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    Disneys "Strange World": Darum wird ein Schleimklumpen namens Platsch ein Hit im Weihnachtsgeschäft 2022!
    23.09.2022 um 14:20
    Christoph Petersen
    Christoph Petersen
    -Chefredakteur
    Hat im letzten Jahr mehr als 800 Filme gesehen - und jede Minute davon genossen, selbst wenn der Film gerade nicht so gut war.

    Der oscarprämierte Disney-Produzent Roy Conli hat uns einige Szenen aus dem kommenden Animations-Abenteuer „Strange World“ präsentiert. Vor allem die Action und zwei Sidekicks machen Lust auf mehr, aber ein paar Fragezeichen bleiben…

    Roy Conli hat bereits Disney-Klassiker von „Der Glöckner von Notre Dame“ bis „Rapunzel - Neu verföhnt“ produziert, bevor er 2015 für die animierte Marvel-Verfilmung „Baymax - Riesiges Robowabohu“ mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Am heutigen Freitagmorgen war Conli nun zu Gast in einem Berliner Kino, um uns den diesjährigen Disney-Animations-Blockbuster vorzustellen – und auch schon eine Reihe mehr oder weniger fertig animierter Szenen aus „Strange World“ (insgesamt ca. 10 bis 15 Minuten) zu zeigen.

    Conli ist dabei – wie alle Disney-Produzenten – ein perfekt geschulter Verkäufer. Solche Bühnenpräsentationen könnte er wahrscheinlich auch im Schlaf abhalten Aber das ändert nichts daran, dass man ihm seine Leidenschaft fürs Geschichtenerzählen unbedingt abkauft – und wenn er immer wieder von den Disney-Legenden erzählt, auf deren Schultern die heutigen Animations-Künstler stehen, dann ist auch die tiefe Ehrfurcht vor der 100-jährigen Historie der Walt Disney Animation Studios jederzeit spürbar.

    Aber was am Ende zählt, ist natürlich die Frage: Haben wir nun mehr oder weniger Bock auf den diesjährigen Disney-Weihnachtsfilm „Strange World“, der passend zum Beginn der Adventszeit am 24. November in den deutschen Kinos starten wird?

    Die Antwort lautet: Auf jeden Fall wollen wir den von klassischen Fantasy-Geschichten von Jules Verne und H.G. Wells inspirierten Animations-Blockbuster jetzt unbedingt komplett sehen – und zwar vor allem aus zwei Gründen…

    Diese Dinge rocken selbst nach wenigen Minuten!

    Der Familienhund in „Strange World“ heißt Legend, hat drei Beine und nicht mal den geringsten Überlebensinstinkt. Total süß und freundlich, aber mit seinen tief ins Gesicht fallenden Haarsträhnen auch ein bisschen verpeilt. Als Sidekick also eine sichere Bank! Aber allen anderen die Show stehlen wird in „Strange World“ sowieso das Schleimwesen Splat, von dem uns Conli verraten hat, dass es in der deutschen Synchro dann Platsch heißen wird.

    Disneys Animations-Künstler*innen sind ja eh unerreicht, wenn es darum geht, eigentlich leblose Objekte nicht nur lebendig zu machen, sondern ihnen dabei auch noch menschliche Züge zu verleihen. Aber mit Platsch haben sie sich selbst übertroffen – denn sie nutzen die Eigenschaften eines Schleimklumpens, um ihm zugleich wie eine animalische Kreatur (wenn er auf sechs Beinen geht) und wie ein (ver)menschlich(t)es Wesen (wenn er sich auf zwei Beinen fortbewegt) wirken zu lassen. Aber noch viel wichtiger: Das zwar sprachlose, aber deshalb nicht weniger freche Wesen macht einfach verdammt viel Spaß!

    Man muss also nicht hellsehen können, um vorherzusagen, dass sich viele kleine Kinogänger*innen solch einen Platsch-Schleim unter dem Weihnachtsbaum wünschen werden…

    Disney und seine verbundenen Unternehmen
    Wird in diesem Jahr unter vielen Weihnachtsbäumen liegen: Nicht nur junge Kinogänger*innen werden vom Schleimwesen Platsch hin und weg sein!

    Ebenfalls vollends begeistert haben uns die zwei längeren Actionszenen, die uns im Rahmen der Präsentation gezeigt wurden: Speziell die Kameraarbeit wirkt in diesen spektakulären Sequenzen fast schon wie bei einem Realfilm, weshalb der laut Conli auch von „Jäger des verlorenen Schatzes“ inspirierte „Strange World“ – animiert hin oder her – durchaus taugen dürfte, um uns allen die Wartezeit auf den für Juni 2023 angekündigten „Indiana Jones 5“ zu verkürzen.

