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Die 75 besten Horrorfilme aller Zeiten
Von Andreas Staben, Carsten Baumgardt, Julius Vietzen, Stefan Geisler, Gregor Torinus, Lars-Christian Daniels, Robert Cherkowski, Felix Haenel — 25.02.2017 um 22:20
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Die FILMSTARTS-Redaktion hat diskutiert, gewählt und sich entschieden: Wir präsentieren euch die 75 unserer Meinung nach besten Horrorfilme aller Zeiten!

Platz 75: „Saw
(James Wan, USA 2004)


„Ich möchte ein Spiel spielen.“ – Der berühmte Tonband-Satz des Jigsaw-Killers (Tobin Bell) wurde zum inhaltlichen Leitmotiv einer der erfolgreichsten Horror-Reihen aller Zeiten: Auf stolze sieben Teile blickt das populäre „Saw“-Franchise mittlerweile zurück – und obwohl „Saw 3D - Vollendung“ 2010 den endgültigen Abschluss bilden sollte, wurde für 2017 „Saw 8 – Legacy“ angekündigt. Die Qualität ließ aber schon mit dem zweiten Teil nach: Keines der von Darren Lynn BousmanDavid Hackl und Kevin Greutert inszenierten Sequels erreichte die Klasse von James Wans bärenstarkem Erstling, weil die Folter-Philosophie spätestens ab dem dritten Teil nur noch dem immer gleichen Schema folgte. „Saw“ hingegen überzeugt nicht nur mit düsteren Schockmomenten, einer klaustrophobischen Atmosphäre und perfiden Folterspielen, sondern auch mit einer clever verschachtelten Geschichte, in der mehrere Handlungsebenen miteinander verwoben werden und schließlich in einer atemberaubenden Schlusspointe gipfeln. Wans Hardcore-Schocker spielte bei einem winzigen Budget von einer Million Dollar weltweit mehr als 100 Millionen Dollar an den Kinokassen ein und zählt zu den stärksten Vertretern des Torture-Horrors.

Der teuflische Junge Damien in "Das Omen"

Platz 74: „Das Omen
(Richard Donner, Großbritannien/USA 1976)


1976 reichte bereits eine einzige Szene, um Richard Donners Evil-Child-Klassiker „Das Omen“ durch Mundpropaganda zu einem Publikumserfolg zu machen: die spektakuläre Enthauptung des Fotografen Keith Jennings (David Warner) durch eine von einem Lastwagen rutschende Fensterscheibe. Heutzutage würde man mit einer solchen Szene wohl kaum mehr jemanden hinter dem Ofen hervorlocken – was kreative Todesfälle angeht, finden sich in Erfolgsreihen wie „Final Destination“ schließlich noch viel ausgefallenere Ideen. Doch Donners Film hat weit mehr zu bieten: Neben „Rosemaries Baby“ (1968) und „Der Exorzist“ (1973) ist „Das Omen“ der dritte bedeutende Horrorfilm jener Jahre, in dem der Teufel in Menschengestalt die Fäden zieht und in dem das Grauen eine der unschuldigsten Gestalten annimmt, die man sich denken kann: die eines Kindes. Wenn der junge Damien (Harvey Stephens) in der Schlusseinstellung des Films beim Staatsbegräbnis seiner Eltern (Gregory Peck und Lee Remick) an der Hand der First Lady diabolisch in die Kamera lächelt, glaubt der Zuschauer tatsächlich, dem Teufel persönlich ins Antlitz zu blicken. „Das Omen“ löste eine Reihe von Sequels aus und wurde vor einigen Jahren – Kinostart war passenderweise der 6.6.2006 – von Regisseur John Moore neu verfilmt.

