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    Die 30 besten Abenteuerfilme aller Zeiten
    Von Andreas Staben, Carsten Baumgardt, Robert Cherkowski — 20.05.2017 um 18:00
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    Die FILMSTARTS-Redaktion hat diskutiert, gewählt und sich entschieden. Hier sind sie nun, die unserer Meinung nach 30 besten Abenteuerfilme aller Zeiten!

    Platz 30: „Sieben Jahre in Tibet
    (Jean-Jacques Annaud, USA/Großbritannien 1997)


    Unumstritten ist Jean-Jacques Annauds Abenteuer-Drama „Sieben Jahre in Tibet“, die Verfilmung der Autobiografie des österreichischen Bergsteigers Heinrich Harrer, beileibe nicht. Annaud erlaube sich historische Ungenauigkeiten, vernachlässige Harrers Nazi-Seilschaften und romantisiere seine tiefgehende Freundschaft mit dem Dalai Lama. Das ist jedoch für den Autorenfilmer alles zweitrangig. Er zimmert sich „Sieben Jahre in Tibet“ zu einem berauschenden, bildgewaltigen Abenteuerfilm zurecht, der die größtmögliche Wirkungskraft entwickeln soll. „Sieben Jahre in Tibet“ ist von atemberaubender Virtuosität und dabei extrem feinfühlig erzählt. Annaud setzt 1939 an, als Harrer (gespielt von Brad Pitt) zu einer Expedition in den Himalaya startet und gemeinsam mit seinem Kompagnon Peter Aufschnaiter (brillant: David Thewlis) nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs von britischen Truppen festgenommen wird. Erst Jahre später gelingt ihnen die Flucht, die beide nach Tibet führt, wo sich Harrer mit Tenzin Gyatso (Jamyang Jamtsho Wangchuk) anfreundet, dem 14. Dalai Lama, anfreundet.

    Michael Todds bonbonbunt-extravagantes Spektakel "In 80 Tagen um die Welt"

    Platz 29: „In 80 Tagen um die Welt
    (Michael Anderson, USA 1956)


    Einen Film wie Michael Andersons Jules-Verne-Interpretation „In 80 Tagen um die Welt“ kann man sich heute kaum noch vorstellen. Wo nun jeder zweite Blockbuster auf Teufel komm raus mit Kommentaren zu Krieg, Krise, Kampf und Krampf gespickt wird, wirkt eine so knallbunte Realitätsflucht, als käme sie von einem anderen Stern. Produzenten-Tausendsassa Michael Todd und Regisseur Anderson orchestrierten die Reise von Jules Vernes Gentleman und Philanthropen Phileas Fogg (David Niven) durch aller Herren Länder als mopsfidele Revue: ein Schaulaufen der Stars und Sternchen, bei dem es neben Spannung und Dramatik auch reichlich Musical-Einlagen und Pomp gibt. Peter Lorre, Marlene Dietrich, Frank Sinatra, George Raft, Shirley MacLaine, John Carradine, Buster Keaton und Fernandel (um nur ein paar zu nennen) stehen Spalier und es wurde ein monumentaler Aufwand betrieben. Auch wenn so mancher Bissen von dieser altmodischen Entertainment-Torte heute etwas schwer im Magen liegt, ist „In 80 Tagen um die Welt“ doch eine filmische Zeitreise in eine Ära, in der Sorglosigkeit und Unterhaltung ganz groß geschrieben wurden.

    "Abenteuer in Rio": Jean-Paul Belmondo macht einen Abstecher nach Südamerika

    Platz 28: „Abenteuer in Rio
    (Philippe de Broca, Frankreich/Italien 1964)


    Viele Regisseure des New Hollywood blickten in den 60er Jahren voller Bewunderung auf den alten Kontinent und zeigten sich begeistert von den Kollegen der Nouvelle Vague, jener Strömung französischer Bilderstürmer, die das Erzählkino genussvoll auseinandernahmen, um es neu zusammenzusetzen. Steven Spielbergs französischer Lieblingsfilm aus jener Zeit war jedoch kein Werk von Truffaut, Rohmer oder Godard, sondern die schwer-unterhaltsame Abenteuer-Sause „Abenteuer in Rio“ des Unterhaltungshandwerkers Philippe de Broca mit Tausendsassa Jean-Paul Belmondo in der Hauptrolle. Bebel gibt den Soldaten Adrien, der eigentlich einen entspannten Urlaub mit seiner Freundin Agnès (Françoise Dorléac, die früh verstorbene Schwester von Catherine Deneuve) verbringen will, jedoch sehr bald in einen irren Enführungsplot gerät, der ihn bis nach Brasilien führt, wo Geheimdienstler, Gangster und Forscher auf der Jagd nach einem sagenumwobenen Schatz im Amazonasgebiet durcheinanderwuseln. Damit fällt der Startschuss zu einem wunderbar albernen, quietschbunten Tohuwabohu voller Slapstick, Kneipenschlägereien, Südamerika-Exotik und Geschlechterkampf zwischen Adrien und Agnès, die auch in größter Gefahr keine Gelegenheit verstreichen lassen, sich anzuzicken. „Abenteuer in Rio“ ist gleichzeitig ein hysterisches Abenteuer-Spektakel und die eigene Parodie und begeistert mit einer herzerwärmenden Naivität, die ihresgleichen sucht. Da ist gute Laune einfach vorprogrammiert.

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