Was lange währt, wird nicht immer auf Anhieb als gut betrachtet: 1969 veröffentlichte der Schriftsteller Brian Aldiss eine Kurzgeschichte namens „Supertoys Last All Summer Long“ über Einsamkeit und die Frage danach, was in einer Zukunft voller intelligenter Maschinen noch Menschlichkeit ausmacht. In den 1970ern sicherte sich „Uhrwerk Orange“-Regisseur Stanley Kubrick die Filmrechte an diesem Stoff und versuchte daraufhin jahrelang mit verschiedenen Autoren, sie in Drehbuchform zu bringen.
1995 übergab Kubrick das Projekt letztlich an Steven Spielberg mit dem Hinweis, er sei besser geeignet, es auf die Beine zu stellen. Im Sommer 2000, etwas mehr als ein Jahr nach Kubricks Tod, fiel endlich die erste Klappe für „A.I.: Künstliche Intelligenz“, im Sommer 2001 startete der Film von gespaltenem Presseecho und lauwarmer Publikumsreaktion begleitet in den Kinos.
Mittlerweile häufen sich jedoch die positiven Stimmen – so findet sich der Titel im offiziellen FILMSTARTS-Ranking der besten Sci-Fi-Filme aller Zeiten. Und in wenigen Wochen bekommt er ein lang erwartetes Heimkino-Upgrade: Am 17. Dezember 2026 erscheint „ A.I.: Künstliche Intelligenz“ erstmals in Deutschland auf 4K-Disc – und zwar als Limited Edition Steelbook. Vorbestellungen sind bereits möglich:
Darum geht es in "A.I.: Künstliche Intelligenz"
David (Haley Joel Osment) sieht aus wie ein ganz normaler Jung, ist aber in Wahrheit ein Kind-Androide der ersten Generation. Er wurde von seinem Schöpfer Dr. Hobby (William Hurt) darauf programmiert, Liebe zu empfinden, und soll so das Ehepaar Swinton (Sam Robards & Frances O’Connor) trösten, das um sein im Koma liegenden Sohn Martin (Jake Thomas) bangt.
Davids Programmierung hat jedoch gewaltige Schattenseiten: Einmal auf seine menschlichen Eltern geprägt, lässt sich diese Verbindung nicht mehr rückgängig machen. Was also, wenn David nicht mehr benötigt wird? Dem künstlichen Wesen steht eine sonderbare, schmerzliche Odyssee bevor, in deren Rahmen er unter anderem Bekanntschaft mit einem unter Mordverdacht stehenden Sex-Roboter (Jude Law) macht...
Kubrick trifft auf Spielberg, Spielberg trifft auf Vorurteile
Im Laufe dieser Geschichte schwankt „A.I.: Künstliche Intelligenz“ von düster-pessimistischen zu intellektuell-poetischen sowie zu wohlig-rührseligen Passagen. Im Fahrwasser des Kinostarts wurde dies in vielen Kritiken nicht nur abgestraft, sondern führte oftmals zu Spekulationen, Spielberg hätte ein durch und durch finsteres Stanley-Kubrick-Projekt genommen und seiner eigenen, sentimentalen Vision angepasst.
Letzteres wurde seither vehement abgestritten, darunter von Ian Watson, der die Filmhandlung in Kubricks Sinne verfasste, und von Spielberg. Der erläuterte wiederholt, dass er den Film sogar harscher umgesetzt hätte als Kubrick ihn sich zuvor ausgemalt hat. Seit dieser ersten Welle an Kritik wird „ A.I.: Künstliche Intelligenz“ zunehmend als unfair abgestrafter Meisterstreich verteidigt.
So zählte der geniale „Manche mögen's heiß“-Regisseur Billy Wilder zu den frühen, lautstarken Fans des Films und bezeichnete ihn 2006 als den „am meisten missverstandenen Film der letzten Jahre“. Drei Jahre später huldigte der prestigeträchtige Filmkritiker Jonathan Rosenbaum „ A.I.: Künstliche Intelligenz“ als „großartig und zutiefst missverstanden“ und 2013 entschuldigte sich der britische Kritiker Mark Kermode persönlich bei Spielberg für seine negative Kritik, um das Sci-Fi-Drama nunmehr als „nachhallendes Meisterwerk“ zu loben.
Eine andere Sci-Fi-Produktion, die nicht auf Anhieb volle Aufmerksamkeit geschenkt bekommen hat, stellen wir euch im folgenden Artikel vor:
Ein Sci-Fi-Erlebnis, das zum Staunen einlädt – und im Kino leider trotzdem unterging: Ab dieser Woche könnt ihr es im Heimkino nachholen!*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.