Dem Übernatürlichen im Schlafzimmer auf der Spur: "Paranormal Activity"

Platz 73: „Paranormal Activity
(Oren Peli, USA 2007)


Heutzutage gehört das Phänomen „Paranormal Activity“ mit seinen zahlreichen Fortsetzungen und Ablegern gewissermaßen zum Standardprogramm des Horrorfans, aber als Oren Pelis Erstling ab 2007 erst Steven Spielberg, dann einige amerikanische College-Städte und danach so ziemlich die ganze Welt in Schrecken versetzte, sah das noch ganz anders aus. Der ursprünglich aus Israel stammende Regisseur sorgte mit seinem genial reduzierten Found-Footage-Konzept nicht nur für unglaublich effektiven Horror, sondern hat dabei auch einen der profitabelsten Filme aller Zeiten gedreht: Den Produktionskosten von nur 15.000 Dollar steht ein weltweites Einspielergebnis von fast 200 Millionen gegenüber! Die grünlich-verschwommenen Bilder aus der Überwachungskamera, die das junge Paar Micah (Micah Sloat) und Katie (Katie Featherston) in seinem neuen Haus auf der Spur paranormaler Phänomene nachts auf das eigene Bett gerichtet hat, sind zum Markenzeichen der Reihe und zum Inbegriff des sich im digitalen Zeitalter auf neue Art manifestierenden Unheimlichen geworden.

Rabiate Mutanten treiben in "The Hills Have Eyes" ihr blutiges Unwesen

Platz 72: „The Hills Have Eyes - Hügel der blutigen Augen
(Alexandre Aja, Frankreich/USA 2006)


Alexandre Aja etablierte sich mit „High Tension“ als neue Hoffnung des Horrorfilms, seinen beinharten, kompromisslosen Stil und sein überragendes Gespür fürs Visuelle demonstrierte der rotzfreche Franzose noch eindrucksvoller in dem Horror-Thriller „The Hills Have Eyes“: Er schickt „Lost“-Star Emilie de Ravin ins tiefste Hinterland New Mexicos, um sich dort gegen atomar verseuchte Mutanten zur Wehr zu setzen, die versuchen, ihre Familie zu schänden und zu töten. Aja verbreitet den puren Terror und schont sein Publikum in keiner Szene, ohne indes Gewaltvoyeuren eine Fantasievorlage zu liefern. Sein „The Hills Have Eyes“ ist ein verstörend-brutaler Schocker - nichts für Zartbesaitete. Dass der Jung-Regisseur die Absolution hatte, Wes Cravens klassisches Original „Hügel der blutigen Augen“ aus den 70er Jahren für die große Leinwand zu reanimieren, zeigt auch die Tatsache, dass Horrormeister Craven das Remake persönlich produzierte.

"God Told Me To": Eine mystriöse Verbrechensserie erschüttert New York

Platz 71: „God Told Me To
(Larry Cohen, USA 1976)


An einem ruhigen Sommertag in New York fallen von der Spitze eines Wasserturms plötzlich Schüsse. 14 Passanten brechen tödlich getroffen zusammen. Detective Peter Nicholas (Tony Lo Bianco) klettert auf den Turm, der Schütze flüchtet nicht und erklärt, dass Gott ihm gesagt habe, so zu handeln. Das ist der Beginn einer ganzen Reihe scheinbar religiös motivierter Verbrechen, die mit unerklärlicher Perfektion und beängstigender Brutalität über die Opfer hereinbrechen. Dieser ungewöhnliche Horror-Thriller von Larry Cohen („American Monster“) bekommt durch die Originalschauplätze eine besondere Note unmittelbarer Gefahr: Man hat ohne Drehgenehmigungen in den Straßen New Yorks gedreht, spontan zufällig vorbeikommende Fußgänger als Statisten engagiert und den Komiker Andy Kaufman in seiner ersten Filmrolle als Polizist in die echte St.-Patrick's-Day-Parade eingeschmuggelt. Der spielerische Mix spirituell-übersinnlicher Motive nimmt „Akte X“ vorweg, aber die grausigen Taten verblendeter Klarheit lassen an den schrecklichen Ernst von terroristischen Attentaten denken.

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Kommentare
  • Zach Braff

    Danke, dass ihr endlich mal von euren nervigen Klicklisten weggekommen seid. So ist es doch gleich entspannter. Noch dazu zu jeder Platzierung eine kurze Begründung. Fein gemacht! So spontan fällt mir auch kein Film ein, den ihr vergessen habt... Über die Platzierungen lässt sich natürlich wie immer streiten. Aber vor allem die Top3 kann ich so voll unterschreiben.

  • ach-herr-je

    Eine tolle Liste mit kurzer Beschreibung und Begründung der Platzierung, auch wenn ich inhaltlich komplett anderer Meinung bin

    Ich finde "Shining" so öde....

  • SeeYa

    Sehr interessante Liste. Am Ende lässt sich natürlich immer subjektiv über Filme und Platzierungen streiten, aber was solls.

