Quentin Tarantino ist Filmliebhaber durch und durch – und packt seine Filme immer wieder voll mit Anspielungen, Verweisen und Liebeserklärungen, die in die verschiedensten Ecken der Kinogeschichte führen. Dabei fällt es dem „Pulp Fiction“-Macher schwer, seine Begeisterung für die Leinwandkunst im Zaum zu halten. Und so kommt es auch nicht selten vor, dass seine Werke für die reguläre Auswertung im Kino erst einmal zusammengestaucht oder anderweitig angepasst werden müssen.
Nachdem er mit „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ mit über 20 Jahren Verspätung sein Martial-Arts-Epos endlich in jener Form veröffentlichen konnte, die ihm seit jeher vorschwebte, kam es so auch schon zu einem Extended Cut seines Westerns „The Hateful 8“. Aktuell gilt seine Aufmerksamkeit aber wohl vor allem der Erweiterung seiner gefeierten Traumfabrik-Hommage „Once Upon A Time... In Hollywood“. Das Meisterwerk mit Leonardo DiCaprio und Brad Pitt veröffentlichte Tarantino inzwischen nicht nur auch als Roman*, mit „The Further Mis-Adventures Of Cliff Booth“ steht in Kürze auch ein neuer Film ins Haus, in dem der titelgebende, von Pitt gespielte (Ex-)Stuntman erneut zur Tat schreitet.
Der Film feiert zunächst am 26. November 2026 seine Premiere exklusiv im Kino, bevor er am 23. Dezember dann auch zu Netflix kommt. Am 8. Dezember erscheint die Fortsetzung zudem in Papierform*. Tarantino lieferte einmal mehr das (Dreh-)Buch, gab die Regie allerdings an jenen Mann ab, der einen seiner absoluten Lieblingsfilme („The Social Network“) verantwortete: David Fincher. Und genau dieser verriet nun, wie stark er den Film kürzen musste, um ihn überhaupt realisieren zu können.
"Es waren im Grunde zwei Filme"
„Der erste Entwurf, den ich gelesen habe, war 230 Seiten lang. Im Grunde waren es zwei Filme“, so Fincher kürzlich im Gespräch im Empire. Da nach einer alten Faustregel gilt, dass eine Drehbuchseite ungefähr einer Minute Film entspricht, würde das also bedeuten, dass „The Further Mis-Adventures Of Cliff Booth“ in seiner ursprünglichen Version fast vier Stunden lang gewesen wäre – und damit zwar immer noch deutlich kürzer als die ultimative „Kill Bill“-Fassung, aber eben sicher auch zu lang, um die großen Massen in die Kinos zu locken. Am Ende mussten stolze 60 Seiten aus dem Skript weichen. Die finale Laufzeit soll nun ungefähr zwei Stunden und 20 Minuten betragen (und damit etwa 20 Minuten kürzer als bei „Once Upon A Time In... Hollywood“ ausfallen).
Wie hinlänglich bekannt ist, plant Quentin Tarantino, seine Regie-Karriere nach seinem nächsten, dann zehnten Film an den Nagel zu hängen. Da er seine außergewöhnliche Laufbahn aber nicht mit einem Sequel beenden wollte, entschied er letztlich, auf dem Regiestuhl Platz zu machen. Pitt habe dabei geholfen, Fincher an Bord zu holen. Mit „Sieben“, „Fight Club“ und „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ blicken die beiden schließlich auf ebenso bemerkenswerte wie erfolgreiche Zusammenarbeiten zurück.
Darum geht's in "The Further Mis-Adventures Of Cliff Booth"
Cliff Booth (Brad Pitt) kehrt Jahre nach der Auseinandersetzung mit der Manson-Familie zurück nach Hollywood und muss feststellen, dass sich Los Angeles in dieser Zeit ganz schön verändert hat. Was es aber immer noch gibt, sind Stars und Sternchen, die ihre prekären Angelegenheiten lieber abseits der Öffentlichkeit regeln lassen. Und so ist es eines Tages auch die Talentmanagerin Karen Crosby (Elizabeth Debicki), die Booth mit einem geheimnisvollen Auftrag für den Fernsehstar Charlie Peters (Scott Caan) betraut...
David Fincher stand jahrelang im Dienst von Netflix und bescherte dem Streaming-Anbieter Serien-Hits wie „Mindhunter“ und „Love, Death & Robots“ sowie die Filme „Mank“ und „Der Killer“. Nun aber wurde bekannt, dass die Partnerschaft nicht weiter fortgesetzt wird. Und das „Once Upon A Time In Hollywood“-Sequel spielte bei dieser Entscheidung eine große Rolle, wie ihr an anderer Stelle im Detail nachlesen könnt:
Netflix verliert einen seiner wichtigsten Regisseure: Ausgerechnet Brad Pitts neuer Film soll zum Problem geworden sein*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.