Man könnte annehmen, dass eine Schauspiel-Ikone wie Morgan Freeman bei einem Blick auf die eigene beachtliche Laufbahn rundum zufrieden ist. Immerhin hat der 89-Jährige in seiner mittlerweile über 60 Jahre andauernden Karriere in etlichen Filmen mitgespielt, die längst zu Klassikern geworden sind (von „Sieben“ bis zu „The Dark Knight“).
Dazu kommen die renommiertesten Filmpreise der Welt. 1989 erhielt Freeman den Golden Globe für „Miss Daisy und ihr Chauffeur“, 2004 den Nebendarsteller-Oscar für seine Performance in Clint Eastwoods „Million Dollar Baby“. 2011 folgte der AFI Life Achievement Award für sein Lebenswerk. Doch trotz dieser beeindruckenden Erfolge trauert Freeman einem großen Traum hinterher, den er als Schauspieler nie verwirklichen konnte.
Diese eine Sache kam in Morgan Freemans Karriere zu kurz
Wie der Hollywood-Star im Interview mit dem US-Rolling-Stone verriet, hätte er gerne mehr Action-Filme gemacht. Auf die Frage, ob es noch Rollen gebe, die er sich wünsche, antwortete er: „Für die Filme, die ich mir erhofft hätte, bin ich jetzt zu alt. Mein Körper macht da einfach nicht mehr mit. Die körperlichen Strapazen von Action-Rollen kann ich mir schlicht nicht mehr zumuten.“
Freemans Filmkarriere nahm erst mit über 50 so richtig Fahrt auf. Ein Grund, wieso er die Chance auf eine Laufbahn als Action-Held verpasst hat? Gut möglich, allerdings: Viele Leinwandstars beweisen selbst in hohem Alter noch ordentlich Schlagkraft und Effizienz, darunter Liam Neeson („96 Hours“) und Jackie Chan („Karate Kid: Legends“). Freeman gab an, in dieser Hinsicht seinen 71-jährigen Kollegen Denzel Washington („The Equalizer“) zu beneiden. „Er dreht die Filme, die ich machen wollte“, sagte er. „Ich habe die Angebote angenommen, die kamen, und dachte, ich mache das gut. Und das tat ich auch. Nur Action-Filme habe ich keine gedreht.“
"Ruhestand ergibt für mich keinen Sinn"
Dafür hat sich der populäre Darsteller aber längst auch einen Namen in der Welt der Musik gemacht – als Clubbetreiber, der sich für die lokale Kultur und Musikszene einsetzt. Seit 2001 betreibt Freeman mit einem Freund den „Ground Zero Blues Club“ in Clarksdale, Mississippi. Kürzlich erschien mit „Morgan Freemans Symphonic Blues Experience“ sogar das erste eigene Album des Stars, der darauf, unterstützt von einem Symphonieorchester, als Erzähler fungiert.
Mit fast 90 denkt Freeman noch längst nicht an Rente, wie er dem Rolling Stone erzählte. Stattdessen nimmt er sich einen sieben Jahre älteren Weggefährten und guten Freund zum Vorbild. „Nein, Ruhestand ergibt für mich keinen Sinn. Ich halte es da ganz mit Clint Eastwoods Devise: ‚Lass den alten Mann gar nicht erst rein.‘ Man muss immer in Bewegung bleiben.“
Neben seiner Leidenschaft für die Schauspielerei und die Musik hat Freeman ein ebenso großes Interesse an Nachhaltigkeit und Umweltthemen. Auf seiner 50 Hektar großen Ranch hat er sich sogar ganz dem Erhalt einer bedrohten Tierart verschrieben:
Morgan Freeman besaß 50 Hektar Land und beschloss, es für den Umweltschutz zu nutzen: Er verwandelte eine Ranch in ein Naturschutzgebiet