    Ja, ich weiß, ihr seid große Klassikfans. Ich wünsche mir dennoch mal eine Toplist mit Filmen der Neuzeit, die man sich auch aus heutiger Sicht noch gut anschauen kann ;)

  • TresChic

    Ich wollte gerde anfangen zu schauen aber da lädt sich jedesmal die komplette Seite. Nachdem FS ihre homepage bearbeitet hatten, dachte ich, dass sie diese unprof. Programmierung ebenfalls überarbeiten. Aber nichts.... man FS nie kann man euere Specials anschauen.

  • TresChic

    was??? auf Platz eins ist shining?!?! So ein überbewerterer Lumpen. Ich lese überall von usern, dass sie ihn eher mittelmäßig finden (siehe auch hier bei fs) und sogar Stephen King mag den Streifen nicht. Wer ist das denn hier bei FS der den so sehr verteidigt (ist ja nicht das erste Mal)? Der Betreiber von FS selbst? Der dann evtl sagt "Leute, ihr könnt 99 Plätze vergeben wie ihr wollt aber Shining kommt auf Platz eins. Wer dagegen ist, fliegt" ^^

  • Hans H.

    "Immerhin haben es die Geisterszenen in einer Auswertung des US-Senders
    Bravo auf Platz 61 der erschreckendsten Filmszenen aller Zeiten
    geschafft."

    Soll DAS eine Referenz sein? US-Sender Bravo? Noch nie was von gehört.

    Insgesamt sind mir viel zu viele alte Kamellen unter den Filmen; wenn man bedenkt, was es für tolle Horrorfilme seit den 90ern gegeben hat.

    Ich kann es auch nur übersehen haben: Wo war noch Coppola´s Dracula ?!?!

  • Jimmy V.

    Ein paar Sachen, wie z.B. "I Saw The Devil", sind großartige Filme, aber nun wirklich keine Horrorwerke. Statt solcher hätten wirklich einige genannte reinere Horrorfilme hineingekonnt. Ich mache gerne für einen oft sehr verrissenen, aber eigentlich ziemlich gelungenen Vertreter Werbung: "Grave Encounters". Das beginnt mit Seitenhieben auf Scripted-Reality-TV, wird aber weiterhin richtig gut. Außerdem ist das Setting klasse. Erinnert an den ebenfalls empfehlenswerten "Session 9".
    Ich freue mich dennoch über die Nennung von z.B. "Angel Heart" sowie den Klassiker "Carnival of Souls". Das Ding ist wirklich herausragend und für mich einer der außergewöhnlichsten Filme - gerade wegen des geringen Budgets und den einfachen Mitteln. Doch daraus wurde wirklich ein Film, der atmosphärisch seinesgleichen sucht. Für mich stehen genau solche Filme weit vorne, noch vor anderen. In diesem Sinne: "The Witch" muss auf jeden Fall voran, für mich sogar unter die Top 10.

  • Jimmy V.

    Man sieht hier, dass man wirklich auch im Genre Horror viel durchmischen kann. "Psycho" und "The Shining" gehören auf jede anständige Horrorfilm-Liste! Beim Rest den du nennst?
    "Eden Lake", "28 Days later", "Trollhunter", "Rec" - auf jeden Fall.
    "Mann beißt Hund" ist für mich kein Horrorfilm.
    "Insidious" hat ein sehr gutes letztes Drittel, vielleicht deshalb auf die hinteren Plätze. Gleiches gelte für "Sinister".
    "High Tension" ist für mich der überbewerteste Müll überhaupt.

  • Fain5

    Och Leute im Ernst jetzt? I saw the Devil ein Horrorfilm? Dann müsste Sieben auch einer sein.

  • Fain5

    Hat ja nichts mit Recherche zu tun. Bei den anderen Filmseiten würde ich das auch anprangern ;)

  • TresChic

    Ja die tun sich das an und lassen die Seite jedes Mal neu laden *sich*

  • Hans H.

    Ich denke, er meint eher die Filme zwischen den 30er und 60er Jahren. Damit kann ich auch nicht mehr viel anfangen.

  • TresChic

    Nee die anderen müssen auch neu laden

  • TresChic

    Du musst die Seite neu laden, ok, wenn du dafür Zeit hast.... X-)

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