selbst nur das Drehbuch schrieb und David Fincher die Regie überließ. Letzteres war für Tarantino nicht verhandelbar, womit aber auch Sony raus und Netflix an Bord war.

Nur David Fincher durfte Tarantinos Drehbuch inszenieren

Nachdem Quentin Tarantino das Skript geschrieben hatte, wurde ihm klar, dass er es nicht inszenieren wollte. Seine goldene Regel, nur zehn Filme zu drehen, macht sein nächstes Werk automatisch zu seinem finalen Projekt. Und er wollte nicht mit einer Fortsetzung abtreten: „Ich liebe dieses Drehbuch“, aber er wolle sich nicht „auf demselben Boden, den ich bereits betreten habe“, bewegen, erklärte er im August 2025 gegenüber Variety. Doch Brad Pitt war so begeistert von dem Drehbuch, dass er Tarantino bat, es David Fincher, mit dem er bereits „Sieben“, „Fight Club“ und „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ machte, zeigen zu dürfen.

Tarantino, der zu Beginn seiner Karriere seine Drehbücher verkaufte und mit Interpretationen wie „Natural Born Killers“ nicht immer einverstanden war, zögerte eigentlich, anderen Filmemachern noch mal Skripte anzuvertrauen. Doch Fincher, den er als einen der besten Regisseure aller Zeiten feiert, bildete eine Ausnahme – und das brachte ein Problem mit sich. Der „Mank“-Regisseur hat sich exklusiv an Netflix gebunden. Alle seine Projekte muss er zuerst dem Streamingdienst anbieten.

Mit Fincher kam Netflix – und Sony zog sich zurück

Damit war klar: Gibt Tarantino sein Skript an Fincher, muss er Netflix den Film realisieren lassen! Sony zog sich folglich zurück, wie Tom Rothman jetzt dem Branchenmagazin Variety verriet:

„Wir wollten den Film eigentlich machen, als Quentin noch Regie führen sollte, aber er entschied sich dagegen und schlug einen anderen Kurs ein. Die einzige andere Person, der er sein Drehbuch anvertrauen wollte, war David Fincher – und David Fincher war exklusiv bei Netflix. Also wollten wir niemandem im Weg stehen.“

So geht es für Brad Pitts Cliff Booth weiter

Der neue Film spielt mehrere Jahre nach „Once Upon A Time In Hollywood“. Der ehemalige Stuntman Cliff Booth arbeitet nun als eine Art Problemlöser für Hollywood und kümmert sich um Angelegenheiten, die Studios und Stars lieber außerhalb der Öffentlichkeit halten möchten. Neben Brad Pitt gehören unter anderem Elizabeth Debicki, Yahya Abdul-Mateen II, Scott Caan, Carla Gugino, Peter Weller und Fincher-Stammschauspieler Holt McCallany zum Ensemble. Pitt wird erstmals seit „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ aus dem Jahr 2008 wieder von Fincher inszeniert.

The Adventures Of Cliff Booth“ wird ab dem 25. November 2026 in den Kinos laufen. Am 23. Dezember 2026 folgt dann die Veröffentlichung bei Netflix. Der Streamingdienst kündigte gerade an, dass ein anderer Film noch länger in den Kinos laufen wird. Das gab es noch nie. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:

Das gab es bei Netflix noch nie: Oscar-Kandidat bekommt historischen Start!

Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren