Finanzbetrug ist natürlich nur bedingt witzig. Trotzdem versuchte es „Rush Hour“- und „X-Men: Der letzte Widerstand“-Regisseur Brett Ratner 2011 mit dem Thema für seinen über 80 Millionen Dollar teuren, mit zahlreichen sehr bekannten Namen auf der Besetzungsliste protzenden „Aushilfsgangster“ (Originaltitel: „Tower Heist“). Wie das Ganze ausgefallen ist, lest ihr etwas weiter unten in diesem Artikel. Oder ihr schaut am Abend einfach mal ganz unbeleckt im Free-TV rein:
Nitro zeigt „Aushilfsgangster“ am heutigen 18. September 2026 um 22.35 Uhr. Eine Wiederholung ist nicht angekündigt. Wer nicht so lange aufbleiben möchte und bereit ist, ein paar Euro zu investieren, kann auf ein Video-on-Demand ausweichen:
"Aushilfsgangster": Das ist die Story
Josh Kovacs (Ben Stiller) ist Verwalter des Towers, eines der luxuriösesten Hochhäuser auf Manhattan. Dabei kümmert er sich nicht nur um die Sorgen der meist steinreichen Mieter*innen, sondern hat auch immer das Wohlergehen seiner Mitarbeiter*innen im Sinn. Eines Tages wird Arthur Shaw (Alan Alda), der mit Abstand wohlhabendste Bewohner des Towers, wegen Finanzverbrechen belangt und vom FBI in seinem Penthouse unter Hausarrest gestellt.
Wie sich herausstellt, hat der Mann Milliarden veruntreut und dabei nicht nur Großanleger, sondern auch die in dem Gebäude arbeitenden Angestellten geprellt. Denn Josh hat ihren gesamten Pensionsfonds dem windigen Finanzmogul anvertraut. Als sich einer der Kollegen deshalb das Leben zu nehmen versucht, demoliert der Hausverwalter mit einem Golfschläger Shaws in dessen Wohnzimmer geparkten Ferrari – woraufhin er prompt gefeuert wird.
Dann erfährt Josh von der mit ihm mitfühlenden FBI-Agentin Claire Denham (Téa Leoni) allerdings, dass Shaw irgendwo in seinem Apartment ein paar Millionen für den Notfall versteckt haben muss. Josh fasst den Entschluss, sein Insiderwissen über das Haus zu nutzen und mit ein paar Komplizen in den mit einem der komplexesten Sicherheitssysteme der Welt ausgestatteten Tower einzusteigen …
Jede Menge Stars! Doch lohnt sich das Einschalten wirklich?
Die Hauptrolle in „Aushilfsgangster“ spielt Ben Stiller, den die meisten von euch wohl aus Kinohits wie „Verrückt nach Mary“ sowie den „Nachts im Museum“- und „Meine Braut, ihr Vater und ich“-Reihen kennen dürften. An seiner Seite sind weitere Topakteur*innen wie Comedy-Legende Eddie Murphy („Beverly Hills Cop“), Oscargewinner Casey Affleck („Manchester By The Sea“), Marvel-Star Michael Peña („Ant-Man“), Broadway-Idol Matthew Broderick („Ferris macht blau“), die Sitcom-Legenden Judd Hirsch („Taxi“) und Alan Alda („M*A*S*H“) sowie Téa Leoni aus Blockbustern wie „Bad Boys“, „Deep Impact“ oder „Jurassic Park III“.
Trotz dieser wahrlich beeindruckenden Besetzung ist der Film eine glatte Enttäuschung. In unserer FILMSTARTS-Kritik gab es entsprechend gerade einmal jämmerliche 1,5 von 5 möglichen Sternen für Brett Ratners Arbeit. Denn leider ist der große Coup, um den sich alles im Film dreht, weder besonders einfallsreich aufgebaut und inszeniert, noch ist das alles sonderlich lustig geraten. Denn selbst Schauspielkoryphäen wie Murphy als Möchtegern-Ghetto-Gangster, Broderick als Wall-Street-Verlierer oder Affleck als nervlich überlasteter, werdender Vater holen aus ihren austauschbaren Parts erschreckend wenige wirklich zündende Gags heraus.
Großteile der Geschichte sind lediglich plattes Banker-Bashing. Statt das System an sich sowie seine Mechanismen zu entlarven und anzuprangern, wird die Schuld auf einen einzelnen sinistren Finanzjongleur abgewälzt. Ansonsten wird ausschließlich mit populistischem Blabla auf Nachmittagstalkshow-Niveau gearbeitet. Das ist schwach. Denn wo „Aushilfsgangster“ eigentlich genau den damaligen Zeitgeist von Occupy Wall Street & Co. hätte treffen können, verpufft dieser Aspekt des Films einfach so. Was bleibt, ist ein zerfahren erzählter, zaudernd inszenierter, selbst nach Komödien-Maßstäben unglaubwürdiger Plot, der von einem Haufen unfertig wirkender Charaktere bevölkert ist.
Ben-Stiller-Fans dürfen hoffen, dass der Star mit dem noch in diesem Jahr in den deutschen Kinos anlaufenden „Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“ wieder mehr Glück hat. Im folgenden Artikel könnt ihr mehr über die Story erfahren und euch auch den neuen Trailer anschauen:
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