Desaster für Tom Cruise: Sein neuer Film droht endgültig zu einem der größten Hollywood-Flops aller Zeiten zu werden
von Björn Becher
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Eigentlich sollte „Digger“ Tom Cruise sogar seinen ersten Schauspiel-Oscar einbringen. Womöglich entwickelt sich das Projekt stattdessen zu einem finanziellen Desaster. Denn jetzt kommt es noch schlimmer.

Es gibt kaum einen Hollywood-Star, der so ein zuverlässiger Kassengarant ist wie Tom Cruise. Doch ausgerechnet das Projekt, in dem er nach vielen Jahren nicht den Actionhelden mimt, sondern sich wieder als Charakterschauspieler beweisen will, steuert nun auf ein finanzielles Debakel zu, das in dieser Größenordnung selbst für Hollywood außergewöhnlich ist. Die Rede ist natürlich von „Digger“, dem neuen Werk des vierfachen Oscarpreisträgers Alejandro González Iñárritu („Birdman“, „The Revenant“).

Bereits nach dem ersten Wochenende zeichnete sich das Desaster für die böse Satire ab. An den US-Kinokassen spielte der Film zum Start gerade einmal acht Millionen Dollar ein. Weltweit sah es mit insgesamt 20 Millionen Dollar nicht besser aus. Nachdem die Einnahmen am zweiten Wochenende weiter einbrachen, kommt es in den USA jetzt sogar knüppeldick. Und das macht immer wahrscheinlicher, dass sich „Digger“ im Rennen um einen Titel befindet, den niemand haben will: den des größten Hollywood-Flops aller Zeiten.

"Digger" verliert auf einen Schlag mehr als 2.500 US-Kinos

Wie World of Reel berichtet, wird „Digger“ an diesem Wochenende in den USA in über 2.500 Kinos weniger zu sehen sein als noch eine Woche zuvor. Rund 76 Prozent der Kinos haben den Film aus dem Programm geschmissen. Es ist eine der heftigsten Reduzierungen der Kinoanzahl zwischen dem zweiten und dritten Wochenende für eine große Hollywood-Studioproduktion überhaupt.

Mit so wenigen Leinwänden und teils unattraktiveren Spielzeiten in den rund 700 Kinos, die den Film in ganz Nordamerika noch zeigen, wird es für „Digger“ nahezu unmöglich, das ohnehin katastrophale Einspielergebnis noch entscheidend zu verbessern.

Tom Cruise droht ein historischer Negativrekord

Mittlerweile wird sogar damit gerechnet, dass die Laufzeit von „Digger“ mit einem weltweiten Gesamteinspiel von nur rund 50 Millionen Dollar endet. Das wäre ein katastrophales Ergebnis für das Großprojekt, welches je nach Quelle allein in der Produktion zwischen 125 Millionen bis zu 180 Millionen Dollar gekostet haben soll. Hinzu kommen laut Branchenberichten rund 100 Millionen Dollar für die Vermarktung. Nach Einschätzung von Brancheninsidern müsste der Film weltweit rund 350 Millionen Dollar einspielen, um zumindest seine Kosten wieder einzuspielen. Davon ist „Digger“ meilenweit entfernt.

Das Branchenmagazin Variety berichtete bereits nach dem schwachen zweiten Wochenende, dass das Studio Warner mit dem Film rund 245 Millionen Dollar verlieren wird. Mittlerweile befürchten einige Schätzungen, dass der Verlust sogar noch höher ausfallen könnte, womit „Digger“ zu den größten finanziellen Flops der Hollywood-Geschichte gehören würde. Als größtes Kino-Debakel der Boxoffice-Moderne gilt Disneys Science-Fiction-Abenteuer „John Carter – Zwischen zwei Welten“ aus dem Jahr 2012, das je nach Schätzung dem Maushaus einen Verlust zwischen 255 bis 280 Millionen Dollar beschert haben soll. „Digger“ könnte also tatsächlich in ähnliche Dimensionen vorstoßen.

