Die Melodien aus dieser märchenhaften, humorvollen Romanze sind unvergesslich, und auch ihre Figuren haben sich ins popkulturelle Gedächtnis gebrannt: Die Disney-Trickstudios feierten zu Beginn der 1990er mit „Die Schöne und das Biest“ einen ihrer größten Triumphe. Denn das schmachtende, lustige Zeichentrickmusical wurde von euphorischen Kritiken begrüßt und schrieb Oscar-Geschichte!
Als erstem Trickfilm gelang es der Regiearbeit von Gary Trousdale & Kirk Wise, sich eine Oscar-Nominierung als bester Film zu sichern. Die Auszeichnung blieb „Die Schöne und das Biest“ zwar letztlich verwehrt, allerdings reichte es für Academy Awards in den Sparten „Bester Song“ und „Beste Musik“. An den Kinokassen lief es für die Don-Hahn-Produktion ebenfalls erstklassig: Allein in den USA wurden rund 45 Millionen Eintrittskarten gelöst, in Deutschland lockte „Die Schöne und das Biest“ wiederum mehr als 5,2 Millionen Menschen in die Kinos.
Konsequenterweise hält der Disney-Klassiker ungebrochen einen Ehrenplatz in Millionen von Herzen inne. Falls ihr das bildhübsch illustrierte, herzlich-schön erzählte Liebesmärchen (wieder) sehen möchtet: Heute, am 8. August 2026, läuft „Die Schöne und das Biest“ ab 20.15 Uhr im Disney Channel. Zudem könnt ihr es zeitlich flexibel bei Disney+ abrufen:
Darum geht es in "Die Schöne und das Biest"
Irgendwo in Frankreich: Die belesene, weltoffene Belle (Stimme im Original: Paige O'Hara / Stimme in der deutschen Synchro: Jana Werner) ist in ihrem Heimatdorf als sonderbar verschrien. Der von Frauen begehrte, von Männern beneidete Muskelmann Gaston (Richard White / Engelbert von Nordhausen im Dialog, Peter Edelmann in Gesangsszenen) will die unerreichbare Schönheit dennoch für sich erobern – und beißt sich bei ihr sprichwörtlich die Zähne aus.
Als der verschrobene Erfinder Maurice (Rex Everhart / Alexander Herzog) verschwindet, begibt sich seine Tochter Belle, und nicht etwa Großkotz Gaston, auf die Suche nach ihm. Belle findet ihn in einem verwunschenen Schloss vor, dessen Herr in jeglichem Wortsinn ein Biest (Robby Benson / Matthias Freihof) ist. Belle willigt ein, den Platz ihres gefangen genommenen Vaters einzunehmen und lernt so nicht nur die verwunschene, muntere Dienerschaft des Biests kennen – sondern nach und nach auch seine verborgenen, menschlichen Züge...
Ungeahnte Anerkennung von der Academy
Seit „Die Schöne und das Biest“ ist nur noch zwei anderen Animationsfilmen das Kunststück gelungen, sich eine Oscar-Nominierung in der „Bester Film“-Kategorie zu sichern: „Oben“ und „Toy Story 3“ aus dem Hause Pixar. Außerdem teilt sich „Die Schöne und das Biest“ einen Oscar-Rekord mit Pixars „WALL·E“. Denn beide Filme haben jeweils sechs Oscar-Nominierungen ergattert und somit mehr als jeder andere Animationsfilm.
Jedoch hat der Sci-Fi-Animationsfilm „WALL·E“ seine Nominierungen in sechs unterschiedlichen Kategorien erhalten, während „Die Schöne und das Biest“ allein in der Sparte „Bester Song“ drei Mal nominiert war, nämlich für den Titelsong (der den Oscar auch bekommen hat) sowie für die Eröffnungsnummer „Belle“ und die einprägsame Gute-Laune-Nummer „Sei hier Gast“.
"Die Schöne und das Biest": Ein Liedtexter schüttet sein Herz aus
Verfasst wurden die formidablen Lieder von Komponist Alan Menken („Rapunzel – Neu verföhnt“) und Howard Ashman („Arielle, die Meerjungfrau“), der zwar primär als Songtexter in die Filmgeschichte einging, in Wahrheit jedoch weitaus mehr geleistet hat. Ashman trug zahlreiche essentielle Storyideen zu „Die Schöne und das Biest“ bei, darunter die illustre Riege an Nebenfiguren in Form lebender Haushaltsgegenstände, und einen im Vergleich zu früheren Skriptentwürfen gesteigerten, emotionalen Fokus auf die Charakterwandlung des Biests.
Ashman überwachte obendrein, während er aufgrund einer AIDS-Erkrankung im Sterben lag, die Gesangsaufnahmen – und es ist seinem Feingefühl zu verdanken, dass die Lieder so wundervoll klingen: Er gab mehre im ersten Moment verwunderlich anmutende, den Stücken aber den letzten, magischen Schliff verleihende Regieanweisungen.
Dazu zählen plötzliche Wechsel der Stimmintensität, wenn Belle in Gedanken bemerkt, dass sie sich allmählich zum Biest hingezogen fühlt, oder das sanfte Säuseln, mit dem Angela Lansbury das Titellied darbietet. Mehr darüber, wie viel Hingabe Ashman in „Die Schöne und das Biest“ fließen ließ und wie der Film subtil seine Erfahrungswelt als Homosexueller widerspiegelt, erfahrt ihr in der exklusiv auf Disney+ verfügbaren Doku „Howard“:
Ashman verstarb bedauerlicherweise mehrere Monate vor Veröffentlichung von „Die Schöne und das Biest“, weshalb ihm der Film gewidmet wurde und sein Lebensgefährte den ihm posthum verliehenen Song-Oscar entgegennahm. Danach war noch „Aladdin“, Disneys nächstem Zeichentrickmusical, der Einfluss Ashmans anzumerken. Denn er trieb das Projekt in einer frühen Entwicklungsphase mit viel Herzblut voran und textete bereits einige Lieder für das Animationsabenteuer.
Das Regie-Doppel Wise & Trousdale wiederum übernahm nach „Die Schöne und das Biest“ einen weiteren Disney-Zeichentrickfilm mit französischem Setting, nämlich das düstere Disney-Kleinod „Der Glöckner von Notre Dame“, bevor sie sich von Musicals verabschiedeten. Sie ließen T-Shirts mit dem Motto „Weniger Songs, mehr Explosionen“ für ihre Crew drucken und begaben sich auf Tauchstation. Aber mehr dazu in unserem folgenden Streamingtipp:
Heute Abend streamen: Eine völlig unterschätzte Mischung aus Science-Fiction und Fantasy – holt sie heute nach!*Bei diesem Link zu Disney+ handelt es sich um einen Affiliate-Link. Mit dem Abschluss eines Abos über diesen Link unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.