"Ich war sehr wütend, sehr aggressiv und hellwach": Dieser Hollywood-Star hasste es, mit Sylvester Stallone zu drehen – sie hätten sich beinahe geprügelt!
von Michael Bendix
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Vor 45 Jahren standen Sylvester Stallone und „Blade Runner“-Star Rutger Hauer gemeinsam für einen Action-Thriller vor der Kamera. Dabei kam es schnell zu heftigen Konflikten!

Mit „Rocky“ gelang Sylvester Stallone im Jahr 1976 der große Durchbruch: Die Rolle des erfolglosen Amateurboxers Rocky Balboa, der beinahe zum Champion aufsteigt, machte ihn zum globalen Star – und an den Kinokassen wurde das Sportdrama mit einem weltweiten Einspielergebnis von rund 225 Millionen Dollar bei einem Budget von gerade einmal einer Million Dollar zum Sensationserfolg.

Bei der Oscar-Verleihung 1977 setzte sich „Rocky“ zudem als Bester Film gegen Meisterwerke wie „Die Unbestechlichen“ und „Taxi Driver“ durch, und auch Regisseur John G. Avildsen sowie der Schnitt wurden ausgezeichnet. Unter den insgesamt zehn Nominierungen befand sich auch das von Stallone selbst verfasste Drehbuch.

Rocky
Rocky
Von John G. Avildsen
Mit Sylvester Stallone, Talia Shire, Burt Young
Starttermin 1. April 1977
Pressekritiken
4,8
User-Wertung
4,4
Filmstarts
5,0
Im Stream

Ähnlich wie seine Figur musste auch Stallone lange um die Anerkennung der Filmbranche kämpfen – und so ist es wenig verwunderlich, dass ihm der Ruhm kurzzeitig zu Kopf stieg, nachdem auch „Rocky II“ zum Mega-Hit avanciert war. Mittlerweile sah sich Stallone längst nicht mehr nur als Schauspieler, sondern auch als Filmemacher: Bei „Vorhof zum Paradies“ und „Rocky II“ hatte er bereits selbst Regie geführt. Und obwohl er bei dem Action-Thriller „Nachtfalken“ (1981) offiziell nur als Hauptdarsteller verpflichtet war, nahm er auch hinter den Kulissen zunehmend die Zügel in die Hand.

Der heute 80-Jährige soll beispielsweise maßgeblich dazu beigetragen haben, dass der ursprüngliche Regisseur Gary Nelson („Das schwarze Loch“) aufgrund kreativer Differenzen nach einer einzigen Drehwoche entlassen und durch Bruce Malmuth („Hard To Kill“) ersetzt wurde, der bereits mit „Rocky“-Regisseur John G. Avildsen zusammengearbeitet hatte. Und auch einem seiner Co-Stars machte Stallone das Leben schwer: Rutger Hauer, der in „Nachtfalken“ den international gesuchten Terroristen Wulfgar verkörperte.

Rutger Hauer über Sylvester Stallone: "Musste mit ihm kämpfen"

Der Niederländer, der später durch Filme wie „Blade Runner“, „Der Tag des Falken“ und „Hitcher, der Highwaykiller“ international bekannt wurde, übernahm in „Nachtfalken“ seine erste Rolle in einem englischsprachigen Film – und geriet dabei immer wieder mit seinem berühmten Kollegen aneinander.

„Ich hatte bei diesem Film eine Menge Probleme, hauptsächlich mit Stallone“, erklärte der 2019 verstorbene Schauspieler in einem Interview mit The Guardian. „Ich musste mit ihm darum kämpfen, was meiner Meinung nach gut genug für die Rolle war und was seiner Meinung nach gut genug war. Ich war sehr wütend, sehr aggressiv, sehr aufmerksam und hellwach.“

Erschwerend hinzu kam, dass auch die Produktion selbst Hauer einiges abverlangte – beim Dreh seiner Todesszene etwa kam es zur Fehlfunktion eines pyrotechnischen Effekts, sodass er nur knapp einer schweren Verletzung entging. Zudem wurde er bei einer Aufnahme mit solcher Wucht von einem Seil zurückgerissen, dass es fast zu einer Prügelei mit Stallone kam. Denn wie Hauer erst im Nachhinein erfuhr, hatte sein Kollege persönlich darauf bestanden, die Zugkraft ohne Hauers Wissen auf das Maximum einzustellen, um die Szene möglichst spektakulär aussehen zu lassen.

Nachtfalken
Nachtfalken
Starttermin 4. Juni 1981 | 1 Std. 39 Min.
Von Bruce Malmuth, Gary Nelson
Mit Sylvester Stallone, Billy Dee Williams, Lindsay Wagner
User-Wertung
3,3
Filmstarts
3,5

Mit seinen Eindrücken war Hauer übrigens nicht allein – auch Schauspielerin Lindsay Wagner, die in „Nachtfalken“ als Ex-Frau des von Stallone gespielten Detective Sgt. Deke DaSilva zu sehen war, gab zu Protokoll, dass Stallone den Film irgendwann an sich riss und praktisch selbst Regie führte.

Dazu passt, dass sich der „Demolition Man“-Darsteller auch stark in die Postproduktion einmischte – und entscheidend dazu beitrug, dass sich die Fertigstellung des Films über Monate hinzog. Zwischen dem Ende der Dreharbeiten und dem Kinostart verging rund ein Jahr, in dem verschiedene Schnittfassungen ausprobiert und wieder verworfen wurden. An den Kinokassen schnitt „Nachtfalken“ am Ende solide ab, die Kritik reagierte nicht euphorisch, aber wohlwollend. Mittlerweile ist der Film ein wenig in Vergessenheit geraten.

Wenn ihr übrigens wissen wollt, warum Sylvester Stallone seinen Ex-Kollegen Bruce Willis rauswarf (und wer als deutlich kostspieligerer Ersatz engagiert wurde), dann lest direkt im folgenden Artikel weiter:

"Gierig und faul": Sylvester Stallone schmiss Bruce Willis aus "The Expendables 3" – und musste seinem Ersatzmann fast das Doppelte zahlen!

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Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.
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