Um die Antwort auf die etwas provokante Frage aus unserer Überschrift gleich vorwegzunehmen: Nein, der von „Shogun“- und „Dornenvögel“-Star Richard Chamberlain gespielte Allan Quatermain war aus Sicht der Allermeisten nicht der bessere Indiana Jones. Einen besseren als das Original gibt es nicht. Der Abenteurer Quatermain war und ist aber – so man, wie der Autor dieser Zeilen, die Spielberg-Originale alle schon x-mal gesehen hat – eine unterhaltsame Alternative.
Warum das bei „Quatermain - Auf der Suche nach dem Schatz der Könige“ und seinem Sequel trotz einiger Probleme inhaltlicher und inszenatorischer Art so ist, lest ihr etwas weiter unten in diesem Artikel. Oder ihr schaut in den Film von „Die Kanonen von Navarone“-Meisterregisseur Jack Lee Thompson eben einfach mal rein, schließlich läuft „Quatermain - Auf der Suche nach dem Schatz der Könige“ am heutigen 25. Oktober 2026 um 22.50 Uhr auf Tele 5. (Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober um 3.50 Uhr.)
Wer bereit ist, ein paar Euro zu investieren, kann zudem auf Blu-ray und DVD* zurückgreifen. Oder ihr streamt den FSK-16-Titel im Flatrate-Programm von MGM+*. Der Streaming-Service ist inklusive eines siebentägigen Gratiszeitraums als Zusatzkanal auf Amazon Prime Video buchbar:
Auf Indys Spuren
Nachdem „Jäger des verlorenen Schatzes“ mit Harrison Ford 1981 zu einem Superhit für Paramount Pictures mutierte, wollten die anderen Hollywood-Studios natürlich nachziehen, um auch noch ein dickes Stück vom Abenteuerfilm-Kuchen abzubekommen. Neben unter anderem Michael Douglas in „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ und Chuck Norris in „Feuerwalze“ wurde in den 1980ern so auch Richard Chamberlain engagiert, um Ford und seinem Indiana Jones Konkurrenz zu machen.
„Quatermain - Auf der Suche nach dem Schatz der Könige“ stammt aus dem Hause Cannon Films, einem Studio, das vor allem durch seine brutalen 1980er-Reißer mit Actionstars wie Charles Bronson, Chuck Norris, Jean-Claude Van Damme oder Michael Dudikoff bekannt wurde und bis heute zahlreiche Fans hat. „Quatermain - Auf der Suche nach dem Schatz der Könige“ war da schon eine bemerkenswerte Abweichung. Denn nicht nur wurde mit Chamberlain ein respektierter und mehrfach preisgekrönter Mime sowie mit Jack Lee Thompson ein arrivierter Regisseur engagiert. Der Film basiert auch auf einem erfolgreichen Roman: H. Rider Haggards „König Salomos Schatzkammer“.
Ein wirklich hochklassiger Film oder gar ein Meisterwerk vom Format seines eindeutigen Vorbilds ist dennoch nicht dabei herausgekommen. Dazu sind unter anderem das schlingernde Timing der Story und das beim Dreh in Simbabwe begrenzte Budget zu auffällig. Die Kritiker*innen-Schelte, die das Projekt damals einstecken musste, hat „Quatermain“ aber auch nicht verdient. Die negativen Stimmen basierten primär darauf, dass der Roman bereits 1950 mit Stewart Granger und Deborah Kerr als „König Salomons Diamanten“ deutlich originalgetreuer adaptiert worden war.
Was die damaligen Kritiker*innen nicht bedachten: Thompsons Film wollte gar nicht mit dem Vorgänger in Konkurrenz treten. Im Gegensatz zu diesem nahm sich „Quatermain“ nämlich selbst überhaupt nicht ernst und wollte mit jeder Menge leichten Passagen sowie kernigen Dialogen einfach nur unterhalten und das Genre auf die Schippe nehmen. Das zahlende Publikum verstand diese Intention damals offenbar besser als die schreibende Zunft und machte den Film zu einem Erfolg an den Kinokassen.
„Quatermain“ kann noch immer einiges an Spaß machen – vor allem dank des sich engagiert und mit mehr als einem Augenzwinkern in das leicht trashig anmutende Spektakel hineinwerfenden Casts. Zu diesem zählten neben Chamberlain und der jungen, herrlich frech auftretenden Sharon Stone („Basic Instinct“) unter anderem auch Herbert Lom aus der „Inspektor Clouseau“-Reihe und der bereits in „Jäger des verlorenen Schatzes“ zu erlebende John Rhys-Davies. Dabei muss man allerdings ein paar aus heutiger Sicht mehr als nur leicht rassistisch anmutende Szenarien ertragen können. Diese sowie die eindeutig pro-kolonialistische Haltung sind allerdings der im 19. Jahrhundert entstandenen Vorlage geschuldet.
Sollte euch der Film gefallen, könnt ihr übrigens noch weiterschauen. Denn das Sequel „Quatermain II - Auf der Suche nach der geheimnisvollen Stadt“ wurde direkt im Anschluss an die Dreharbeiten zum ersten Film realisiert. Während sowohl Chamberlain als auch Stone erneut vor der Kamera agierten, stand dahinter anstelle von Jack Lee Thompson dieses Mal „Das schwarze Loch“-Regisseur Gary Nelson. „Quatermain II“ ist ebenfalls im Flatrate-Abo bei MGM+ enthalten:
Darum geht es in "Quatermain"
Allan Quatermain (Richard Chamberlain) ist ein draufgängerischer Abenteurer, der sich überall auf der Welt zu Hause fühlt. Das hat auch die junge Amerikanerin Jesse Huston (Sharon Stone) gehört, die den Briten anheuert, um ihren verschollenen Vater zu finden. Das Duo reist umgehend auf den afrikanischen Kontinent, wo der Archäologe zuletzt gesehen wurde.
Dort stellt sich schnell heraus, dass Prof. Huston (Bernard Archard aus „Krull“) offenbar von dem skrupellosen deutschen Oberst Bockner (Herbert Lom) gekidnappt wurde, damit er ihm bei der Suche nach den Reichtümern des sagenumwobenen Königs Salomon hilft. Quatermain, Jesse und ihr einheimischer Begleiter Umbopo (Ken Gampu, „Die Wildgänse kommen“) begeben sich ebenfalls auf die lebensgefährliche Jagd nach dem Schatz, der die Gruppe zu Jesses Vater führen soll …
Ihr habt Lust auf noch mehr Aufregung aus diesem Genre? Dann lasst euch doch vom offiziellen FILMSTARTS-Ranking der besten Abenteuerfilme aller Zeiten inspirieren:
Die besten Abenteuerfilme aller Zeiten*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf oder beim Abschluss eines Abos über diese Links erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.