Marvel-Flop feiert heute seine TV-Premiere – doch ProSieben muss das einzig Gute kürzen

Fast zwei Jahre nach seinem Kinostart feiert einer der größten Marvel-Flops der vergangenen Jahre heute seine deutsche Free-TV-Premiere. Wer einschaltet, bekommt allerdings nur eine gekürzte Fassung zu sehen.

Mit „Kraven The Hunter“ wollte Sony Ende 2024 seinem damals bereits schwer angeschlagenen Spider-Man-Universum noch einmal neues Leben einhauchen. Und das sollte deutlich härter ausfallen als bei den meisten anderen großen Comic-Verfilmungen. Der Marvel-Actioner mit Aaron Taylor-Johnson und Russell Crowe erhielt in den USA ein R-Rating, in Deutschland gab es eine Freigabe ab 16 Jahren. Begründet wurde diese unter anderem mit „teils expliziten und blutigen Gewaltdarstellungen“. Gerade diese Härte gehörte schon im Vorfeld zu den großen Verkaufsargumenten des Films.

Schließlich wollte sich „Kraven The Hunter“ damit auch von den meisten vorherigen Marvel-Abenteuern abheben und sich stärker an der deutlich deftigeren Superhelden-Action von „Deadpool & Wolverine“ orientieren. Doch weder an den Kinokassen noch bei den Kritiken ging diese Rechnung auf. Von unserem Marvel-Experten Julius Vietzen gab es in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik gerade einmal 2 von 5 Sternen. Über weite Strecken sei der Film schlicht „verdammt öde“. Immerhin einen kleinen Lichtblick machte er aus: „Die wenigen, oft sehr kurzen Actionszenen stechen […] durch ihre Brutalität hervor.“ Genau davon wird bei der heutigen TV-Ausstrahlung allerdings etwas fehlen.

"Kraven The Hunter" heute nur gekürzt auf ProSieben

ProSieben zeigt „Kraven The Hunter“ heute, am Sonntag, den 13. September 2026, um 20.15 Uhr erstmals im deutschen Free-TV. Aufgrund der frühen Sendezeit darf der Sender die ungekürzte FSK-16-Fassung allerdings nicht ausstrahlen. Stattdessen läuft eine für das Fernsehen entschärfte Version. Wie Schnittberichte.com unter Berufung auf die Laufzeitangabe der Presseseite berichtet, soll diese rund drei Minuten kürzer sein als die ungeschnittene Fassung.

Damit fallen die Kürzungen offenbar sogar deutlich umfangreicher aus als bei einer vorherigen TV-Ausstrahlung in Österreich. Beim ORF lief „Kraven The Hunter“ Anfang August ebenfalls geschnitten. Dort fehlten zwar insgesamt nur knapp 23 Sekunden, diese verteilten sich laut Schnittberichte jedoch auf 16 Abweichungen, bei denen vor allem Gewaltspitzen entfernt wurden. Bei ProSieben wird für die 20.15-Uhr-Ausstrahlung nun eine Fassung ab 12 Jahren geführt. Was genau dafür verändert wurde, dürfte sich erst nach der Ausstrahlung im Detail feststellen lassen.

Wer „Kraven The Hunter“ dagegen vollständig sehen möchte, muss nicht zwingend auf einen Streamingdienst ausweichen: Bereits am Freitag, den 18. September 2026, wiederholt ProSieben den Film um 22.10 Uhr. Diese spätere Ausstrahlung erfolgt ungekürzt. Wenn ihr den Film uncut sehen wollt, hilft euch zusätzlich aber auch ausgerechnet der größte Konkurrent des TV-Senders weiter. Bei RTL+ ist „Kraven The Hunter“ aktuell im Streaming-Abo enthalten*.

"Kraven" spielte nicht einmal sein Budget wieder ein

Ob sich das Einschalten überhaupt lohnt, ist allerdings eine andere Frage. Weltweit spielte „Kraven The Hunter“ nur rund 62 Millionen Dollar ein. Dem stand ein kolportiertes Produktionsbudget von 110 bis 130 Millionen Dollar gegenüber. Damit schnitt der Film an den Kinokassen sogar noch schlechter ab als die ebenfalls gefloppten Sony-Marvel-Produktionen „Morbius“ und „Madame Web“.

Besonders bitter ist bei der heutigen TV-Premiere allerdings, dass ausgerechnet an einem der wenigen Elemente geschnitten werden muss, mit denen „Kraven The Hunter“ überhaupt positiv auffiel: seiner überraschend blutigen Action. Wer den Marvel-Flop also trotz all der miesen Kritiken ohnehin einmal nachholen wollte, sollte im Zweifel auf einen Streamingdienst ausweichen oder noch fünf Tage länger warten und am 18. September um 22.10 Uhr die ungekürzte Wiederholung einschalten.

Noch mehr von Marvel gibt es im folgenden Artikel:

Marvel wollte eine der besten Ideen von "Thor" nachträglich entfernen – doch zum Glück war das viel zu teuer

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.
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