Quentin Tarantino ist bekannt dafür, in seinen Filmen nicht gerade zimperlich mit seinen Figuren umzugehen. Ganz im Gegenteil: Seit den 1990er-Jahren hat der Kultregisseur immer wieder seine Vorliebe für Blut, brutale Kämpfe und explizite Gewaltdarstellungen unter Beweis gestellt.
Man denke nur an den Showdown in „Kill Bill: Vol. 1“, bei dem die Braut (Uma Thurman) ganz allein gegen O-Ren Ishiis (Lucy Liu) Gefolgschaft, die „Verrückten 88“, antritt. Oder an „Pulp Fiction“, als Vincent Vega (John Travolta) mit seinem Informanten auf dem Rücksitz spricht und ihn versehentlich erschießt, woraufhin der Innenraum des Autos in Blut getränkt wird. Auch „Inglourious Basterds“ hat einige brutale Momente zu bieten. So weigert sich ein deutscher Offizier, die Stellung seiner Kameraden preiszugeben, woraufhin Donny Donowitz (Eli Roth) ihm mit einem Baseballschläger den Schädel zertrümmert.
Bei all diesen blutigen Szenen dürfte man meinen, dass Tarantino so schnell nichts aus der Fassung bringt. Doch tatsächlich gibt es einen Film, bei dem selbst dem „Once Upon A Time... In Hollywood“-Macher ziemlich flau im Magen wurde.
"Das war wirklich eklig"
Im Jahr 2004, kurz nach dem Kinostart von „Kill Bill: Vol. 2“, wurde Tarantino von der BBC interviewt. Dabei wollte der Sender wissen, ob es ihm bei der Arbeit an seinen Filmen nicht manchmal selbst zu heftig werde. Seine Antwort fiel eindeutig aus: „In meinen Filmen? Nein, nein, nein. In anderen Filmen schon, da gab es schon einige ekelhafte Szenen.“ (via Farout Magazin)
Als konkretes Beispiel nannte der Regisseur die britische Kult-Komödie „Der Sinn des Lebens“: „Ich erinnere mich noch daran, als ich Monty Python’s ‚Der Sinn des Lebens‘ gesehen habe, mit diesem dicken Kerl, der die ganze Zeit kotzt. Das war wirklich eklig.“
Gemeint war damit die berüchtigte „Mr. Creosote“-Szene, in der ein von Terry Jones gespielter, krankhaft fettleibiger Mann in einem Restaurant Berge von Essen und Getränken bestellt – und sich wiederholt auf äußerst anschauliche Weise übergibt. Den makabren Höhepunkt erreicht die Szene, als Creosote schließlich eine hauchdünne Minzpastille zu sich nimmt und daraufhin explodiert. Hier ein kurzer Ausschnitt:
„Ich erinnere mich, wie ich im Kino saß und mir in diesem Moment dachte: Wenn sich jemand übergeben würde und ich den Geruch riechen würde, während ich diese Szene sehe, müsste ich mich auch übergeben“, erklärte Tarantino. „Aber das war das einzige Mal, dass mir in einem Film übel wurde“ so der „Django Unchained“-Regisseur.
Übrigens: Welchen Film Quentin Tarantino derweil seit mehr als 40 Jahren konsequent meidet, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel.
"Ich würde lieber Stacheldraht essen": Quentin Tarantino weigert sich seit 44 Jahren, dieses Kult-Meisterwerk zu sehen