Mit „Kill Bill: Vol. 1“ und „Kill Bill: Vol. 2“ schuf Quentin Tarantino 2003 und 2004 ein einzigartiges Rache-Epos, in dem er seine Liebe zum Kino und vor allem zu seinen Lieblingsgenres wie Eastern, Western und Martial-Arts-Action auslebte. Die beiden Filme gehören bis heute zu den besten Titeln seiner an Meisterwerken nicht armen Karriere.
Ab dem heutigen 25. Oktober 2026 könnt ihr sowohl „Kill Bill: Vol. 1“ als auch „Kill Bill: Vol. 2“ bei Amazon Prime Video im Abo streamen. Wer die beiden Filme noch nicht kennt oder mal wieder Lust auf Tarantinos außergewöhnliches Action-Spektakel hat, bekommt damit eigentlich die perfekte Gelegenheit.
Gerade in diesem Fall würden wir euch allerdings empfehlen, mit dem Anschauen noch ein wenig zu warten. Denn schon am 5. November erscheint mit „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ die definitive Fassung von Tarantinos Rache-Epos fürs Heimkino. Und die ist unserer Meinung nach sogar noch einmal deutlich besser als die beiden ohnehin schon herausragenden Einzelfilme.
"Kill Bill" war immer nur ein Film
Für Quentin Tarantino waren „Kill Bill: Vol. 1“ und „Kill Bill: Vol. 2“ nie zwei eigenständige Filme. Ursprünglich plante der Regisseur ein einziges, gewaltiges Rache-Epos. Doch auf Druck des Studios musste er sein Werk schließlich aufteilen. Darin geht es um die ehemalige Auftragskillerin Beatrix Kiddo (Uma Thurman), auch bekannt als die Braut, die bei einem brutalen Massaker von ihrem früheren Boss und Liebhaber Bill (David Carradine) und dessen Gefolgsleuten beinahe getötet wird. Doch sie überlebt, erwacht nach mehreren Jahren aus dem Koma und macht sich anschließend auf einen gnadenlosen Rachefeldzug. Nacheinander will sie alle ehemaligen Weggefährten ausschalten, die an dem Anschlag beteiligt waren, bevor sie sich schließlich Bill persönlich vorknöpft.
Schon die beiden jetzt bei Amazon Prime Video verfügbaren Kinofassungen sind großartiges Kino. Während im ersten Teil vor allem die stilisierte und teilweise vollkommen überdrehte Action dominiert, setzt der zweite Film stärker auf Dialoge, psychologische Spannung und die emotionale Dimension des Rachefeldzugs. Tarantino selbst wollte diese beiden unterschiedlichen Hälften allerdings immer als zusammenhängendes Werk präsentieren. Schon 2004 zeigte er deshalb beim Filmfestival in Cannes eine erste Version von „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“. Danach blieb diese Fassung jedoch viele Jahre weitgehend unter Verschluss.
Erst 2026 kam das rund viereinhalbstündige Epos regulär in die deutschen Kinos. Und am 5. November 2026 erscheint „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ nun endlich auch auf Blu-ray.
Darum ist "Kill Bill: The Whole Bloody Affair" noch besser!
Bei der neuen Fassung werden nicht einfach die beiden bisherigen Filme hintereinander abgespielt, sondern Tarantino hat entscheidende Anpassungen vorgenommen. Am offensichtlichsten ist dabei, dass der legendäre Kampf gegen die Crazy 88 nun komplett in Farbe zu sehen ist. In der ursprünglichen Kinofassung von „Kill Bill: Vol. 1“ wechselte das Geschehen zwischendurch noch in Schwarz-Weiß, um eine zu hohe Altersfreigabe zu vermeiden. Zudem wurde die Anime-Rückblende rund um O-Ren Ishii (Lucy Liu) massiv erweitert.
Doch die wichtigste Veränderung ist tatsächlich eine Kürzung. Weil die ursprüngliche Geschichte in zwei Filme aufgeteilt wurde, musste der erste Teil mit einem Cliffhanger enden. Dabei wurde ein entscheidender Twist vorweggenommen, der eigentlich erst viel später seine volle Wirkung entfalten sollte. In „The Whole Bloody Affair“ fehlt dieser künstlich geschaffene Cliffhanger. Dadurch erlebt das Publikum die entscheidenden Enthüllungen nun gemeinsam mit der Braut. Das sorgt für eine deutlich stärkere emotionale Wirkung und macht die Geschichte insgesamt wesentlich geschlossener.
In unserer FILMSTARTS-Kritik habe ich „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ deshalb mit der Höchstwertung von 5 Sternen ausgezeichnet. Die Neufassung ist für mich nicht nur die ultimative Version dieses Rache-Epos, sondern eines der größten Meisterwerke in Tarantinos ohnehin beeindruckender Filmografie. Warum diese Änderungen so entscheidend sind und weshalb ich die neue Fassung den bisherigen Versionen vorziehe, habe ich übrigens auch in einem Video für unseren FILMSTARTS-YouTube-Kanal genauer erklärt:
Ab dem 5. November gibt es endlich die ultimative "Kill Bill"-Fassung fürs Heimkino
Wer „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ im Kino verpasst hat oder sich künftig immer wieder anschauen möchte, kann bald endlich zur Blu-ray oder 4K UHD greifen. Am 5. November erscheint der Film in unterschiedlichen Heimkino-Editionen. Neben der regulären Blu-ray-Veröffentlichung, die es via Amazon zu kaufen gibt*, erscheinen auch noch eine Limited Steelbook Edition sowie eine Limited Collector's Steelbook Edition, die es aber beide nur im hauseigenen Shop von PLAION PICTURES zu erwerben gibt.
Natürlich sind auch „Kill Bill: Vol. 1“ und „Kill Bill: Vol. 2“ weiterhin absolut sehenswert. Und wer die Filme ohne zusätzliche Kosten im bestehenden Prime-Abo erleben möchte, macht damit garantiert nichts falsch. Wenn ihr „Kill Bill“ allerdings noch nie gesehen habt oder Tarantinos Meisterwerk endlich in seiner besten Fassung erleben wollt, empfehlen wir euch, die wenigen zusätzlichen Tage abzuwarten. Denn „The Whole Bloody Affair“ ist genau das große, zusammenhängende Rache-Epos, das der Regisseur ursprünglich im Sinn hatte.
Mehr zum nächsten Projekt von Quentin Tarantino gibt es derweil im folgenden Artikel:
Mantel-und-Degen-Action in Quentin Tarantinos letztem Film? Erstes Poster zum neuen Projekt des Kult-Regisseurs enthüllt*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.