Für mich ist „Rambo: First Blood“ einer der besten Filme aller Zeiten, obwohl er eigentlich gar nicht in die übrige Reihe passt. Eine beliebte Trickfrage laut daher, wie viele Menschen der von Sylvester Stallone verkörperte Titelheld im ersten Film eigentlich tötet. Gerne denken die Befragten dann an „Rambo 2“, in dem ab dem ersten Opfer nach gut 30 Minuten im Minutentakt weitere dazukommen. Andere denken vielleicht auch an den vierten Teil „John Rambo“, in dem sogar über die gesamte Laufzeit pro Minute 2,5 Menschen getötet werden. Da fast alle wissen, dass der erste Teil noch moderater war, gibt es dann Antworten wie „ein Dutzend“ oder „eine Handvoll waren es sicher“. Das für viele überraschende Ergebnis: 0!
Im allerersten „Rambo“-Film stirbt nur eine einzelne Person – und das ist die Folge eines Unfalls. „First Blood“ hat ganz andere Schwerpunkte. Es ist ein unglaublich emotionaler Film, was eine der besten Szenen der Reihe illustriert. Am Ende des ihm aufgezwungenen Ein-Mann-Kriegs gegen Sheriff Teasle (Brian Dennehy) und dessen Männer trifft Rambo auf seinen ehemaligen Vorgesetzten Colonel Trautman (Richard Crenna). Plötzlich bricht die Fassade des scheinbar unzerstörbaren Soldaten zusammen. Unter Tränen spricht Rambo über seine Erlebnisse in Vietnam, über einen verlorenen Kameraden und vor allem darüber, wie sehr ihm nach seiner Rückkehr in die USA jede Orientierung fehlt.
"Dieser Monolog ist unser Polarstern"
Wenn Noah Centineo 2027 als junger John Rambo in die Fußstapfen von Sylvester Stallone tritt, wird es zwar mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ordentlich krachen und auch zahlreiche Tote geben. Dennoch ist ausgerechnet diese berührende Szene der Ausgangspunkt des Films. Als seinen „Polarstern“, also Orientierungspunkt für die Interpretation der Figur, bezeichnete der Prequel-Hauptdarsteller jetzt Rambos emotionalen Zusammenbruch ganz am Ende von „First Blood“.
Im Podcast „Happy Sad Confused“ führte Centineo so aus, wie „wichtig“ ihm und dem Team diese Szene war: „Er redet darüber, dass er keinen Job halten kann und dass er eine Kriegsmaschine ist. Er kann Hubschrauber fliegen, aber er kann nicht mal verdammt noch mal Autos einparken. Und dann ist da das Trauma, dass die Überreste seiner Freunde an ihm kleben – [sein Kumpel] hat keine Beine mehr, verstehst du? Das ist der emotionale Kern von ‚First Blood‛. Ich habe diesen Monolog als unseren Polarstern gesehen. Für mich war es wichtig, dass das Publikum im Laufe dieses Films am eigenen Leib den Schmerz begreift, den Rambo durchmachen musste, um zu dem Monster zu werden, das er ist – und das wir alle kennen und lieben gelernt haben.“
Das Prequel kommt von einem echten "Rambo"-Fan
Das kommende Prequel „John Rambo“ spielt Jahre vor „First Blood“ und erzählt von Rambos Zeit im Vietnamkrieg. Die Hauptrolle übernimmt der inzwischen auch durch „Warfare“ und den kommenden „Street Fighter“ actionerprobte Noah Centineo. Als Rambos Mentor Colonel Trautman ist David Harbour („Stranger Things“) dabei. Außerdem gehören unter anderem James Franco („Ananas Express“), Tayme Thapthimthong („The White Lotus“), Yao („Blood & Sinners“), Jason Tobin („Warrior“) und Quincy Isaiah („Winning Time“) zum Cast.
Regie führt mit Jalmari Helander zudem jemand, für den „Rambo“ eine sehr persönliche Bedeutung besitzt. Der finnische Filmemacher hinter „Sisu“ erzählte einst im Interview mit uns, wie sehr ihn „First Blood“ prägte. Schon lange, bevor er die Chance bekam, einen „Rambo“-Film zu inszenieren, erklärte er uns, dass der Klassiker ihn überhaupt erst für Actionkino begeisterte. Weil er selbst ein so eingefleischter Fan ist, hoffen viele, dass es ihm gelingen wird, „Rambo“ auch erstmals ohne direkte Beteiligung von Sylvester Stallone gut fortzuführen. Zudem garantiert Helander mit seinen vorherigen Arbeiten, dass nicht nur Emotionen, sondern auch sehr blutiges Gemetzel eine Rolle spielen werden.
Ob das alles gelingt und gut zusammenpasst, erfahren wir im Sommer 2027 in den Kinos. Einen deutschen Starttermin gibt es aktuell zwar noch nicht, doch er dürfte in zeitlicher Nähe zum US-Start am 4. Juni 2027 liegen.
Noah Centineo tätigte derweil auch über einen anderen seiner kommenden Actionfilme überraschende Aussagen:
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