Einer der besten Abenteuerfilme aller Zeiten kommt zurück ins Heimkino – bildgewaltig und nach wahren Begebenheiten!
von Sidney Schering
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Starke Naturaufnahmen und eine wahre, aufwühlende Geschichte: Sean Penns „Into The Wild“ ist seit einiger Zeit kaum noch auf Blu-ray zu finden. Aber diese Woche erhält das Abenteuerdrama eine Neuauflage.

Als dieser Hybrid aus Aussteigerdrama und aus dem Leben gegriffenem Abenteuer erstmals in die deutschen Kinos kam, fand es eher wenig Beachtung: Mit etwas mehr als 280.000 verkauften Eintrittskarten knackte „Into The Wild“ nicht einmal die Top 80 der erfolgreichsten Filme, die 2008 hierzulande anliefen. Aber bei denjenigen, die sich Sean Penns visuell eindrucksvolle, aufwühlend erzählte Regiearbeit angeschaut haben, sorgte der Film für beachtliche Resonanz.

Und so wurde die filmische Auseinandersetzung mit dem Aussteiger und Abenteurer Christopher McCandless im Laufe der Jahre auf DVD, durch TV-Ausstrahlungen und später auch durchs Streaming zum Kultfavoriten. Diesen Sommer lief er im Rahmen von Best Of Cinema erneut auf den deutschen Leinwänden, die FILMSTARTS-Community hat ihn zu einem der zehn besten Abenteuerfilme aller Zeiten gewählt – und auf Blu-ray ist er seit einiger Zeit ausverkauft!

Doch ihr müsst nicht weiter durch den Gebrauchtmarkt wildern, um eine eigene Kopie ausfindig zu machen. Denn am 5. November 2026 erhält „Into The Wild“ eine Neuauflage auf Blu-ray!

Als Bonusmaterial gibt es zwei Featurettes mit einer Gesamtlaufzeit von rund 40 Minuten, mehrere Interviews mit Cast und Crew sowie ein Musikvideo von Eddie Vedder.

Darum geht es in "Into The Wild"

Der Student Christopher McCandless (Emile Hirsch) stammt aus wohlhabendem Hause, allerdings haben seine Eltern (Marcia Gay Harden & William Hurt) ihm stets nur Streit vorgelebt. Nach seinem Universitätsabschluss in Geschichte und Anthropologie begibt er sich auf eine zweijährige Reise, um den Kopf frei zu kriegen, die Vereinigten Staaten zu erkunden und endlich andere Menschenschläge kennenzulernen.

Und so begegnet er unter anderem einem alternden Hippie-Paar (Catherine Keener & Brian Dierker), einem vom FBI gesuchten Farmvorarbeiter (Vince Vaughn), einer sexuell aufgeschlossenen Aussteigerin (Kristen Stewart) sowie einem vereinsamten Witwer (Hal Holbrook). Immer wieder wird Chris erläutert, dass seine einsame Reise mit minimaler Ausstattung gefährlich ist, schließlich kann man von Freiheit und Selbstbestimmung allein nicht leben. Doch er lässt sich nicht davon abbringen, weiter zu machen – aber die Kälte Alaskas ist unerbittlich...

Nicht zum Nachmachen gedacht!

Regisseur/Drehbuchautor Sean Penn und sein Kameramann Éric Gautier („Asche ist reines Weiß“) lassen McCandless' Reisestrecke über weite Teile des Films betörend, bildschön und berauschend aussehen – womöglich sogar zu betörend, bildschön und berauschend. Denn im Zuge von „Into The Wild“ wollten viele Menschen in McCandless' Fußstapfen treten und seinen Trip imitierten.

Solche Nachahmer*innen übersehen jedoch wichtige Teile des Films und der gleichnamigen Buchvorlage des Reporters Jon Krakauer. Dabei verriet dieser schon auf dem Titelbild seines Buchs, welches Schicksal den Aussteiger erwartete: Er starb einsam, sein Leichnam wurde einige Zeit später von Elchjägern gefunden. Und auch der Film macht unmissverständlich klar, dass McCandless es damit zu weit getrieben hat, Ratschläge, Warnhinweise und menschlichen Kontakt auszuschlagen – schließlich wird mit Nachhall seine späte, berührende Erkenntnis festgehalten, dass Glück geteilt gehört.

Daher ist „Into The Wild“ eben nicht das „Am besten lässt man von jetzt auf gleich alles fallen und läuft einsam ins wilde Nirgendwo“-Pamphlet, zu dem es manche fehlgeleitete Fans stilisieren. Viel mehr ist dieses von visueller wie klanglicher Poesie und zweischneidigen Charakterisierungen durchzogene Abenteuer ein Loblied auf die Natur, Ruhepausen sowie zwischenmenschliche Wärme. Ein lang und wirksam nachhallendes Loblied noch dazu!

Einen sehenswerten Film mit „Into The Wild“-Nebendarstellerin Kristen Stewart, der euch ebenfalls zum Nachdenken bringen dürfte, stellen wir euch im folgenden Streaming-Tipp vor. Der Film ist aber eher zum Knobeln als zur Selbstsinnsuche gedacht:

Ein Meisterwerk neu bei Disney+: Die Antwort auf "Birdman" vor traumhafter Alpen-Kulisse

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Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.
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