Schlechte Nachrichten für ungewöhnliche Filme?

„Digger“ ist ein eigenwilliger Film. Die Satire handelt vordergründig von dem Öl-Magnaten Digger Rockwell, der mit seiner rücksichtslosen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen eine verheerende Umweltkatastrophe auslöst. Doch anstatt seine Schuld einzugestehen, will er die drohende Apokalypse mit immer absurderen Maßnahmen verhindern. Dass Cruise nach vielen Jahren wieder die Komfortzone seiner Actionrollen verlässt, macht das Werk zwar reizvoll, in unseren Augen jedoch nicht gelungen. In der FILMSTARTS-Kritik vergeben wir gerade einmal 1,5 Sterne, weil das Ergebnis überraschend träge und leblos ist.

Wie wir in unserem Podcast Leinwandliebe ausgeführt haben, hoffen wir trotzdem, dass möglichst viele Leute sich selbst im Kino einen eigenen Eindruck verschaffen. Denn „Digger“ ist ein Film, der sehr unterschiedliche Reaktionen hervorruft. Auch in unserer Redaktion gibt es große Fans des Werks. Zuletzt sprachen sich auch zahlreiche Hollywood-Größen wie Anne Hathaway, Ben Affleck, Guillermo del Toro und Michael Mann öffentlich für den Film aus. Sie alle dürfte dabei nicht nur eine echte Begeisterung für Iñárritus Werk, sondern auch eine Sorge antreiben.

Digger
Digger
Starttermin 1. Oktober 2026 | 2 Std. 09 Min.
Von Alejandro González Iñárritu
Mit Tom Cruise, Sandra Hüller, Riz Ahmed
User-Wertung
3,3
Filmstarts
1,5
Vorführungen (451)

„Wenn man Filme bestraft, die Risiken eingehen, was bekommt man dann wohl? Einen Haufen beschissener, gleichförmiger Filme“, erklärte so Ben Affleck jüngst in einem Podcast, als er sich kritisch mit der Häme auseinandersetzte, die „Digger“ teilweise entgegenschlägt. Gerade aktuell erscheint diese Sorge realer denn je. Dass „Digger“ realisiert wurde, ist ein Verdienst des Duos Pamela Abdy und Michael De Luca, das bei Warner in den vergangenen Jahren viele riskante Projekte ermöglicht hat. Ihnen haben wir Filme wie „Blood & Sinners“ und „One Battle After Another“ zu verdanken, die mit ihren jeweiligen Budgets nur von wenigen Hollywood-Führungskräften bewilligt worden wären. Nachdem Warner jüngst aber von Paramount übernommen wurde, haben beide ihren Posten als Filmchefs des Studios verloren. Die bisherigen Paramount-Filmchefs Dana Goldberg und Josh Greenstein sollen künftig beide Studios leiten. Von ihnen wird ein stärkerer Fokus auf Franchise-Filme basierend auf bereits etablierten Marken erwartet.

Falls ihr euch selbst noch einen Eindruck von „Digger“ verschaffen wollt, haben wir eine gute Nachricht für euch. Aktuell zeigen in Deutschland noch sehr viele Kinos den Film, sodass es gute Chancen gibt, dass ihr am Wochenende noch eine Vorführung in eurer Nähe findet. Allerdings solltet ihr euch nicht zu lange Zeit lassen, denn auch hierzulande könnte die Anzahl der Spielstätten bald deutlich sinken.

Was dieses Wochenende dagegen neu in den Kinos läuft, stellen wir euch im folgenden Artikel vor:

Ab heute neu im Kino: Das mit Spannung erwartete Comeback eines legendären Action-Kults, die Neuverfilmung eines weltberühmten Klassikers & mehr
Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 25 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" und alles, was gerade im Kino läuft.
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