Wenn Alejandro González Iñárritu mit einem neuen Film um die Ecke kommt, wird die cinephile Gemeinde direkt in Lauerstellung versetzt. Schließlich gehört der mittlerweile vierfache Oscarpreisträger zu den spannendsten Filmemachern unserer Zeit. Dass Tom Cruise in seinem neuen Film die Hauptrolle spielt und dabei endlich mal wieder keinen Actionhelden gibt, machte das Projekt nur noch spannender. Und als wäre das noch nicht genug, war selbst nach dem ersten Trailer nicht klar, was zur Hölle uns in „Digger“ erwarten würde. Die Vorfreude auf eine ganz besondere Kino-Erfahrung stieg ins Unermessliche.
Heute sind wir zwar ein gutes Stück schlauer. Grund genug, gespannt auf die überhöhte Satire zu sein, gibt es aber dennoch. Alleine die Tatsache, dass sich die Produktionskosten auf bis zu 180 Millionen Dollar belaufen sollen, ist völliger Wahnsinn. Damit war „Digger“ eine gute Ecke teurer als Iñárritus letzten beiden Meisterwerke – „Birdman“ und „The Revenant“ – zusammen! Doch hat sich diese Investition am Ende auch gelohnt?
"Digger": Geht unbedingt ins Kino!
Eines gleich vorweg: „Digger“ ist einer dieser Filme, die nicht nur die Fachpresse spalten, sondern auch beim Publikum die unterschiedlichsten Reaktionen hervorrufen wird. Aus diesem Grund – und weil Kameramann Emmanuel Lubezki wie immer für großartige Bilder sorgt – empfehlen wir, unbedingt ein Kinoticket zu lösen. Dass euch der Film am Ende aber auch gefallen wird, ist damit noch lange nicht gesagt. Aller Faszination zum Trotz vergab FILMSTARTS-Redakteur Björn Becher in seiner Kritik so am Ende nicht mehr als 1,5 Sterne. Sein Fazit:
Eine Satire mit wenig Biss, kaum Humor und ohne Herz – die trotz aufwendigen Szenenbilds, prominenter Besetzung (u.a. auch Sandra Hüller und Riz Ahmed) und eines gegen sein Image anspielenden Tom Cruise eine überraschend leblose, dröge Angelegenheit ist, deren endlose Szenen die wenigen Ideen viel zu lange auswalzen.
Über den Plot wollen wir an dieser Stelle gar nicht allzu viel verraten. Nur so viel sei gesagt: Dass Stanley Kubricks Meisterstück „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ hierfür Pate stand, geht vor allem in einer Szene mehr als deutlich hervor…
"NAZA": 5 Sterne für ein Doku-Meisterwerk
Keine zwei Meinungen gibt es derweil, wenn es um die investigative Doku „NAZA“ geht, die einen Blick auf die schrecklichen Gräueltaten wirft, denen sich die Zivilbevölkerung in Gaza seit Jahren ausgesetzt sieht. Das ist wahrlich nichts für schwache Nerven, verdient aber gerade deshalb einen Platz auf jeder Watchlist.
In der FILMSTARTS-Kritik gab es dafür die seltene Höchstwertung von 5 Sternen. Autor Janick Nolting zählt das „erschütternde Meisterwerk“ zu den herausragendsten Dokumentarfilmen der Kinogeschichte.
"Shaun das Schaf - Spuk im Kürbisfeld": Halloween-Stimmung für Groß und Klein
Wer sich Anfang Oktober schon mal auf Halloween einstimmen will – und vielleicht auch seinen Nachwuchs langsam an das Horror-Kino heranführen will – ist bei „Shaun das Schaf - Spuk im Kürbisfeld“ an der richtigen Adresse. Das neueste Kapitel innerhalb des beliebten Stop-Motion-Kosmos steht den legendären Vorgängern in nichts nach – und unterstreicht einmal mehr, dass der Knet-Kunst eine (Genre-)Grenzen gesetzt sind. Für den „perfekten Halloween-Spaß für die ganze Familie“ gibt es von uns 4 Sterne.
Diesmal muss Schaf Shaun einen Weg finden, Halloween zu retten. Die Stimmung auf der Mossy Bottom Farm wird nämlich ordentlich getrübt, als der Farmer versehentlich das Kürbisbeet zerstört – und damit das Gruselfest gefährdet…
Außerdem: "Verity", "Corpus Delicti" & mehr
Wer von Anne Hathaway nicht genug kriegen kann, darf sich derweil über den bereits fünften (!) Kino-Auftritt der Oscarpreisträgerin in diesem Jahr freuen. Wie Fans von Erfolgsautorin Colleen Hoover sicherlich wissen, hält auch „Verity - Dunkle Geheimnisse“ (3 Sterne) einen Ausflug in die menschlichen Abgründe bereit. Der hätte hier und da aber gerne noch etwas mehr in die Vollen gehen dürfen. Wer es mit heimischen Produktionen hält, bekommt indes mit „Corpus Delicti“ (3 Sterne) einen erschreckend aktuellen Zukunfts-Krimi präsentiert – der spannungstechnisch jedoch „kaum über einen Durchschnitts-‚Tatort‘ hinauskommt“.
Eine besondere Empfehlung wollen wir zudem für das Comeback des Fantasy-Meisterwerks „Pans Labyrinth“ aussprechen, den es am kommenden Dienstag (6. Oktober) noch einmal auf den deutschen Leinwänden zu sehen gibt:
Nach 20 Jahren kommt Guillermo del Toros bildgewaltiges Fantasy-Meisterwerk zurück ins Kino: Trailer zu "Pans Labyrinth"