Heute Abend ohne Werbung im TV: Ein Abenteuerklassiker für Fans klassischer Mantel-und-Degen-Action – mit "Herr der Ringe"-Star!

Es ist eine der beliebtesten Verfilmungen eines literarischen Meilensteins: Das Mantel-und-Degen-Abenteuer „Die drei Musketiere“ mit Christopher Lee und Oliver Reed ist humorvolles und actionreiches 70er-Jahre-Kino und läuft heute im Free-TV.

Die Geschichte der Musketiere ist ein filmischer Dauerbrenner im Genre der Mantel-und-Degen-Action – und womöglich sogar seine Blaupause schlechthin. Der Stoff wird in geringen Abständen immer neu aufgezogen, mal actionbetont, mal betont dramatisch, wieder andere Male voller Humor. Eine der beliebtesten Leinwand-Interpretationen des Literaturklassikers von Alexandre Dumas stammt aus dem Jahr 1973:

Unter der Regie des „Superman II“-Machers Richard Lester ist der Swashbuckler „Die drei Musketiere“ ein Schaulaufen an Stars der 1970er-Jahre, das sich mit auffälliger Kostüm-Staffage, leichtfüßigen Schwert- und Degenkämpfen, einem Hauch Melodrama und jeder Menge Slapstick an einer Art Musketier-Generalumschlag versucht. Heute, am 15. August 2026, läuft „Die drei Musketiere“ ab 20.15 Uhr im BR – und direkt im Anschluss läuft die Fortsetzung „Die vier Musketiere“!

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Darum geht es in "Die drei Musketiere"

Frankreich im 17. Jahrhundert: Der naive Draufgänger D'Artagnan (Michael York) aus der Gascogne verlässt seine Heimat, um sich in Paris den Musketieren anzuschließen, die König Louis XIII (Jean-Pierre Cassell) dienen. Kaum in der Hauptstadt angekommen, verscherzt er es sich mit dreien von ihnen – dem sich geheimnisvoll gebenden Athos (Oliver Reed), dem frommen Aramis (Richard Chamberlain) und dem Lebemann Porthos (Frank Finlay).

Als er sich mit ihnen zu duellieren versucht, platzt die Garde des machthungrigen Kardinals Richelieu (Charlton Heston) herein und attackiert die vier Männer, sodass aus den Musketieren und dem Jüngling ein Quartett formt. Alsbald stolpert es auf Indizien, das Richelieu fies intrigiert, um den Herzog von Buckingham (Simon Ward) zum Krieg gegen Frankreich zu provozieren. Dabei greifen dem Geistlichen der garstige Rochefort (Christopher Lee) und die durchtriebene Lady de Winter (Faye Dunaway) unter die Arme...

So spanisch sieht Frankreich selten aus!

Wer vor allem aufgrund des Versprechens französischer Landschaftspanoramen ein Faible für Musketier-Filme hegt, wird von Lester bitter enttäuscht. Denn „Die drei Musketiere“ wurde in Spanien gedreht, noch dazu in einer Periode besonders trockenen Wetters, sodass sich in diesem Film sonnengegerbte Wiesen und widrige Steppe als sattgrüne, französische Landstriche auszugeben versuchen.

Das führt auch zu einem großen Mysterium in Lesters Filmografie: In einer Montage rafft der Regisseur, der auch surreal angehauchte Beatles-Komödien drehte, die Reise der Musketiere von Frankreich nach London zusammen. Und für ein paar Sekunden reiten die Heroen einfach entlang hoher Berge und quer durch eine spröde Wüste! Ist dies das Ergebnis lächerlich-schlechter Drehort-Auswahl, die tolldreist dem Publikum unter die Nase gerieben wird, oder ein herrlich-trockener Witz in diesem zwischendurch sehr ironisch vermittelten Abenteuer, der uns wortlos vorführt, dass die Musketiere nicht den besten Orientierungssinn haben?

Parodie, Melodramatik und Action

Deutlich offensichtlicher fällt die ironische Distanz zum Stoff in den Sequenzen rund um König und Königin aus: Das von George MacDonald Fraser („James Bond 007 – Octopussy“) verfasste Skript und Lesters in diesen Passagen schnippisch geartete Inszenierung lassen wenig Empathie für blaublütige Irrungen und Wirrungen über. Viel mehr stehen die Adels-Verstrickungen als amüsant-lächerlicher Plotmotor da, der uns die diversen, ausgedehnten Kampfsequenzen beschert.

Andere Figurenkonflikte spielt Lester unterdessen schmalziger aus, was tonal zwar gelegentlich irritierend anmutet, dank des hervorragenden Ensembles aber unterm Strich erstaunlich gefällig bleibt: Sei es der spätere „Herr der Ringe“-Fiesling Christopher Lee als übertrieben böser Handlanger des Kardinals, 60er-Jahre-Stilikone Raquel Welch als D’Artagnans Flamme Constance Bonacieux oder das im Mittelpunkt stehende Quartett – dieser Truppe schaut man gerne zu, wie es in stilisierten Kostümen von A nach B und wieder zurück düst, während es große Gesten macht.

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Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Ob athletische Kampfkunst, die ehrfürchtig-ruhig gefilmt ist, oder explosiv-lärmender Hollywood-Bombast: Im Action-Kino ist er flexibel – eine konsequente Umsetzung ist für ihn aber stets ein Bonus.
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