"Ein aufgeblasener Schwätzer, ein Meister der Belanglosigkeit": Dieser "Harry Potter"-Star hasste Michael Caine von ganzem Herzen

Zu Beginn seiner Karriere verkehrte Michael Caine mit mehreren späteren Schauspiel-Größen. Doch einer von ihnen war gar nicht begeistert davon, wie Caine ihn Jahre später in einem Interview bezeichnete.

Warner Bros.

Vor mittlerweile drei Jahren verkündete Michael Caine das Ende seiner Schauspielkarriere. Den Ruhestand hat sich der heute 93-Jährige allerdings auch redlich verdient. Schließlich blickt die britische Schauspiellegende auf eine beeindruckende Laufbahn zurück: Caine spielte unter anderem in Filmen wie „Prestige“, „The Dark Knight“ und „Interstellar“ mit und gewann für seine Nebenrollen in „Hannah und ihre Schwestern“ sowie „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ jeweils einen Oscar.

Doch auch für ihn war es ein weiter Weg bis zum Hollywood-Olymp. Zu Beginn seiner Karriere stand der Brite regelmäßig auf der Bühne. Ende der 1950er-Jahre war er etwa in einer Inszenierung des Antikriegsstücks „The Long And The Short And The Tall“ zu sehen, in der er als Zweitbesetzung für keinen Geringeren als Peter O’Toole einsprang.

Neben dem späteren „Lawrence von Arabien“-Star bewegte sich Caine damals noch mit weiteren Schauspielgrößen seiner Generation in denselben Kreisen – darunter Richard Burton („Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“) und Richard Harris („Gladiator“). Und in der britischen Schauspielszene jener Zeit gehörten ausgelassene Trinkgelage offenbar fest zum guten Ton.

Michael Caine sprach in späteren Interviews immer wieder über diese wilde Phase. In einem Gespräch bezeichnete er Richard Harris, Peter O’Toole und Richard Burton sogar schlicht als „Säufer“. Eine Bezeichnung, die einem der drei allerdings ganz und gar nicht schmeckte.

Richard Harris ließ seinem Unmut freien Lauf

Richard Harris war berühmt für seine wilden Eskapaden. Sein Alkoholismus und seine Kokainsucht sorgten ebenso für Schlagzeilen wie seine gefeierten Leistungen auf der Bühne und vor der Kamera. Besonders gut kam es bei ihm aber offenbar nicht an, von Caine gemeinsam mit O’Toole und Burton in einen Topf geworfen zu werden.

Harris ließ die Bemerkung jedenfalls nicht einfach auf sich sitzen. Stattdessen verfasste er schließlich einen dreiseitigen Brief an die Londoner Times, in dem er mit seinem Schauspielkollegen ordentlich abrechnete. Darin bezeichnete er Caine unter anderem als „übergewichtigen, aufgeblasenen Schwätzer“ und nannte ihn einen „Meister der Belanglosigkeit, der sich als Guru ausgibt und seine enormen Grenzen als fromme Tugenden ausgibt“ (via Farout Magazine).

Und offensichtlich hielt Harris auch nicht besonders viel von Caines Filmografie oder dessen schauspielerischem Talent. So führte er in seinem Schreiben weiter aus, Caine habe einst behauptet, er sei Englands Cary Grant. Die Zeit habe jedoch gezeigt, dass sich diese Prophezeiung in Luft aufgelöst habe, da Caine „weder den Charme noch den nötigen Sexappeal“ besitze. Zwar habe Caine zahlreiche harte Kerle auf der Leinwand verkörpert, doch auch diese Rollen kaufte Harris ihm nach eigener Aussage keine Sekunde lang ab.

Übrigens ist auch Michael Caine selbst nicht mit allen Werken seiner beeindruckenden Filmografie zufrieden. Selbst ein zweifacher Oscar-Gewinner hat also Filme in seiner Vita, die er lieber vergessen würde:

"Was mache ich hier eigentlich?": Diesen 90er-Jahre-Flop würde Michael Caine am liebsten aus der Filmgeschichte streichen

Chantal Neumann
Chantal Neumann
-Redakteurin
Chantal liebt das große Kino genauso wie das Binge-Watching auf dem heimischen Sofa – Hauptsache der Film oder die Serie ist gut.
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