    Wofür wir erst noch mehr sehen müssen

    Es ist im Jahr 2022 fast nicht mehr möglich, einem Publikum allein mit einer CGI-Fantasy-Welt den Atem zu rauben. Dazu wird man nicht nur im Kino, sondern auch in Computerspielen zu sehr damit überhäuft. Aber „Strange World“ hat hier definitiv Chancen, auch wenn wir dazu erst noch mehr sehen müssen. Die großen Pluspunkte bisher: Die Macher*innen haben sich bewusst entschieden, die sonst üblichen Naturfarben „grün“ und „braun“ aus ihrer hinter einer gewaltigen, verschneiten Bergkette verborgenen Welt zu verbannen – allein durch die Farbpalette sticht „Strange World“ also absolut heraus.

    Zudem wirkt die ganze Welt aufregend lebendig! Wenn die Figuren durch die Szenerie laufen, dann bewegen sich etwa die Pflanzen ganz subtil mit in ihre Richtung – das fällt einem vielleicht gar nicht sofort auf, wenn man nicht bewusst darauf achtet, aber es hat einen faszinierenden Effekt…

    Disney und seine verbundenen Unternehmen
    Bei diesen Anblick gerät nicht nur Ethan Clade (Jaboukie Young-White) ins Staunen!

    Noch kaum was sagen können wir dazu, ob der zentrale Vater-Sohn-Konflikt zündet oder nicht – die Figuren sind divers und detailverliebt animiert, die meisten von uns gesehenen Gags funktionieren, aber um den emotionalen Impact der Geschichte zu beurteilen, reichen einzelne, nicht mal zusammenhängende Szenen natürlich absolut nicht aus. Was wir allerdings sagen können: Die englischen Stimmen der Abenteuertruppe um den Abenteurer-Großvater Jaeger Clade (Dennis Quaid), seinen Farmer-Sohn Searcher Clade (Jake Gyllenhaal) und seinen Muss-seinen-Platz-im-Leben-noch-finden-Enkel Ethan Clade (Jaboukie Young-White) sind perfekt gewählt.

    Diese Szene hinterlässt bei uns Fragezeichen

    Es geht in „Strange World“ laut Conli ganz zentral um die ja auch in der Realität brennend aktuelle Frage, was für eine Welt eine Generation der nächsten überlässt (beziehungsweise überlassen sollte). Schlagworte wie „Nachhaltigkeit“ & Co. spielen da also thematisch eine wichtige Rolle – und gerade deshalb gibt es eine Szene, bei der wir hoffen, dass der komplette Film sie noch einmal in einen anderen Kontext setzen wird.

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    Dank der roten, fischartigen, fliegenden Wesen gelingt Jaeger Clade (Dennis Quaid) und seiner Familie in einer vermeintlich ausweglosen Situation doch noch die Flucht.

    Als plötzlich schleimige Tentakelwesen auftauchen, tritt die Abenteuertruppe die Flucht an – und zwar auf einem Schwarm von fischartigen roten Lebewesen, die so dicht beieinander in der Luft „schwimmen“, dass sie in der Masse wie eine Straße fungieren. Dass die Flüchtenden den Wesen beim Laufen auf die „Köpfe“ (?) treten – geschenkt. Aber Jaeger Clade setzt auch einen Flammenwerfer ein, um den Schwarm hinter sich auseinanderzutreiben und so den Verfolgern den Weg abzuschneiden – und die Abenteurerin Callisto Mal (Lucy Liu) tritt eines der eigentlich völlig harmlosen und unbeteiligten Wesen einfach mit dem Stiefel weg… nicht nett.

    Nichtsdestotrotz: Diese lila-rosafarbene „Strange World“ hat nach unserem bisherigen Eindruck das Zeug dazu, das in den letzten Jahren im Kino sträflich vernachlässigte klassische Fantasy-Genre in der Tradition von Klassikern wie „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ oder „Die Zeitmaschine“ wieder in den Mainstream zurückzubringen – und das wäre ja wohl definitiv eine begrüßenswerte Entwicklung!

    „Strange World“ startet am 24. November in den deutschen Kinos – und hier gibt es auch noch den OV-Trailer mit den von uns gelobten englischen Stimmen für euch:

     

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