Seit seinem Durchbruch mit „Cabin Fever“ und „Hostel“ ist Eli Roth vor allem für abgründige Horror-Kost und schonungslose Splatter-Spektakel bekannt. Doch hin und wieder wildert der 54-Jährige auch in anderen Gefilden, so etwa mit dem familienfreundlichen Fantasy-Abenteuer „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ – oder der gnadenlos gescheiterten Videospielverfilmung „Borderlands“.
Details dazu sind weiterhin rar gesät, doch bei der Produktion von „Borderlands“ lief es ganz offensichtlich alles andere als rund. Bereits 2021 inmitten der Corona-Pandemie abgedreht, wurde die Adaption der beliebten Loot-Shooter-Reihe erst 2024 veröffentlicht. In der Zwischenzeit hatten Nachdrehs unter der Regie von „Deadpool“-Macher Tim Miller ohne Roth‘ Beteiligung stattgefunden (offiziell weil der bereits mit den Arbeiten an seinem Slasher „Thanksgiving“ beschäftigt war). Und der einst als Autor angeheuerte „The Last Of Us“- und „Chernobyl“-Macher Craig Mazin hatte seinen Namen aus den Credits streichen lassen.
Das Ergebnis fiel trotz Starbesetzung um Cate Blanchett, Jamie Lee Curtis und Kevin Hart dann desaströs aus. Vernichtende Kritiken (10 Prozent positive Besprechungen bei Rotten Tomatoes, 1 Stern bei FILMSTARTS) und ein weltweites Einspiel von gerade mal 33 Millionen Dollar bei einem Produktionsbudget von 120 Millionen machten „Borderlands“ zum größten Flop in Roth‘ Karriere.
Und auch der Filmemacher selbst ist alles andere als zufrieden mit der Sci-Fi-Gurke, wie er nun noch einmal explizit im Interview mit dem Branchenblatt Variety erklärte. Für das Scheitern macht er für sich dabei einen klaren Schuldigen aus: das Studio Lionsgate.
Das Studio drängte auf eine niedrigere Altersfreigabe
Schon bei der Arbeit an „Borderlands“ hatte er demnach das Gefühl, dass sich der Film durch die Einmischung des Studios immer weiter von seiner eigentlichen „Punk-Rock-Vision“ entfernte. „Je größer die Dinge werden, desto risikoscheuer werden die Studios“, führte Roth dazu gegenüber Variety weiter aus. „Es liegt eigentlich in meiner Natur als Filmemacher, Dinge abseits der Mitte zu machen, weil genau das für mich funktioniert hat.“
Doch die Studioverantwortlichen drängten bei „Borderlands“ auf Schnitte und Anpassungen, um eine geringere Altersfreigabe zu erzielen. In den USA gab es dann das sogenannte PG-13-Rating, in Deutschland eine FSK-Freigabe ab 12 – was nicht zuletzt eingefleischte Fans der nicht nur hierzulande erst ab 18 Jahren freigegebenen Videospielvorlage vor den Kopf stieß.
Am Ende sei etwas Halbgares dabei rausgekommen, das laut Roth niemanden glücklich machen konnte: „Es ist kein Kinderfilm, aber er versucht, jeden anzusprechen. Er ist für Gamer, aber er bietet nicht die Gewalt, die Gamer wollen, weil er gar nicht so extrem sein kann – schließlich kostet er zu viel. Am Ende landet man einfach bei einem Film, der weder Fisch noch Fleisch ist.“
Eli Roth' neuer Film "Ice Cream Man" ab heute im Kino
Ob lediglich eine härtere Gangart „Borderlands“ wirklich zu einem besseren Film gemacht hätte, sei mal dahingestellt. Doch wer weiß: Vielleicht wird eines Tages ja noch ein Director’s Cut von Roth das Licht der Welt erblicken und genau das belegen.
Bis dahin bleibt uns aber erst mal das neueste Werk des Regisseurs, bei dem er diesmal wieder keine Kompromisse eingehen musste und in Sachen Brutalität aus allen Rohren feuern konnte. Ab dem heutigen 6. August 2026 läuft sein „Ice Cream Man“ in den Kinos. Ob sich das blutige Horror-Spektakel lohnt, könnt ihr in der neuen Folge unseres Podcasts Leinwandliebe nachhören: